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Als sie ihre Kaiserschnittnarbe sieht, ist sie geschockt - jetzt will sie anderen Müttern helfen

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 18. April 2017

Denn oft kommt es im Leben anders als geplant.

Ihre komplette Schwangerschaft über hatte sich Ruth Lee über die bevorstehende Geburt ihres ersten Kindes informiert. Sie las Ratgeber, besuchte Geburtsvorbereitungskurse, machte Sport und ernährte sich gesund. Mit ihrem ganzen Körper stellte sie sich auf eine harmonische, unkomplizierte und natürliche Geburt ein. Und dann kam alles ganz anders und Ruth war am Boden zerstört.

Statt auf einer Wolke aus mütterlichen Glücksgefühlen zu schweben, litt sie unter einer postpartalen Depression. Das Gefühl, ihr erstes Kind geboren zu haben, war ganz anders, als sie erwartet hatte. Ihr Körper, den sie so akribisch auf die Geburt vorbereitet hatte, sah nach einem notwendigen Kaiserschnitt plötzlich ganz anders aus. Nichts war so gekommen, wie es sich Ruth vorgestellt hatte. Und sie fühlte sich in ihrer neuen Rolle als Mutter verloren.

Erst ein Bild ihrer schmerzlichen Kaiserschnitt-Narbe brachte sie sich wieder ein Stück näher und soll nun auch anderen Müttern dabei helfen, wieder zu sich selbst zu finden.

I'm posting this tonight with tears in my eyes. I can't help it. The pregnancy and birth of my little girl was the most amazing thing I've ever been a part of. Some people don't want kids, and I respect that. Really, I do. But for me, You see, I always have. When it finally happened though, it was so hard to fully comprehend. Pregnancy and babies, I mean that's common. It's everywhere. But when it's YOUR body and YOUR baby, it's so different. You literally feel like it's a miracle. Because, when it happens to you, it is. What brings me to Instagram tonight, is the post-baby. I followed SO many pregnant models during my pregnancy. And when they photographed themselves pool-side 5 minutes postpartum, I thought, "wow! I hope that happens to me!" I was 25 when I gave birth. I was healthy. I was young. I stayed active during my pregnancy. I took the best prenatals, went to the gym, used every kind of stretch mark prevention you could think of. I took hours of birthing classes, read every book under the sun, and studied natural childbirth my whole pregnancy. I STILL ended up with a traumatic labor, cesarean section, scars, stretch marks, and unfortunately the inability to breastfeed long term. I took this picture a few days after I gave birth, when my PPD really first reared its head into my life. I took this and actually was horrified. I couldn't believe it was me. I'm sharing it because I know in my heart that there are people out there that struggle with inadequacy. That might think they are not beautiful, that they might be ruined, less worthy, or not good enough. Yours might not actually be physical scars, but maybe, a failed relationship, a difficulty in your career, a mental struggle, money issues, or just feeling lost in life. Be kind to yourself. And know that you are not alone. Comparison is the thief of joy. Don't let social media taint your view of what is beautiful, what is REAL. And above all, know that if you are struggling, I am here. I have an open inbox or (if you actually know me) an open door. #stopcensoringmotherhood #nofilter

Ein Beitrag geteilt von Ruth Lee (@baybayruth) am 23. Feb 2017 um 22:32 Uhr

[...] Was mich heute zu Instagram führt, ist meine Zeit nach der Geburt. Während meiner Schwangerschaft folgte ich hier so vielen schwangeren Models. Und wenn sie sich fotografiert haben, am Pool, gefühlte 5 Tage nach der Geburt, dachte ich nur: "Wow, ich hoffe, mir geht es ähnlich."

Ich war 25 bei der Geburt. Ich war gesund. Ich war jung. Ich habe die Schwangerschaft über Sport gemacht. Ich habe die besten Vitamine genommen, bin ins Fitnessstudio gegangen, habe jedes Produkt verwendet, um Dehnungsstreifen zu vermeiden. Ich habe Stunden in Geburtsvorbereitungskursen verbracht, jedes Buch gelesen, das es gibt, und die "natürliche Geburt" förmlich studiert.

Und trotzdem endete es bei mir mit einer traumatischen Geburt, einem Kaiserschnitt, Narben, Dehnungsstreifen und leider darin, dass ich nicht über längere Zeit stillen konnte.

Ich habe dieses Bild ein paar Tage nach der Geburt gemacht, als meine postnatale Depression sich so richtig zeigte. Ich habe es gemacht und war starr vor Entsetzen. Ich konnte nicht glauben, dass ich das sein sollte. Ich teile das heute, weil ich weiß, dass es da draußen jede Menge Leute gibt, die sich unzulänglich fühlen. Die glauben, sie seien nicht schön, sie seien ruiniert, weniger wert oder nicht gut genug.

Vielleicht sind deine Narben nicht körperlich, vielleicht ist es eine gescheiterte Freundschaft, etwas in deinem Job, etwas, mit dem du zu kämpfen hast, Geldprobleme oder einfach nur, das Gefühl, im Leben verloren zu sein. Aber sei nett zu dir selbst. Du bist nicht allein. Hör auf dich mit anderen zu vergleichen, das raubt dir den Spaß! Lass dir nicht von sozialen Netzwerken sagen, was schön ist oder was echt ist.

Und denke immer daran: Wenn du mit etwas kämpfst, dann bin ich hier. Ich habe immer ein offenes Ohr oder (wenn ihr mich tatsächlich kennt) immer eine offene Tür. #HörtAufMutterschaftZuBewerten #NoFilter

Ruth hatte ihre Schwangerschaft von Anfang an durchgeplant, bis hin zur perfekten natürlichen Geburt. Und als alles anders kam, war sie am Boden zerstört. Sie war zum einen geschockt davon, dass gerade ihr das passieren musste, aber auch davon, wie sehr sie sich selbst unter Druck gesetzt hatte. Sie hatte sich von anderen sagen lassen, wie ihre Schwangerschaft und auch die Geburt zu laufen hat.

Doch genau das war ihr Fehler, wie sie heute einräumen kann. Nicht alles im Leben ist planbar und eine Geburt gehört in den meisten Fällen dazu. Niemand von uns funktioniert einfach, niemand von uns ist besser oder schlechter als der andere. So individuell wie wir sind, sind wir perfekt. Und genau deshalb sollten wir uns nicht ständig mit anderen vergleichen.

von Anne Walkowiak