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Kinofilm "Hannah Arendt"


Barbara Sukowa spielt Hannah Arendt - Kinofilm "Hannah Arendt"
Barbara Sukowa spielt Hannah Arendt
Sie war Philosophin, Flüchtling, Jüdin - und schließlich eine der umstrittensten Frauen ihrer Zeit. Hannah Arendt. Vor allem ihre Analyse des Prozesses um den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann sorgte in den 1960er Jahren weltweit für Aufruhr. Das Buch mit dem Titel „Eichmann in Jerusalem“ ist Arendts Versuch zu erklären, wie Menschen im Nationalsozialismus unvorstellbare Grausamkeiten begehen konnten. Ein Film, der sich mit diesem Kapitel Hannah Arendts Leben auseinandersetzt, kommt jetzt in die Kinos.

gofeminin hat Regisseurin Margarethe von Trotta und Hauptdarstellerin Barbara Sukowa getroffen und mit ihnen über Hannah Arendt, die Furcht vor einer großen Rolle und die Freiheit des Denkens gesprochen.

Warum sie häufig Filme über sogenannte „starke Frauen“ macht, wird Margarethe von Trotta nicht gerne gefragt. Schließlich seien starke Männer in Filmen gang und gäbe, da frage auch keiner nach dem „Warum“. Fakt ist jedoch: Die deutsche Regisseurin hat bereits mehrfach Filme gedreht, in denen Frauen von historischer Bedeutung die Hauptrolle spielten. 1986 kam ihr Film über Rosa Luxemburg in die Kinos, 2008 verfilmte sie das Leben der Hildegard von Bingen.

Frau von Trotta, warum fiel Ihre Wahl diesmal auf Hannah Arendt?
Margarethe von Trotta:
Über "Rosa Luxemburg“ führte eigentlich ein direkter Weg zu Hannah Arendt - auch wenn ich dazwischen viele andere Filme gemacht habe. Rosa blickte noch mit Hoffnung ins Jahrhundert. Ihr Optimismus und das Vertrauen in das 20. Jahrhundert war die Grundtendenz um 1900. Und dann führt die Spur zu Hannah Arendt. Sie blickt zurück und analysiert das Jahrhundert - auf eine sehr brillante Weise. Die eine blickt nach vorn, die andere zurück - das war für mich die Klammer.

Hannah Arendt hatte ein sehr bewegtes Leben. Warum wurde ihre Auseinandersetzung mit dem Eichmann-Prozess zum Thema eines Filmes?
M.v.T: Erst wollten wir so ein richtiges Biopic machen, also nicht gerade von der Wiege bis zur Bahre, aber von ihrer ersten Begegnung mit Heidegger (Arendts Philosophieprofessor, mit dem sie ein kurze Affäre hatte, Anm. d. Red.) bis zu ihrem Tod. Dann haben wir aber schnell begriffen, dass es unmöglich geworden wäre, dem Ganzen dann noch die nötige Tiefe zu verleihen. Also haben wir uns gefragt: Was ist eigentlich das Wichtigste in Hannahs Leben als Denkerin - vor allem für Deutschland? Und das ist nun mal der Eichmann-Prozess."

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Der Hintergrund:

Adolf Eichmann war während der NS-Zeit verantwortlich für die logistische Organisation der Vertreibung und Deportation von etwa sechs Millionen Menschen. Was waren seine Motive? Diese Frage mündete für Hannah Arendt in der Feststellung von der „Banalität des Bösen“: Nicht abgrundtiefe Bosheit, sondern „schiere Gedankenlosigkeit“, gepaart mit beruflichem Opportunismus sei die Triebfeder für Eichmanns Handeln gewesen, so Hannah Arendt. Für dieses Urteil sowie weitere Aussagen, z.B. zur Mitschuld jüdischer Gemeindevorsteher, wurde Hannah Arendt heftig kritisiert. Selbst langjährige Freunde wandten sich von ihr ab. Hannah Arendts Leben war nach der Veröffentlichung ihrer Thesen nicht mehr dasselbe. Gleichzeitig veränderte ihr Denken die historische Auseinandersetzung mit dem NS-Regime grundlegend.Margarethe von Trottas Film zeigt die streitbare Philosophin vor allem als mutige Frau, die für die Freiheit des Denkens ihre berufliche Karriere und Freundschaften riskiert. Gleichzeitig gelingt es von Trotta, die Kernthesen von „Eichmann in Jerusalem“ verständlich zu vermitteln.
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Frau Sukowa, was haben Sie empfunden, als Margarethe von Trotta Ihnen die Rolle der Hannah Arendt angeboten hat?

Barbara Sukowa: Furcht - aus unterschiedlichen Gründen. Ich fragte mich: Wie will man eine Intellektuelle im Film darstellen, eine Frau, deren Leidenschaft das Denken ist, ohne dass es langweilig wird? Außerdem sollte ich ja eine Frau darstellen, die so viel intelligenter und gebildeter war als ich selbst. Hannah Arendt hat ihr ganzes Leben lang gedacht, studiert, geschrieben. Ich lebe ein völlig anderes Leben - bin Schauspielerin und habe Kinder. Natürlich war da auch die Furcht vor dem Stoff. Ich lebe in New York und habe viele jüdische Freunde. Der inhaltliche Kern des Films, das Eichmann-Tribunal, wird auch heute noch kontrovers diskutiert.

Wie haben Sie sich schließlich auf die Rolle vorbereitet?
B.S.: Nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, habe ich quasi nonstop Hannah Arendts Bücher und Briefe gelesen. Ich wollte herausfinden, wie und was sie dachte, um das Denken, was ihr das Wichtigste war, auch darstellen zu können. Ich habe aber auch sehr genau ein Fernsehinterview mit ihr studiert, um ihre Mimik und Gestik zu üben. Ich glaube, ich kam schließlich ziemlich nah an das Original heran. Aber dann haben wir uns entschieden, das alles bleiben zu lassen. Der Zuschauer sollte nicht in jeder Szene überlegen: "Sieht sie jetzt wie Arendt aus oder nicht?" Schließlich geht es nicht um Nachahmung, sondern darum, den Zuschauer dazu zu bringen, sich auf Arendts Gedankenwelt einzulassen."


Frau von Trotta, wie konnten Sie für den Film hinter der großen Philosophin den Mensch Hannah Arendt entdecken?
M.v.T.: Zum einen gibt es eine sehr gut Biographie von Elisabeth Young-Brühl, eine Studentin Hannah Arendts. Sie war die erste Zeitzeugin, die wir persönlich getroffen haben. Wir haben auch ihren letzten Assistenten, Jérôme Cohn, interviewt und Lotte Köhler, die ja als Hannah Arendts Assistentin und Freundin auch eine Figur im Film ist. Diese drei haben wir sehr oft getroffen, sodass sie fast wie unsere Familie wurden. Wir haben sie alles möglich gefragt, auch so Dinge wie „Welche Lippenstiftfarbe trug Hannah Arendt?“ Das wollten zum Beispiel die Maskenbildner wissen, als es mit den Dreharbeiten losging.“

Regisseurin Margarethe von Trotta
Regisseurin Margarethe von Trotta
Hatten Sie auch einmal Angst, die Darstellung der großen Philosophin im Film könnte schiefgehen?
M.v.T.: Natürlich hat man Angst vorm Scheitern. Aber wenn ich mir darüber viele Gedanken machen würde, würde ich am Ende nie ein schwieriges Thema angehen. Es geht gerade darum, Mut aufzubringen und es einfach zu versuchen. Einen Film über eine Philosophin zu machen, ist nicht unbedingt der Traum eines Regisseurs. Aber ich liebe Herausforderungen, und je älter ich werde, desto mehr Mut muss ich auch haben. Ich möchte nicht ins Grab sinken und denken: „Ach, hätte ich doch ...“ Man muss den Schwierigkeitsgrad mit dem Alter erhöhen, finde ich. Und dieser Film war bislang mein schwierigster.

Frau Sukowa, wie hätte es Hannah Arendt gefunden, dass jetzt ein Film über sie in die Kinos kommt?
B.S.: Ich weiß es nicht. Ihren Freunden gegenüber war Hannah Arendt sehr offen, aber ansonsten hat sie ihr Privatleben sehr geschützt. Ob es ihr gefallen hätte, dass man im Film sieht, wie sie ihren Mann küsst? Da bin ich mir nicht so sicher. Aber ich glaube, dass sie es gut gefunden hätte, dass Menschen ihre Gedanken diskutieren. Ihr war immer sehr wichtig gewesen, dass Theorien von Menschen diskutiert werden. Sie glaubte, dass erst dann eine Theorie lebendig und menschlich wird. Ich glaube, das hätte sie an diesem Film auf jeden Fall gut gefunden.


Der Film "Hannah Arendt. Ihr Denken veränderte die Welt" ist seit dem 10. Januar in den Kinos.






hes

  

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Veröffentlicht von
am 11/01/2013
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