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Stillen oder Fläschchen?

von der Redaktion Veröffentlicht am 11. Februar 2008

Sie zögern zwischen Brust und Fläschchen geben oder denken darüber nach, beide Methoden miteinander zu kombinieren? Wir klären Sie über die Vor- und Nachteile auf.

Warum stillen?
Die Brust geben ist im Prinzip die natürlichste Methode um sein Baby zu ernähren. Abgesehen davon, dass die Muttermilch völlig auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt ist, bringt das Stillen noch zahlreiche weitere Vorteile mit sich - sowohl für das Baby als auch für die Mutter.

Vorteile für das Baby
- Muttermilch ist besonders gut verdaulich
- Muttermilch führt dem Baby jeweils zum richtigen Zeitpunkt seines Entwicklungs-stadiums die notwendigen Nährstoffe zu (die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich in Anpassung an die Bedürfnisse des Kindes)
- Muttermilch schützt das Baby vor: Durchfall, Kinderkrankheiten, Entzündungen von Nasen- und Rachenschleimhaut, Mittelohrentzündung, Bronchiolitis.
- Muttermilch beugt langfristig Nahrungsmittel- und anderen Allergien vor.
- Muttermilch schützt vor Diabetes.
- Stillen beugt Übergewichtsproblemen vor.
- Stillen begünstigt eine korrekte Positionierung des Kiefers…
- Psychologisch gesehen wird beim Stillen eine enge Verbindung zwischen Mutter und Baby aufgebaut, die dem Kind Geborgenheit gibt.
...und vieles mehr.

Vorteile für die Mutter:
- ein einzigartiges Gefühl innerer Erfüllung und Nähe zum Kind.
- Die Brust geben führt zur Bildung von Glückshormonen (Endorphine): ein wahres Anti-Depressivum, das vor allem im Hinblick auf den berüchtigten Babyblues nicht zu vernachlässigen ist!
- Der Gewichtsverlust verläuft ganz natürlich: Stillen führt zum Abbau der Kilos,
die während der Schwangerschaft angesetzt wurden um... unter anderem die Stillfähigkeit zu garantieren!
- Praktisch gesehen: Kein Fläschchen muss vorbereitet oder sterilisiert werden, die Milch ist immer "zur Hand" und hat stets die richtige Temperatur…:

Wie beginnt man mit dem Stillen?
- Im Idealfall sollte das Baby bereits direkt nach der Geburt an die Brust gelegt werden. In den zwei Stunden nach der Entbindung besitzt der Säugling noch den Saugreflex, der es ihm ermöglicht, die Mutterbrust instinktiv zu finden und stark zu nuckeln.
- Frühes an die Brust legen begünstigt den Milcheinschuss.
- Wird das Baby gleich an die Brust gelegt, trinkt es die so genannte Vormilch, das Kolostrum: eine dickflüssige, gelbliche Milch voller Vitamine und Antikörper.

Der Milcheinschuss
Der Milcheinschuss tritt 2 oder 3 Tage nach der Entbindung ein.
Dabei schwellen die Brüste an und werden hart. Machen Sie sich keine Sorgen wenn Sie zu diesem Zeitpunkt leichte Schmerzen in der Brust haben: Das ist ganz normal. Duschen Sie warm und massieren Sie sich dabei vorsichtig die Brüste um die Schmerzen zu lindern.
Geben Sie so oft wie möglich die Brust: Dadurch begünstigen Sie die Brustdrainage und beugen Milchstau vor. Außerdem erleichtern Sie Ihrem Baby so die Anpassung an die Außenwelt.
Bieten Sie Ihrem Baby kein zusätzliches Wasser- oder Milchfläschchen an: Das ist unnötig und bringt nur den Stillrhythmus durcheinander, der gerade dabei ist, sich langsam einzupendeln.

Die richtige Stillposition
Um erfolgreich zu stillen ist es wichtig, dass Mutter und Baby eine bequeme Position finden. Ist die richtige Stellung einmal gefunden läuft das Stillen ganz von selbst.
- Positionieren Sie Ihr Baby so, dass es Ihnen gegenüber liegt. Der Kopf muss in der Verlängerung zu seinem Körper liegen und der Brust zugewendet sein. Kopf oder Hals dürfen auf keinen Fall gebogen oder abgeknickt (z.B. in den Nacken) werden.
- Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Baby als "ein Ganzes" (d.h. Kopf + Körper) an sich heranziehen und nicht nur seinen Kopf an Ihre Brust annähern!
- Ihr Baby muss die ganze Brustwarze (oder fast) mit dem Mund umschließen. Der Unterkiefer sollte dabei weit von der Brustwarze entfernt sein.
- Die Lippen Ihres Babys müssen die Brust fest umschließen.
Durch eine richtige Stillposition verringern Sie das Risiko eines schmerzhaften oder irritierenden Stillvorgangs.
Achten Sie auch darauf, dass Ihr Baby regelmäßig schluckt. Ein kleiner Trick: Schauen Sie, ob sich das Ohr Ihres Babys regelmäßig bewegt...

Wenn Schwierigkeiten auftreten
Zögern Sie nicht, sich an eine Hilfsorganisation, z.B. an die Stillberatungsstelle des Ausbildungszentrums für Laktation und Stillen zu wenden.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Still-Artikel sowie bei der Deutschen Nationalen Stillkommission Deutschlands.

Keine Lust zu stillen? Bloß keine Schuldgefühle!
Manche frisch gebackenen Mütter produzieren nur wenig Muttermilch oder haben wunde Brüste, die das Stillen zu einer äußerst schmerzhaften Angelegenheit werden lassen. Andere Frauen möchten ihr Umfeld berücksichtigen: erst geborene Kinder, die eifersüchtig werden; ein Papa, der sich ausgeschlossen fühlt...
Es kommt aber auch vor, dass eine junge Mutter einfach kein Bedürfnis verspürt mit ihrem Baby diese intime, leicht animalische Verbindung einzugehen. Es gibt zahlreiche weitere Gründe, die eine Mutter vom Stillen abhalten können. Fühlen Sie sich also nicht schuldig! Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrer Rolle als Mutter und in Ihrer Beziehung zu Ihrem Kind wohl fühlen.
Auch die Hersteller industrieller Milch setzen heute alles daran um Müttern und Babys eine "künstliche" Milch zu bieten, die alles enthält um dem Baby die Nährstoffe zuzuführen, die es für seine Entwicklung benötigt.
Denn Eines ist sicher: Eine ausgeglichene, glückliche Mutter, die nicht stillt, ist besser als eine unglückliche Mutter, die die Brust gibt!

von der Redaktion

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