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Die Ärzte geben ihrem Baby keine Überlebenschance - doch sie bringt es trotzdem auf die Welt

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 9. Januar 2017
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Abbey Ahern wollte ihr todkrankes Kind auf die Welt bringen, um anderen zu helfen.

Als Abbey Ahern in der 19. Woche schwanger ist, bekommt sie von den Ärzten die Horrornachricht: Ihr Baby leidet an einer Fehlbildung des Gehirns und wird nach seiner Geburt nicht lange überleben. Die zweifache Mutter muss sich entscheiden, ob sie das Kind abtreiben oder bis zum Schluss austragen will.

"Eines der schwierigsten Dinge, die ich je gemacht habe", so die 34-Jährige im Gespräch mit dem Online-Portal 'Good Housekeeping'. "Wir hofften von Beginn an, sie lebend per Kaiserschnitt zur Welt bringen zu können. Wir wollten wenigstens noch einige schöne Erinnerungen an unser Mädchen."

Der Grund für Abbeys schwere Entscheidung ist die Tatsache, dass sie und ihr Ehemann die Organe ihrer Tochter spenden wollen und so anderen helfen wollen. "Sie schien der perfekte Spender. Abgesehen von ihrem Gehirn war sie kerngesund", meint die Amerikanerin.

Es ist wohl kaum vorstellbar, wie sich die Eltern am Tag der Geburt ihrer Tochter gefühlt haben. Annie, wie sie die Kleine taufen, gibt bei ihrer Geburt kaum einen Ton von sich. "Ich erinnere mich, wie ich ihre Hand hielt und mein Gesicht gegen ihres presste. Ich konnte sie gar nicht genug küssen", erzählt Abbey. "Wir wussten nicht, wie lange Annie leben würde, aber wir wussten, dass unsere Zeit kurz sein wird."

Die Zeit ist tatsächlich kurz - gerade einmal 14 Stunden und 58 Minuten lebt Annie, ehe sie friedlich in den Armen ihrer Mutter stirbt ."Wenn sie schon sterben musste, dann bin ich froh, dass es in meinen Armen passierte", so die Mutter. "Ihr ganzes Leben war umgeben von Liebe, Freude und Frieden. Da gab es kein Leid, auch nicht, als sie starb."

© Instagram / abbeyahern

Am Ende sind es leider "nur" Annies Herzklappen, die für andere Patienten gespendet werden können. Die übrigen Organe haben zu großen Sauerstoffmangel erlitten, können aber für weitere Untersuchungen verwendet werden. Trotzdem war der gesamte Prozess für Abbey ein großer Trost.

"Das hatte eine unglaublich heilende Wirkung auf mich. Zu wissen, dass mein Baby Leben gerettet hat", sagt sie. "Wir wussten, dass sie eine Aufgabe im Leben hat, auch wenn sie nicht für diese Welt gemacht wurde." Zwei Jahre nach Annies Tod wurden Abbey und ihr Ehemann erneut Eltern eines kleinen Mädchens.

"Annie's Geschichte ist eine voller Hoffnungen. Ich denke, es zeigt den Menschen, dass auch in der tiefsten Tragödie noch Schönheit liegen kann. Wir sollten Annie nicht behalten - ihre Geschichte sollte geteilt werden. Und das werde ich auch solange ich lebe."

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