Babypflege: Es gibt neue Forschungen und Erkenntnisse!

Interview mit Frau Prof. Dr. Blume-Peytavi

   

 - Interview mit Frau Prof. Dr. Blume-Peytavi

Interview mit Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi, Leiterin der Kinderdermatologie des Klinischen Forschungszentrums für Haar- und Hauterkrankungen und Leitende Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin.
 

1. Angesichts einer Vielzahl an Ratschlägen zur Pflege von Babyhaut sind junge Eltern oft überfordert. Warum kursieren derart viele unterschiedliche Hautpflegeempfehlungen und was sind mögliche Folgen?
Viele Pflegeroutinen sind kulturell geprägt und basieren auf tradierten Erfahrungen oder schlichtweg auf Mythen. Bisher fehlte eine wissenschaftliche Grundlage, die für Klarheit hätte sorgen können. Die gängige Forschungsmeinung geht davon aus, dass das Stratum corneum nach etwa vier Wochen an die neuen Bedingungen ex utero angepasst und voll entwickelt ist. Dementsprechend halten viele eine spezielle Hautpflege für Säuglinge nicht für notwendig. Leider kann aber eine falsche Hautpflege mittelfristig einer gesunden Hautbarriere entgegenwirken und die Hautgesundheit gefährden. Es besteht also Handlungsbedarf.

2. Was zeigen die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und ergeben sich daraus Konsequenzen für die Babypflege?
Aktuelle Studien haben die Entwicklung des Stratum corneums über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht. Sie zeigen, dass entscheidende Hautparameter mindestens im gesamten ers-ten Lebensjahr nicht mit den Werten Erwachsener vergleichbar sind. Babyhaut weist eine höhere Durchlässigkeit von Wasser auf und zeigt keinen konstanten Feuchtigkeitsgehalt. Das bedeutet, es besteht die Gefahr, dass sie schneller austrocknet, dadurch verletzlicher wird und möglicherweise ihre Schutzfunktion nicht mehr zuverlässig ausüben kann. All dem sollte in der Hautpflege Rechnung getragen werden. Um in der gegenwärtigen Vielfalt von Empfehlungen und Ratschlägen Orientierung geben zu können, ist meines Erachtens die Formulierung anwendungsorientierter, evidenzgestützter und standardisierter Pflegeempfehlungen sinnvoll.

3. Welche Ergebnisse haben Sie in Bezug auf die Pflegeroutinen Baden und Waschen erhalten?
In einer der beiden aktuellen klinischen Studien haben wir den Einfluss von Baden und Waschen auf die natürliche Anpassung und Funktion des Stratum corneums bei gesunden Neu-geborenen untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass Baden zwei Mal wöchentlich besser geeignet ist als Waschen mit einem Waschlappen. Baden ist insgesamt hautschonender und trocknet die Haut weniger aus. Wir schließen aus den Ergebnissen auch auf einen günstigen Langzeiteffekt des Badens, so dass wir es gegenüber dem Waschen mit einem Waschlappen empfehlen.

4. Außerdem haben Sie die Auswirkungen von Babywaschgel und Babypflegecreme auf die Hautschutzbarriere untersucht. Was haben Sie herausgefunden?
Wir haben in einer weiteren klinischen Studie festgestellt, dass Säuglinge, die zweimal wöchentlich mit einem milden Babywaschgel gebadet und anschließend bzw. nur mit einer Babypflegecreme eingecremt wurden, einen signifikant niedrigeren TEWL- und einen höheren SCH-Wert aufwiesen als diejenigen, die ausschließlich mit klarem Wasser gereinigt wurden. Wir raten deshalb für Neugeborene und Säuglinge mit intakter und gesunder Haut zu dieser Pflegeroutine.

5. Was gilt es bei der Auswahl der Babypflegeprodukte zu beachten?
Die Produkte sollten in jedem Fall altersgemäß, das heißt speziell für Babys entwickelt worden sein. Nur dann können sie den besonderen Bedürfnissen der Säuglingshaut gerecht werden und die natürliche Anpassung der Hautschutzbarriere positiv beeinflussen.

 

Quelle: Johnson & Johnson GmbH

 




  
 

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Veröffentlicht von Angelika Zahn
am 03/09/2009
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