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Sie verkraftete ihren krebsbedingten Haarausfall nicht - bis ihrer Mutter dasselbe widerfuhr

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 19. April 2017

"Die eigene Perspektive ändert sich, wenn man jemanden anschaut, den man so sehr liebt."

An Krebs zu leiden und die Strapazen der Behandlungen durchzustehen, ist schwer und verlangt den Betroffenen sowohl körperlich als auch psychisch einiges ab. Für viele Krebspatienten gehört der Verlust der Haare, der mit der Chemotherapie einhergeht, zu den einschneidendsten Erlebnissen beim Kampf gegen den Krebs. Der kahle Kopf macht die Krankheit erst so richtig für die Außenwelt sichtbar.

Frauen ebenso wie Männer sehen Haare als Teil ihrer Identität an. Volles glänzendes Haar ist noch dazu ein Schönheitsideal. Wenn man plötzlich hilflos mit anschauen muss, wie sie nach und nach ausgehen, kann das auf die Psyche und das Selbstbewusstsein schlagen.

So erlebte es auch Kelly Epps. Als sie während ihrer Chemotherapie ihre Haare verlor, war sie am Boden zerstört. Sie fand sich selbst hässlich und konnte den Anblick im Spiegel nur schwer ertragen - bis ihrer Mutter dasselbe widerfuhr.

Auch Kellys Mutter bekam die Diagnose Krebs und verlor nach einer Stammzelltransplantation ihre Haare. Doch als Kelly ihre nun ebenfalls kahle Mutter betrachtete, sah sie nicht etwa eine kranke, gebrochene Frau, sondern sie sah Stärke und Schönheit.

Der Anblick ihrer Mutter, die gegen den Krebs kämpfte, machte Kelly deutlich, dass die Sorgen wegen ihrer Haare völlig unwichtig waren. In einem Facebook-Post auf der Seite 'Love What Matters' spricht die junge Frau über ihre Erlebnisse:

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Im letzten Herbst begann ich meine Chemotherapie. Meine Haare zu verlieren fühlte sich so an, als würde ich einen Teil von mir selbst verlieren. Fortan kämpfte ich damit, mich "hübsch" zu fühlen. Egal wie viel Schminke ich trug oder wie schön ich mich anzog, ich fühlte mich nackt und nicht wie ich selbst. Als wäre es nicht körperlich schwer genug, eine Chemo durchzustehen, übertraf der emotionale Kampf das an vielen Tagen noch. In den Spiegel zu schauen und zu sehen, was die Chemo meinem Körper angetan hat, kann brutal sein. Eine ständige Erinnerung an den Kampf, den du gerade durchstehst.

Meine Gefühle bezüglich meiner Glatze und des Schönseins haben sich seitdem geändert. Meine Mutter bekam als Teil ihrer Krebsbehandlung eine Stammzelltransplantation. Dabei verlor auch sie ihre Haare. Alles, was ich sehe, wenn ich sie anschaue, ist Schönheit und Stärke. Die eigene Perspektive ändert sich, wenn man jemanden anschaut, den man so sehr liebt - im Gegensatz dazu, wenn man dasselbe an sich selbst sieht. Meine Mutter strahlt Schönheit aus. Meine Mutter strahlt Stärke aus. Wie kann ich mich selbst anders ansehen als sie?

Das alles gemeinsam durchzumachen ist ein Segen. Wir spenden einander jeden Tag Kraft. Wir bestreiten dieselben Kämpfe und haben immer jemanden zum Reden, der es versteht. Schwere Tage können mit einem einzigen Anruf von meiner Mama besser werden. Wir sind so gesegnet. Und stark. Und wunderschön. Ja, das kann ich jetzt sagen. Wir sind kahl UND wunderschön.

Hunderte Menschen sprachen Kelly in den Kommentaren ihren Zuspruch und Lob für ihre ehrlichen Worte aus. Denn obwohl das Schicksal Kellys Familie gleich zweimal traf, ist das Mutter-Tochter-Duo froh, dass sie einander haben während dieser schweren Zeit.

Und auch andere betroffenen Menschen finden in der Geschichte Trost und wissen, dass sie in ihrem Leiden nicht alleine sind. Hut ab vor so viel Mut und Ehrlichkeit.

von Maike Schwinum
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