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Eltern lassen ihre Kinder Kunst zerstören - SO krass reagiert der Künstler

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 7. August 2017
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Ein Schwamm, der Hass und Rassismus aufsaugen soll. Eigentlich eine wirklich schöne Idee. Doch in Augsburg sorgte die Kunstaktion vor allem für jede Menge Ärger.

Ein riesiger, gelber Spülschwamm, als Zeichen gegen Hass und Rassismus - und zwar nicht als hinter Glas und Türen verschlossenes Kunstwerk, sondern mitten in der Stadt. Die Idee dahinter?

"Niemand kann sich dran verletzen oder stoßen, er federt alle Einwirkungen ab, er gibt nach, behält aber stets seine Form. Der Anti-Hass-Schwamm saugt das Böse symbolisch auf. Ein friedliches und stilles Objekt, was zum Diskutieren einladen soll", erklärt der 36-jährige Künstler Michel Abdollahi sein ungewöhnliches Kunstobjekt.

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Und so wurde der Anti-Hass Schwamm im Rahmen des diesjährigen Friedensfests in mehreren deutschen Städten auf öffentlichen Plätzen ausgestellt. Dabei wurde bewusst auf Absperrungen verzichtet, denn Kunst, so Abdollahi, "solle keine Angst machen, sondern einladen, sich damit zu beschäftigen."

Dennoch machten aufgestellte Schilder das Objekt als Kunstwerk deutlich. So auch in Augsburg. Doch was hier passierte, damit hätte der Künstler sicher nicht gerechnet.

Innerhalb kürzester Zeit wurde der Schwamm, der vor einem Einkaufszentrum aufgestellt worden war, von spielenden Kindern in seine Einzelteile zerlegt. Sie rissen ziegelsteingroße Blöcke aus dem Schwamm, die dann über den Platz verteilt liegen blieben. Nach weniger als 24 Stunden war der Schwamm vollkommen zerstört.

Der Künstler zeigte sich anschließend erschrocken über das, was in Augsburg passiert war. Dabei ging es ihm wohlgemerkt nicht um die Kinder selbst. Denn die trifft keine Schuld, sie wissen es schließlich nicht besser. Vielmehr beklagt er das Verhalten der Eltern.

"Viele Eltern standen teilnahmslos daneben, rauchten oder beschäftigten sich mit ihrem Handy. Dass ihre Kinder gerade öffentlich Vandalismus betrieben, interessierte sie kaum. Dass ihre Kinder den ganzen Platz mit Schaumstoff verschmutzen, genauso wenig", schreibt der Künstler später auf seiner Facebook-Seite.

"Keiner bückte sich, um auch nur ein Stück Schaumstoff zu entsorgen, obwohl der Mülleimer daneben stand. Keiner ermahnte sein Kind. Ganz im Gegenteil. Die Kinder wurden auf dem Schwamm geparkt, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, warum dieses Objekt hier steht."

Natürlich geht es Abdollahi nicht um den Schwamm, der zerstört wurde. Sondern vielmehr darum, was das Verhalten der Eltern über unsere Gesellschaft aussagt. "​Die Kinder trifft keine Schuld. Aber die Eltern. Erwachsene beobachten seelenruhig wie etwas zerlegt wird."

Der offene Brief des Künstlers auf Facebook sorgt für jede Menge Wirbel. Viele Menschen stimmten ihm zu, aber es gab auch eine Menge Hasskommentare und sogar Drohungen. Dennoch will sich Abdollahi nicht von seinem Tun abbringen lassen.

Denn letztlich, so der Künstler, hat der Schwamm seinen Job getan: "Es wurde unfassbar viel Hass auf den Schwamm projiziert und der hat alles geduldig aufgesaugt." Und: Die nächsten Städte haben schon Interesse an seinem Schwamm angemeldet. Der Anti-Hass Schwamm wird also weiterhin seinen Dienst tun.

Was denkt ihr über das, was in Augsburg geschehen ist? Ist das Verhalten der Eltern in Ordnung oder hat Abdollahi mit seiner Kritik recht?

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