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Braunes Fettgewebe als Schlankmacher: So hilft das Fett beim Abnehmen

Christina Cascino
von Christina Cascino Veröffentlicht am 24. Januar 2018
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Fett gilt als DAS neue Diätwunder schlechthin. Die Rede ist von braunem Fett, das im Unterschied zum weißen Fettgewebe Kalorien verbrennt, anstatt sie zu speichern.

Stellt euch nur mal vor, wir könnten völlig bedenkenlos nach Lust und Laune zu Pizza, Schoki und Co. greifen. Keine lästigen Fettpolster an den Hüften, kein sich wölbender Bauch! Doch das ist leider nicht möglich - oder etwa doch?

Forscher haben nämlich entdeckt, dass der Körper überflüssige Energie nicht zwangsläufig als Fett einlagert. Er kann sie auch sofort verbrennen, zum Teil zumindest. Alles, was dafür nötig ist, ist sogenanntes braunes Fett. Ja, richtig gehört: Fett soll uns dabei helfen, abzunehmen. Ist das etwa das lang ersehnte "Mittel" gegen überschüssige Pfunde?

Braunes Fett frisst Kalorien, weißes Fett speichert sie

Der Körper besitzt zwei Arten von Fettgeweben: ungesundes weißes Fett und gesundes braunes Fett. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass das braune Fettgewebe Kalorien verbrennt, anstatt sie wie das weiße zu speichern. Die braunen Fettzellen sind nämlich voller Mitochondrien - den kleinen Kraftzellen jeder Körperzelle. Die besitzen eine hohe Brennkraft und erzeugen so reichlich Wärme. Durch dieses "Aufheizen", Thermogenese genannt, werden Kalorien verbrannt. Kurz: Braunes Fettgewebe hält schlank!

Das Problem: Braunes Fett ist hauptsächlich im Körper von Säuglingen zu finden, die vor der extremen Kälte geschützt werden sollen. Zwar besitzen auch erwachsene Menschen das besondere Fett - in der Regel sind das aber nicht mehr als 100 Gramm. Bei einigen ist es überhaupt nicht mehr nachweisbar.

Mehrere voneinander unabhängige Studien kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass auch bei Erwachsenen das braune Fett noch aktiv ist. Jedoch in Form von beigem Fettgewebe - eine Unterklasse des braunen Fetts.

Hormon Orexin aktiviert braunes Fett

Nicht nur die Menga an braunem Fettgewebe im Körper ist entscheidend dafür, ob Kalorien verbrannt werden oder nicht, sondern auch das Hormon Orexin. In Versuchen mit Mäusen fand ein Forscherteam um Devanjan Sikder vom Sanford-Burnham's Medical Research Center in Orlando heraus, dass ein Mangel des im Gehirn produzierten Hormons die Brennkraft der braunen Fettzellen lähmt. Nager, die durch genetische Manipulation das Hormon nicht mehr bilden konnten und weniger aßen als andere Mäuse nahmen deutlich zu.

Womöglich ist auch bei Menschen ein Mangel an Orexin Schuld daran, dass der Energieverbrauch sehr gering ist und manche Menschen übergewichtig sind, ohne zu viel zu essen.

Kälte soll Kalorien zum schmelzen bringen

Forscher wollen nun versuchen, das weiße in das braune Fett umzuwandeln. Dies soll mit Kälte geschehen, denn sobald der Mensch friert, versucht der Körper die Temperatur möglichst schnell wieder nach oben zu treiben.

Bei einem Versuch setzten japanische Wissenschaftler zwölf Studienteilnehmer sechs Wochen lang für je zwei Stunden täglich einer Temperatur von 17 Grad aus. Das Ergebnis: Das braune Fett wurde aktiviert! Die Körperfettmasse der Probanden sank im Durchschnitt um fünf Prozent. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die sich nicht dem Kälteexperiment unterzog, verbrannten die Teilnehmer täglich zusätzlich 180 Kalorien.

Auch Forscher der Universität Genf fanden bei einem Versuch mit Mäusen, die 10 Tage lang einer konstanten Temperatur von 6 Grad ausgesetzt wurden, heraus, dass die Kälte eine veränderte Darmflora bewirkt. Diese Darmbakterien wurden anschließend in keimfreie Mäuse übertragen, die daraufhin einen verbesserten Glukosestoffwechsel, eine bessere Kältetoleranz, mehr braunes Fett sowie einen Gewichtsverlust aufwiesen.

Gibt es bald ein Medikament gegen Übergewicht?

Die Forscher der Arbeitsgruppe um Wiebke Fenske konnten zudem erstmals ein Enzym im braunen Fettgewebe und in einem Teil des Großhirns feststellen, das Übergewicht und Fettleibigkeit begünstigt. Mithilfe eines Substrats konnten die Wissenschaftler das Enzym ausschalten und das braune Fettgewebe aktivieren. Doch bis der Wirkstoff wirklich in ein Medikament übertragen und in klinische Testphasen gelangt, müssen noch weitere Studien erfolgen.

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