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Chrononutrition – Die Uhrzeitendiät

von der Redaktion Veröffentlicht am 14. November 2008

„Morgens essen wie ein König, mittags wie ein Edelmann und abends wie ein Bettler.“ Was unsere Eltern und Großeltern schon predigten, stellt der französische Wissenschaftler Dr. Alain Delabos seit 1986 in verschiedenen Büchern als moderne Form des Abnehmens vor. Die dabei von ihm entwickelte Ernährungsform Chrononutrition soll weniger eine Diät als viel mehr eine neue Art der Ernährung darstellen: Essen im Einklang mit dem natürlichen Rhythmus des Körpers und entsprechend seiner Enzymproduktion. Aber was genau versteckt sich nun hinter der Uhrzeitendiät?

Grundprinzipien der Uhrzeitendiät

Das Grundprinzip dieser Diät ist relativ einfach: Prinzipiell darf man alles essen - aber alles zu seiner Zeit. Unser Körper unterliegt einem bestimmten Rhythmus, der festlegt, welche Nahrungsbestandteile wir gerade benötigen und welche wir in Fettpolster umwandeln können. Nach Dr. Delabos verlangt unser Körper nach Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten. Dementsprechend produziert er auch Enzyme und Hormone, um diese Nahrungsbestandteile besser aufspalten und absorbieren zu können. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass unser Körper Stoffe, die er gerade nicht benötigt und für die er momentan auch nicht ausreichend Enzyme produziert, einfach für „schlechte Zeiten“ einlagert. Für unseren Körper ist es zum Beispiel ganz normal, morgens Fette aufzunehmen, die beispielsweise in Wurst oder Käse enthalten sind - Obst und Gemüse dagegen kann er zu dieser Tageszeit schlechter verwerten. Hält man sich an einige wenige Grundregeln, ist Abnehmen also (zumindest in der Theorie) ganz einfach.

Was Chrononutrition bewirkt – und was sie verdeutlicht

Die Uhrzeitendiät versteht ihr Entwickler selbst weniger als Diät, sondern viel mehr als eine gesunde Art der Ernährung. Nach Delabos hilft sie nicht nur, überflüssige Pfunde praktisch ohne Verzicht loszuwerden, sie führt quasi automatisch hin zum Idealgewicht und hilft auch, genau an den Stellen abzunehmen, an denen besonders hartnäckige Polster sitzen. Delabos behauptet sogar, anhand der Figur könne man sehen, welche Nährstoffe zur falschen Zeit zugeführt wurden und sich deshalb als Fettpolster ablagerten: Seiner Theorie zufolge führte zu viel Gemüse zu breiten Hüften und Oberschenkeln, zu viel Fleisch zu einem großen Busen und breiten Schultern und zu viel Stärke zu einem dicken Bauch. Aber Chrononutrition kann noch mehr als nur eine Idealfigur zaubern: Diese Diät soll helfen, das Risiko für Diabetes ebenso zu senken wie den Cholesterinspiegel und einen zu hohen Blutdruck.

Die Mahlzeiten nach Delabos

Richtet man sich nach Delabos, ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages - Mama hatte also doch Recht. Morgens produziert unser Körper drei wichtige Stoffe ganz besonders viel: Insulin, Lipase und Protease. Das bedeutet für uns, dass wir zu dieser Zeit Fette und Proteine am besten aufnehmen können. Das Frühstück besteht im Idealfall also aus guten Fett- und Proteinlieferanten wie etwa Käse oder Brot mit Butter und einem deftigen Belag. Zuckerhaltige Lebensmittel sollten dagegen - wie bei den meisten Diäten generell - gemieden werden.

Mittags ist erlaubt, was gefällt: Tierische Fette und stärkehaltige Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis oder sogar Pommes frites sind nicht nur erlaubt, sondern gehören ganz im Gegensatz zu anderen Diäten ausdrücklich auf den Speiseplan. Wichtig ist aber vor allem die Aufnahme von tierischen Fetten, am besten in Form von Fleisch. Dabei gilt: Essen Sie immer 100 Gramm mehr Fleisch als Ihre Körpergröße. Wenn Sie also 1,60m groß sind, essen Sie 260 Gramm Fleisch. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch bei der Uhrzeitendiät: Das Mittagessen darf nur aus einem Gang bestehen, Vor- oder Nachspeisen sind also tabu.

Nicht nur erlaubt, sondern auch notwendig: Die Zwischensnacks. Sie verhindern Heißhungerattacken, indem sie ein starkes Schwanken des Blutzuckerspiegels ausgleichen. Nicht umsonst empfehlen Ernährungswissenschaftler mindestens fünf kleinere statt drei großer Mahlzeiten am Tag. Zwischensnacks sind am Vormittag oder am Nachmittag erlaubt: Dann ist es Zeit für Obst oder Nüsse und sogar Schokolade darf, ganz Diät-untypisch, ohne Reue genossen werden. Geeignet ist prinzipiell alles, was den Blutzuckerspiegel schnell wieder nach oben befördert, vor allem also zuckerhaltige Nahrungsmittel.

Das Abendessen ist für Delabos eine fakultative Mahlzeit: Wenn sie überhaupt eingenommen wird, sollte sie wenigstens so leicht wie möglich sein. Das liegt daran, dass sich unser Körper langsam auf die Nacht einstellt, immer weniger Enzyme werden produziert. Je weniger man jetzt isst, desto weniger hat der Körper mit der Verdauung zu tun - was in der Folge zu einem gesünderen Schlaf und zu einem besseren Diät-Ergebnis führt. Wenn Sie nicht auf das Abendessen verzichten möchten oder können, greifen Sie am besten auf tierische Proteine zurück: Fisch oder Meeresfrüchte sind genauso gut für ein leichtes Essen geeignet wie ein Teller Gemüse oder etwas mageres Fleisch.

Wie bei jeder Diät gilt auch bei der Uhrzeitendiät: Trinken Sie so viel wie möglich. 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Tee pro Tag sollten es mindestens sein. Und auch die beste Diät der Welt hilft nicht allein gegen Übergewicht und schlaffe Haut: Um etwas Sport kommen Sie auch mit der Uhrzeitendiät nicht herum.

von der Redaktion

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