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Rebecca Lolosoli Frauendorf

  

'Mama Mutig' Rebecca Lolosoli hat nie aufgehört, für Gleichstellung und Frauenrechte zu kämpfen © Madre - Rebecca Lolosoli Frauendorf
'Mama Mutig' Rebecca Lolosoli hat nie aufgehört, für Gleichstellung und Frauenrechte zu kämpfen © Madre
Rebecca Lolosolis Spitzname ist 'Mama Mutig'. Weil sie das erste Frauendorf Kenias gründete und sich traute, Frauenunterdrückung und weiblicher Genitalverstümmelung den Kampf anzusagen. Redakteurin Sabrina Först hat sie in Köln getroffen und sich die Lebensgeschichte einer besonderen Frau angehört, die Gewalt erlebte, vieles riskierte, aber in Afrika etwas scheinbar Unmögliches geschafft hat.

Rebecca Lolosoli kommt auf mich zu, sie ist eine große Frau. Ihre Tracht schwingt mit jedem Schritt. Sie trägt einen rot-gelben Rock und einen gleichfarbigen Umhang darüber, der mit Mustern und Perlen bestickt ist und bei jeder ihrer Bewegungen rasselnde Geräusche macht. Ebenso farbenprächtig und auffällig ist ihr Hals-und Kopfschmuck. Doch so traditionell ihre Kleidung und der Schmuck auch sein mögen - Rebecca Lolosoli und das, was sie zu erzählen hat, könnte kaum moderner sein.

'Umoja': Schutz für die Schutzlosen
Rebecca Lolosoli, 1962 als eines von sechs Kindern in Kenia geboren, lebt Emanzipation. Und das an einem Ort, an dem man es so gar nicht erwartet: In einem kenianischen Wüstendorf haben Frauen ihr ganz eigenes Lebensmodell entwickelt. Im Dorf 'Umoja‘ (Suaheli für 'gemeinsam‘) leben circa 50 Frauen, die Gewalt erlitten, vergewaltigt oder verstoßen wurden, schwanger und hilflos waren oder zwangsverheiratet wurden. Auch Mädchen, an denen Genitalverstümmelungen begangen wurden, finden in 'Umoja' Schutz. Es ist ein Zufluchtsort, an dem die Frauen gemeinsam leben und arbeiten.

"Ob schwarz oder weiß, ob afrikanisch oder nicht, alle Frauen finden in 'Umoja' Hilfe", erzählt Rebecca Lolosoli. Die Spanne der hier ansässigen Frauen reicht vom Mädchenalter zur Großmutter. Die Frauen organisieren sich selbst, haben ihre eigenen Regeln und Gesetze und nehmen diejenigen auf, die Hilfe benötigen. Davon gibt es in Kenia zwar viele, doch nur wenige schaffen es, aus alten Rollen und Traditionen auszubrechen. Aus diesem Grund will Rebecca Lolosoli ihr Frauendorf publik machen - um denen, die den Schritt aus dem gewohnten Umfeld wagen, eine Perspektive zu geben.

Geschlagen und geflohen
Rebecca Lolosoli ist die Dorfchefin. Sie gründete das Dorf, das am Rande des Samburu-Nationalparks liegt, vor 22 Jahren. 1990 legte sie gemeinsam mit anderen Frauen den Grundstein für 'Umboja'. Damals lebten hier 15 Frauen, die von ihren Männern verstoßen wurden, nachdem sie Vergewaltigungsopfer britischer Soldaten oder Opfer häuslicher Gewalt geworden waren.

Auch Rebecca selbst erlebte Gewalt. Als sie sich als junge Frau entschlossen hatte, die Herrschaft der Samburu-Männer über ihre Frauen nicht länger hinzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, zog sie den Hass der patriarchischen Stammes-Männer auf sich. Sie erzählt, wieso sie ihren Mann verließ: "Mein eigener Mann war kein schlechter Mensch. Wir heirateten, als ich 18 war. Das Problem war, dass mich einige Männer aus dem Dorf nicht mochten, weil sie mich als aufmüpfig empfanden und nicht wollten, dass ich meinen Schmuck verkaufte. So wie mein Schwiegervater etwa."

Mit ruhiger Stimme schildert sie, was ihr widerfahren ist: "Diese Männer haben mich geschlagen und bestohlen. Als ich anfing, über Hilfe für Vergewaltigungsopfer zu sprechen, nutzten sie eines Tages die Abwesenheit meines Mannes und schlugen mich halbtot. Mein Mann reagierte darauf überhaupt nicht. Ich erkannte, dass ich hätte sterben können und etwas nicht richtig war in dieser Beziehung und meiner Familie. Da beschloss ich, ihn zu verlassen und für meine Rechte zu kämpfen.”

Frauenrechte - was ist das?
Seit diesem Tag hat Rebecca Lolosoli an ihrem Glauben an die Gleichstellung von Mann und Frau in der traditionellen Samburu-Gesellschaft festgehalten und an dem Aufbau eines Frauennetzwerks gearbeitet. Ein langer Weg: "Wir waren ungebildet und hatten keine Ahnung von so etwas wie Frauenrechten. Erst nach und nach begriffen wir, dass es diese Rechte gibt und dass man sich dafür einsetzen muss. Heute weiß ich, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Manche spüren es einfach, andere müssen es erst lernen. Ich lernte es von anderen. Eines Tages wacht man auf und realisiert, dass man die Augen für seine Probleme öffnen muss."

> Seite 2: Keine Rechte, Vergewaltigungen, Verstümmelungen




Sabrina Först

 
  

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Veröffentlicht von
am 20/06/2012
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