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Kalorienbombe Alkohol?

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 19. November 2008

„Alkohol hilft bei der Verdauung“, diesen Spruch kennt jeder. „Ein Schnäpschen in Ehren kann niemand verwehren“ ist ein beliebter Begleitsatz, um das eine oder andere Glas Bier, Wein oder Schnaps zu rechtfertigen. Aber stimmt das denn überhaupt? Hilft Alkohol der Verdauung? Ist Alkohol gesund? Und wie viele Kalorien enthält Alkohol?

Alkohol belebt den Geist und den Körper?

„Alkohol hilft der Verdauung“ - tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Genuss von kalorienreichem Alkohol wie Bier und Schnaps hat zwar tatsächlich Einfluss auf die Verdauung, er verzögert sie jedoch. Dass das anders empfunden wird, hat einen einfachen Grund: Alkohol verändert die Wahrnehmung. Was da vielleicht schwer im Magen liegt, wird einfach nicht mehr so stark wahrgenommen. Es fühlt sich an, als drücke der Magen weniger.

„Rotwein ist gut für das Herz“, auch diese Weisheit hört man oft und sie ist sogar medizinisch beweisbar. Tatsächlich schützen die im Rotwein enthaltenen Polyphenole das Herz, jedoch nicht mehr als beispielsweise die im Traubensaft oder schwarzen Tee enthaltenen. Mehr als ein oder zwei Gläser Wein am Tag schlagen hingegen ins Gegenteil um und begünstigen nicht zuletzt wegen der hohen Kalorienzahl auch Herzerkrankungen und hohen Blutdruck.

Kaloriengehalt im Alkohol

Alkohol macht keinesfalls schlank. Viele alkoholische Getränke erweisen sich als wahrhafte Kalorienbomben. Das beste Beispiel sind Liköre: Ein Fruchtlikör ist immer eine vergleichsweise kleine Portion und hat meist eine angenehme Säure. Die täuscht jedoch über den tatsächlichen Gehalt an Kalorien im Alkohol hinweg, der ist alles andere als gering.

Auch beim Alkohol gilt: Es gibt Getränke die wesentlich mehr Kalorien enthalten, als andere. Besonders viele Kalorien finden sich im Schnaps. Oft sind es mehr als 200 Kalorien auf 100 g. Alkoholfreies Bier enthält dagegen nur wenige Kalorien, nämlich 23 auf 100g. Bier und Wein haben grundsätzlich relativ wenige Kalorien, davon wird jedoch häufig gleich eine größere Menge getrunken.

Alkohol reduziert die Fettverbrennung

Alkohol wird vom Körper sehr schnell abgebaut, ähnlich wie Zucker. Die ihm eigenen Kalorien sind schnell verbrannt. Die im Alkohol enthaltenen Kalorien haben also tatsächlich wenig Wirkung. Doch der Alkohol hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Er bremst die Fettverbrennung aus. In erster Linie ist also nicht der Kaloriengehalt in alkoholischen Getränken von Bedeutung, sondern seine Auswirkungen auf die Fettverbrennung. Alles, was während des Alkoholkonsums gegessen wird, kann also nicht verbrannt werden, sondern wird in Fettdepots eingelagert. Diese Fettdepots liegen dann leider meistens unschön auf der Hüfte.

Auch für das Trinken von Alkohol gilt die Faustregel: Der Unterschied liegt in der Menge. In geringen Mengen kann er durchaus ein Genuss und sogar der Gesundheit förderlich sein. Alkohol hat schließlich einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel, verbessert die Blutgerinnung und reduziert Stress. Die richtige Dosis ist jedoch schnell überschritten.

Der kalorienbewusste Umgang mit dem Alkohol

In kleinen Mengen ist Alkohol leichter zu genießen. Die geistigen Funktionen werden weniger stark beeinflusst und auch die mit dem Alkoholabbau beschäftigte Leber dankt es Ihnen.

Zwischen zwei Gläser Wein oder Bier sollte man immer ein Glas Wasser schieben. Alkohol soll schließlich ein Genuss sein und kein Durstlöscher.

„Klasse statt Masse“ gilt auch bei alkoholischen Getränken. Aufgrund des hohen Kaloriengehaltes führt der regelmäßige Konsum von viel Alkohol schneller zum Übergewicht. Fettdepots müssen lange warten, bis der Körper auf sie zurückgreift. Während einer Diät sollte man auf den Genuss von Alkohol also am besten verzichten.

Wer am Wochenende auf die Piste geht oder etwas zu feiern hat, sollte sich zwar mäßigen, sich eine kleine Sünde aber durchaus zugestehen. Heißhunger lässt sich irgendwann nicht mehr unterdrücken und ist, einmal ausgebrochen, unberechenbar, deshalb sollte man ihm rechtzeitig kleine Zugeständnisse machen.

Als Handreichung für eine ausgewogene Ernährung sollte immer die Ernährungspyramide dienen: An ihrer Spitze findet man Süßes und Alkohol, diese Lebensmittel sollte man sich nur ab und zu einmal gönnen. Vollkornprodukte, Gemüse und Obst sollten dagegen die Basis des täglichen Speiseplans darstellen. Nie darf man versuchen, sich selbst hinters Licht zu führen - ein Korn ist ein Korn und niemals ein Vollkornprodukt.

von der gofeminin-Redaktion

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