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Babys erster Zahn macht Probleme? Schnelle Hilfe beim Zahnen

Veröffentlicht von Redaktion
Veröffentlicht am 27. August 2016

Mit dem Zahnen beginnt für viele Säuglinge und ihre Familien eine anstrengende Zeit. Hier finden Eltern alles, was sie wissen sollten.

Das Milchgebiss

Quengeln, Appetitlosigkeit und schlechter Schlaf: Mitunter kann das Zahnen für die Kleinen wirklich schmerzhaft werden. Damit ihr als Eltern helfen könnt, haben wir ein paar Tipps gegen Schmerzen beim Zahnen zusammengestellt.

​Das kindliche Gebiss besteht aus 20 Zähnen, darunter sind acht Schneidezähne, vier Eckzähne und acht Backenzähne. Das Zahnen kann dauern: Die letzten vier Backenzähne brechen oft zeitversetzt durch. Erst im Alter von zwei Jahren tragen die meisten Kinder ein vollständiges Milchgebiss.

Zahnen: Reihenfolge

Die Reihenfolge beim Zahnen ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Bei den meisten Kindern kommen die Zähne in der folgenden Reihenfolge:

  • untere mittlere Schneidezähne
  • obere mittlere Schneidezähne
  • untere äußere Schneidezähne
  • obere äußere Schneidezähne
  • obere und untere vordere Backenzähne
  • obere und untere Eckzähne
  • obere und untere hintere Backenzähne

Wann bekommen Babys Zähne?

Die Zähne bekommt ein Baby nicht erst beim Zahnen, sondern bereits im Mutterleib. Schon während der Schwangerschaft werden im Kiefer des Ungeborenen sogenannte Keime für die einzelnen Zähne angelegt, die Milchschneidezähne beginnen auszuhärten. Bereits die werdende Mutter sollte also auf eine kalziumreiche Ernährung achten, damit das Kind später kräftige Zähne bekommt.

Später wachsen diese Zähne durch den Kiefer. Die Zähne sind weiter unter dem Zahnfleisch verborgen. Vielen Kindern macht aber schon das Einschießen der Zähne große Probleme.

Sichtbar wird der erste Zahn bei den meisten Säuglingen mit ungefähr sechs Monaten, wenn er durch das Zahnfleisch bricht. Da das Zahnen jedoch sehr unterschiedlich beginnen kann, kommen manche Babys bereits mit ersten Zähnen auf die Welt, bei anderen zeigt sich der erste Zahn erst mit einem Jahr. Macht euch also keine Sorgen, wenn sich bei eurem Baby nach dem ersten halben Jahr noch keine Zähne zeigen.

Probleme beim Zahnen

Der Druck auf den Gaumen, die Schwellung der Schleimhaut und der Durchbruch durch das Zahnfleisch sind für viele Säuglinge und Kleinkinder schmerzhaft. Kein Wunder, dass sie jetzt quengeln und mehr Zuneigung brauchen.

Fieber und Durchfall werden nicht direkt durch das Zahnen ausgelöst, auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele zahnende Babys und Kleinkinder gleichzeitig Fieber und Durchfall haben. Dies lässt sich dadurch erklären, dass sie sich alles in den Mund stecken und es dadurch häufiger zu Infekten kommt. Gleichzeitig ist der Körper durch das Zahnen geschwächt und das Immunsystem anfälliger.

Jedes Kleinkind verarbeitet das Zahnen anders: Während sich die Zähne bei manchen ganz unbemerkt einschleichen, leiden andere schon Wochen, bevor etwas im Mundraum zu sehen ist.

Zahnen: Erste Anzeichen

  • Das Kind sabbert verstärkt.
  • Eine Wange ist gerötet und warm, ohne dass euer Baby Fieber hat.
  • Das Kind steckt sich gerne Gegenstände oder die Faust in den Mund und kaut darauf herum.
  • Es hat einen wunden Po und dünnen Stuhl oder Durchfall oder auch Verstopfung.
  • Das Zahnfleisch ist an einer Stelle gerötet, vielleicht schimmert ein Zahn schon durch.

Hausmittel für das Zahnen

  • Viele Kinder kauen gerne auf einem kühlen feuchten Waschlappen herum. Unser Tipp: Tränkt ihn vorher in kühlem Kamillentee, dann wirkt er gleichzeitig beruhigend und schmerzlindernd.
  • Ihr könnt dem Kind auch lauwarmen Kamillenblüten- oder Salbeiblättertee zu trinken geben, das hemmt die Entzündung.
  • Ein Tropfen Kamille in einem Esslöffel gutem Rapsöl kann als Zahnungsöl verwendet und regelmäßig auf das Zahnfleisch massiert werden.
  • ​Im Kühlschrank gekühlte Beißringe oder Gemüse wie Karotten helfen beim Zahnen ebenfalls.

In jedem Fall kauen zahnende Babys gerne auf etwas Hartem. Wenn eure Kinder keinen Beißring mögen, könnt ihr es mit speziellen Zahnputz-Lernsets für die ersten Zähne versuchen, manche Kinder mögen das lieber. Versucht, auf euer quengeliges Kind verständnisvoll zu reagieren, schenkt ihm jetzt mehr Liebe und Aufmerksamkeit.

Wenn es besonders schlimm wird, versucht euer Kind abzulenken. Ein Spaziergang oder einfaches Herumtragen können schon Wunder wirken. Geht auf euer Kind ein und findet heraus was am besten hilft. Sei es nun ein gekühlter Beißring oder ein nasser Waschlappen.

Hilfe aus der Apotheke

Reichen die sanften Mittel nicht aus, lasst euch vom Kinderarzt beraten und besorgt euch wenn nötig ein Mittel aus der Apotheke.

Homöopathie und Schüssler-Salze

Häufig werden homöopathische Mittel und Schüssler-Salze empfohlen, wenn Babys Probleme beim Zahnen haben. Jeder hat dazu eine andere Meinung, darüber lässt sich streiten. Am besten lasst ihr euch von Experten beraten.

Von folgenden Schüssler-Salzen heißt es, dass sie beim Zahnen helfen:

  • Calcium phosphoricum D6 soll beim Aufbau der Zahnmasse helfen und Beschwerden beim Durchbruch lindern.
  • Calcium fluoratum D12 soll bei verspätetem Zahnen helfen, indem es die Elastizität des Gewebes verbessert und so dem Zahn das Durchstoßen erleichtert.

Säuglingen unter einem Jahr werden homöopathische Globuli am einfachsten mit einem Löffel Wasser oder Tee verabreicht, ältere Kinder können sie direkt im Mund zergehen lassen. Holt euch bitte vorher Rat beim Kinderarzt! Bei zahnenden Kindern werden die Globuli Belladonna, Chamomilla und Osanit angewandt. Ein weiteres homöopathisches Mittel, das bei Unruhezuständen und Fieber helfen kann, sind Viburcol-Zäpfchen.

Viele Eltern schwören auf Bernsteinketten. Angeblich sollen sie die Schmerzen lindern und das Kind hat etwas zum Kauen. Die Wirksamkeit von Bernsteinketten ist jedoch nicht erwiesen. Im Gegenteil: Es ist gefährlich kleinen Kindern Ketten oder Armbänder umzulegen. Sie können sich damit irgendwo verfangen und hängenbleiben oder sie verschlucken sich an losen Teilen.

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