Home / Fit & Gesund / Diät & Ernährung / FODMAP Diät: Ist sie die Lösung für Blähungen, Reizdarm & Co.?

FODMAP Diät: Ist sie die Lösung für Blähungen, Reizdarm & Co.?

Jane Schmitt Veröffentlicht von Jane Schmitt
Veröffentlicht am 15. Februar 2017

Ständiges Grummeln im Bauch oder gar Bauchkrämpfe und –schmerzen und das ohne klar erkennbaren Grund? Vielleicht liegt es an FODMAPs. Die Lösung könnte eine FODMAP Diät sein. Wir verraten euch alles darüber!

Das Reizdarmsyndrom (RDS) oder eine andere Verdauungsstörung, die nicht eindeutig auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückzuführen ist, kann für Betroffene eine richtige Qual sein. Sorgenfreier Genuss ist eigentlich nicht möglich. Dadurch fühlen sich viele Menschen, die darunter leiden, in ihrer Lebensqualität sehr eingeschränkt. Der Grund für das Leid könnten die sogenannten FOODMAPs sein.

Was ist FODMAP überhaupt?

Der Begriff FODMAP kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für "fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols". Ins Deutsche übersetzt, "fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole", was so viel bedeutet wie vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole.

FODMAP ist also die Bezeichnung von einer Gruppe von Kohlenhydraten und mehrwertigen Alkoholen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen.

Das Reizdarmsyndrom steht in Zusammenhang mit FODMAP

2010 hat ein Forschungsteam der australischen MONASH University um Peter Gibson in einer Studie mit Patienten mit Reizdarmsyndrom festgestellt, dass sich deren Symptome bei einer FODMAP-armen Ernährung reduzieren.

Im Umkehrschluss bedeutet es also, dass Lebensmittel mit einem hohen FODMAP-Anteil dafür verantwortlich sind, dass Betroffenen starke Verdauungsstörungen, wie beispielsweise Blähungen haben. Genauer: Bestimmte Nahrungsbestandteile können nur schwer oder auch gar nicht vom Dünndarm der Betroffenen aufgenommen werden. Dadurch entstehen die unangenehmen und teils schmerzhaften Beschwerden.

Ist die FODMAP-Diät das Richtige für mich?

Damit das Reizdarmsyndrom festgestellt werden kann, geht ein Arzt bei der Diagnose nach dem Ausschlussprinzip vor. Habt ihr den Verdacht, dass ihr am Reizdarm-Syndrom leidet, so lasst euch bitte von einem Arzt untersuchen, damit andere Krankheiten, die Verdauungsstörungen verursachen, ausgeschlossen werden können.

Dann kommt die FODMAP-Diät ins Spiel. Lasst euch hier ebenfalls von eurem Arzt oder einem qualifizierten Ernährungsexperten beraten. Sobald ihr die Diät angeht ist, es entscheidend, dass ihr euch immer die Zutatenliste von fertigen Lebensmitteln genau anschaut.

Typisch für einen Reizdarm sind:

  • krampfartige Bauchschmerzen
  • ​Druckgefühl im Unterbauch
  • Völlegefühl
  • Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen

Doch nicht jeder Mensch mit Reizdarm leidet unter den gleichen Beschwerden: Die Symptome sind vielfältig.

Wie lange macht man die FODMAP-Diät?

​Grundsätzlich ist die FODMAP-Diät keine klassiche Diät zur Gewichtsreduktion. Sie ist vielmehr eine gesunde Ernährungsweise, die an individuelle gesundheitliche Beschwerden angepasst wird, um die Symptome zu verbessern.

Experten empfehlen, sich zunächst für rund 6 Wochen ausschließlich von FODMAP-armen Lebensmitteln zu ernähren. Danach werden schrittweise höherwertige mit aufgenommen. Dadurch können Betroffene genau feststellen, welche Lebensmittel ihnen gut tun und welche Bauchschmerzen verursachen.

Die australischen Wissenschaftler haben auf Grundlage ihrer Studie die Low-FOODMAP-Diät entwickelt. Die Forscher unterscheiden dabei zwischen niedrigen und hohen FODMAP-Lebensmitteln. Wir haben für euch einige der verschiedenen Lebensmittel in einer Liste gesammelt.

FODMAP-Diät: Diese Nahrungsmittel sind erlaubt

FODMAP-arme Nahrungsmittelalternativen:

Gemüse: Alfalfa, Bohnensprossen, grüne Bohnen, Pak Choi, rote Paprika, Karotten, frische Kräuter, Brokkoli, Choy Sum, Gurke, Salat, Tomate, Fenchel, Zucchini, Kartoffeln, Okra, Maniok, Kicherebsen
Früchte: Banane, Orange, Mandarine, Trauben, Honigmelone, Avocado, Rhabarber, Erdbeeren, Blaubeeren
Milchprodukte: Laktosefreie Milch, laktosefreie Joghurts, Hartkäse, Mozzarella, Schlagsahne
Proteinquellen: Fleisch, Fisch, Huhn, Tofu, Tempeh
Getreide: Glutenfreies Brot und Dinkel-Sauerteig-Brot, Hafer, glutenfreie Nudeln, Reis, Quinoa
Nüsse und Samen: Mandeln (<10 Nüsse), Kürbiskerne
Sonstiges: Ahornsirup, Rohrzucker, Puderzucker, Aspartam, Saccharin, Stevia, Bier, Wein, Balsamico, Senf, Olivenöl

FODMAP-Diät: Finger weg von diesen Nahrungsmitteln!

FODMAP-reiche Nahrungsmittel:

Gemüse: Spargel, Artischocken, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Weißkohl, Zuckererbsenschoten, Rote Bete, Wirsing, Sellerie, Mais, Blumenkohl, grüne Paprika, Pilze
Früchte: Äpfel, Birnen, Mango, Nashi Birnen, Wassermelone, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen, Johannisbeeren, Rosinen, Kirschen
Milchprodukte: Kuhmilch, Joghurt, Weichkäse, Sahne, Vanillepudding, Eis
Proteinquellen: Hülsenfrüchte
Getreide: Dinkel-, Roggen- und Weizenhaltige Lebensmittel (Bsp.: Brot, Nudeln, Kuchen, Kekse), Couscous
Nüsse und Samen: Cashewnüsse, Pistazien
Sonstiges: Honig, Agavensaft, künstliche Süßungsmittel (Xylit, Sorbit, Erythrit, Mannit), Fruktose

Hier findest du Fodmap-arme und -reiche Nahrungsmittel im Überblick zum Ausdrucken

Bei onmdea.de findet ihr weitere Informationen rundum das Thema Reizdarm.

Glutenfreies Getreide: So genießt ihr trotz Glutenunverträglichkeit!

Weitere Informationen findet ihr auch bei fodmap-info.de

Das könnte Dir auch gefallen

Video Diät-Tipp: Ist die Dukan-Diät zum Abnehmen sinnvoll?

Video Diät-Tipp: Ist die Dukan-Diät zum Abnehmen sinnvoll?

Video Diät-Tipp: Ist die Dukan-Diät zum Abnehmen sinnvoll? Video Diät-Tipp: Ist die Dukan-Diät zum Abnehmen sinnvoll?

Video Diät-Tipp: Fettarmer Aufschnitt ist erlaubt! Video Diät-Tipp: Fettarmer Aufschnitt ist erlaubt!

Video Diät-Tipp: Ist Saft gesund oder ein heimlicher Dickmacher? Video Diät-Tipp: Ist Saft gesund oder ein heimlicher Dickmacher?

Kommentare