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Kalorienbombe Käse?

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 18. November 2008

Da steht man nun an der Käsetheke des Lieblingssupermarktes, sieht die köstlichen Käselaibe glänzen und fragt sich: Darf ich das? Käse ist doch zumeist eine recht fettige, kalorienreiche Angelegenheit und ist nicht gerade der ideale Begleiter bei einer Diät, oder? Für zusätzliche Verwirrung sorgt ein näherer Blick auf das Kleingedruckte: Manche Käsehersteller geben den Fettgehalt absolut an und mancher verwendet ein seltsames Kürzel: i. Tr. Was soll das nun bitteschön bedeuten? Ganz zu schweigen davon, dass uns tagtäglich Begriffe wie Doppelrahmstufe und Viertelfettstufe um die Ohren sausen.

Doppelrahmstufe und Co.: Die Fettstufen beim Käse

Käse kann anhand von insgesamt acht Fettstufen unterschieden werden: Magerstufe, Viertelfettstufe, Halbfettstufe, Dreiviertelfettstufe, Fettstufe, Vollfettstufe, Rahmstufe und Doppelrahmstufe. Jeder Fettstufe ist dabei ein Mindestfettgehalt zugeordnet, was für den Kaloriengehalt im Käse bedeutet: Es gibt acht Kalorienklassen, die mehr oder weniger für eine kalorienbewusste Ernährung geeignet sind.

Das Tückische: Steht eine dieser Bezeichnungen auf dem Etikett des Käses, muss nicht mehr zwingend eine Angabe über den Fettgehalt in Prozent vorhanden sein. Die Käsehersteller halten uns offenbar für gebildet genug, dass wir sofort wissen, dass eine Doppelrahmstufe mit mindestens 60 Prozent Fett i. Tr. daherkommt und somit die Menge der Kalorien im Käse ins Unermessliche steigen lässt.

Für alle, die kein Käsediplom haben: Die Magerstufe enthält weniger als 10 Prozent Fett in Tr., die Viertelfettstufe mindestens 10 Prozent, die Halbfettstufe mindestens 20, die Dreiviertelfettstufe mindestens 30, die Fettstufe mindestens 40, die Vollfettstufe mindestens 45, die Rahmstufe mindestens 50, die Doppelrahmstufe mindestens 60 und maximal 85 - alles natürlich in Prozent i. Tr. Wobei wir bei dem nächsten Problem wären: Was heißt hier i. Tr.?

Käse: Absoluter Fettgehalt vs. Fett i. Tr.

Genauso wie man nicht Erbsen mit Melonen vergleichen kann, kann man auf den ersten Blick auch nicht die Kalorien von zwei Käsesorten vergleichen, bei denen der Fettgehalt einmal absolut und einmal i. Tr. angegeben ist. i.Tr. bedeutet hierbei: Fettanteil in der Trockenmasse. Da ein Käse aber natürlich nicht nur aus Trockenmasse besteht, ist die Zahl, die hinter dem Kürzel i. Tr. steht immer höher als die Angabe des absoluten Fettgehalts. Man muss also berücksichtigen, wie viel Trockenmasse in einem Käse vorhanden ist und sich dann ausrechnen, was dieses für die ganze Käsemasse bedeutet. Das ist natürlich beim Einkaufen nicht wirklich praktikabel.

Es gibt allerdings eine Faustregel: Frischkäse enthält zum Beispiel generell mehr Flüssigkeit als ein Schnittkäse. Wenn beide dann zum Beispiel mit der Angabe 35 Prozent Fett i.Tr. daherkommen ist es klar, dass der absolute Fettgehalt beim Schnittkäse höher ist als beim Frischkäse. Etwas kompliziert, aber logisch. Natürlich muss dieses Beispiel nicht bedeuten, dass jeglicher Frischkäse immer die bessere Wahl ist - die sahnige Doppelrahmstufe lässt grüßen!

Vorsicht Kalorien: Angaben über den Absoluten Fettgehalt als Tarnung

Käseproduzenten sind natürlich nicht dumm und haben längst mitbekommen, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr um eine bewusste und kalorienarme Ernährung geht. Diesem tragen sie zum Beispiel Rechnung, wenn sie Light-Käse mit verminderter Kalorienzahl produzieren. Allerdings versteckt sich im manch einem Supermarktregal auch eine echte Mogelpackung: Viele Hersteller von Käse geben nämlich gerne den absoluten Fettgehalt an. Kein Wunder: Dieser ist immer geringer als die Angabe i. Tr. Lassen Sie sich also nicht die Augen wischen! Es kann durchaus passieren, dass Sie zu einem vermeintlich leichten, kalorienarmen Käse greifen, der sich dann als sehr viel fetter entpuppt als seine Nachbarn im Käseregal.


Vergleichen Sie die Kalorien im Käse!

Eine praktikable Möglichkeit unterschiedliche Käsesorten miteinander zu vergleichen, kann ein Blick auf die Kalorienangabe liefern. Hier ist genau beschrieben, wie viele von diesen kleinen Kalorienbiestern sich in hundert Gramm leckerstem Käse verbergen. Da ein Mehr an Fett auch immer die Kalorienanzahl im Käse nach oben schnellen lässt, hat man wenigstens ein Indiz dafür, welcher Käse kalorienärmer ist und um welchen man besser schnell einen großen Bogen machen sollte.

Was dabei allerdings nicht vergessen werden darf ist, dass Fett ein Geschmacksträger ist. Aus diesem Grund schmeckt kalorienarmer Käse natürlich auch anders als fettreicher, Kalorien hin - Kalorien her. Ab und zu kann man sich sicherlich auch eine kleine Sünde leisten. Kaufen Sie den Käse mit den Zusatz-Kalorien dann aber, auch wenn er lange haltbar ist, besser in kleinen Portionen. Denn wer einmal eine solche kalorienreiche Käse-Köstlichkeit im Kühlschrank hat, wird auch schnell versucht sein, die ganzen Käse-Kalorien schnell zu verputzen.

von der gofeminin-Redaktion

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