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Baby-Delfin stirbt wegen der Selfie-Gier von Touristen am Strand

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 16. August 2017

Alle wollten ein Erinnerungsfoto - doch genau das kostete den hilflosen Meeresbewohner das Leben.

Für die Strandbesucher in der süd-spanischen Region Almería war es ein echtes Spektakel und vielleicht sogar das Highlight ihrer Urlaubsreise: Eine Baby-Delfin taucht plötzlich am Strand auf. Er wird angeschwemmt und sofort sind Hunderte von Besuchern zur Stelle. Doch nicht um ihm zurück ins Meer zu helfen - sondern um ihn zu Tode zu quälen.

Natürlich nicht mit Absicht. Die Touristen am Badestrand freuten sich einfach über den putzigen Anblick und wollten gleich ein paar Fotos zur Erinnerung schießen. So wurde der gestrandete Baby-Delfin, der vermutlich seine Mutter verloren hatte, herumgereicht, damit jeder mal ein Selfie mit ihm machen konnte.

Als endlich Tierschützer vor Ort sind um einzugreifen, ist es schon zu spät: Der Stress hat den kleinen Delfin das Leben gekostet. Die Tierschutz-Organisation Equinac, die sich um gestrandete Tiere kümmert, postete auf ihrer Facebook-Seite einen Bericht über den Vorfall.

Natürlich sind es nicht die Strandgäste, die für hilflos gestrandete Tiere an der Küste zuständig sind, so die Equinac. Doch sie sollten zumindest genug Vernunft besitzen, verantwortungsvoll mit dem Tier umzugehen, statt es festzuhalten oder gar für ein Foto in die Luft zu heben.

Einige der Fotos, die die Besucher schossen, zeigten, wie Kinder unwissentlich das Atemloch des Baby-Delfins mit ihren Händen und Fingern blockierten, so dass der kleine Delfin zwischendurch nicht einmal mehr Luft bekommen konnte.

Statt an Erinnerungsfotos zu denken, ruft Equinac die Menschen zu mehr Mitgefühl auf. "Viele Menschen sind unfähig, Mitgefühl für ein verängstigtes Lebewesen zu empfinden, das Hunger hat und ohne seine Mutter unterwegs ist", schreiben die Tierschützer. "Vielleicht wären auch wir nicht in der Lage gewesen, den Delfin zu retten. Aber wir hätten es zumindest versucht."

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von Maike Schwinum