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Serienstart über vier Mädels in New York

Neue Serie 'Girls': Als säße man im Gynäkologensessel

„Sex and the City“ der neuen Generation: Schnell, scharfsinnig, unbequem und zum Schreien komisch. © glitz - Neue Serie 'Girls': Als säße man im Gynäkologensessel
„Sex and the City“ der neuen Generation: Schnell, scharfsinnig, unbequem und zum Schreien komisch. © glitz
So wäre 'Sex and the City' im Jahr 2012: Carrie steckt in einem unbezahlten Verlagspraktikum, Charlotte ist Jungfrau im Online-Dating-Dschungel auf der Suche nach 'Mister geht-so', Miranda fängt ein neues Bachelorstudium an, weil es zu viele Juristen auf dem Markt gibt, und Samantha hat eine Handvoll Geschlechtskrankheiten und ebenso viele Schwangerschaftsabbrüche hinter sich. Niemand hätte Eigentumswohnungen, niemand würde in Manhattan wohnen, höchstens in Brooklyn oder gleich New Jersey - in einer Vierer-WG.

Und damit willkommen in der neuen US-amerikanischen Serie „Girls“, die am 17. Otober auf dem neuen Bezahlsender 'glitz' startet. Abgesehen von der Tatsache, dass es um vier Frauen in ihren Zwanzigern im Big Apple geht und der US-Garant für Erfolgsserien, der Bezahlsender HBO, seine Hände im Spiel hat, haben 'Girls' und 'Sex and the City' nichts gemein. Trotzdem oder gerade deshalb ist 'Girls' so verdammt großartig.

Hannah ist eine angehende Schriftstellerin, klug, aber unsicher. Vor einem Date sagt sie ihrem Spiegelbild: „Du kommt aus New York und bist dadurch von Natur aus interessant. Du bist nicht dafür verantwortlich, die Sprechpausen zu füllen.“ Diese Unsicherheit versucht sie durch kaum glaubwürdige und dadurch sympathische Arroganz zu kaschieren. Sie trägt süße Hipster-Kleidchen im Vintage-New-Girl-Look, die ihr nicht halb so gut stehen, wie ihrer Freundin Jessa. Denn sie gehört zu den Frauen, die selbst einen Müllsack zu einem Fashion-Statement machen.

Sie fragt höflich nach Gehalt und wird höflich auf die Straße gesetzt
Hannah führt ein Tagebuch, was sie von ihren Freunden vehement als Notizbuch bezeichnet haben möchte: „Tagebuch klingt nach einer 13-Jährigen, die gern reitet und von ihrer Mutter besessen ist“. Sie steckt in einem unbezahlten Jahrespraktikum in einem kleinen Verlag, hält eine höfliche „Bezahlt mich bitte ein bisschen“-Rede und wird ebenso höflich auf die Straße gesetzt. Ihre Eltern teilen ihr nicht weniger höflich via Skype mit, dass ihr Uniabschluss zwei Jahre her ist und sie nicht mehr für sie aufkommen wollen. Sie solle erwachsen werden und keinem Schriftstellertraum aus Teeangertagen nachjagen. Bähm.

Hauptfigur Hannah: „Ich habe noch genug Geld, um dreieinhalb Tage in New York zu überleben. Sieben, wenn ich das Mittagessen weglasse.“ © glitz
Hauptfigur Hannah: „Ich habe noch genug Geld, um dreieinhalb Tage in New York zu überleben. Sieben, wenn ich das Mittagessen weglasse.“ © glitz
Die Idee zur Serie hatte die Hauptdarstellerin Lena Dunham selbst. In Interviews erklärt sie, dass sie ihre Generation in Serien wie 'Sex and the City' oder 'Gossip Girl' nicht wiederfindet. Sie wollte etwas Normales oder zumindest Normaleres: Für die heutigen Mittzwanziger, die sich mit schlecht bezahlten Jobs oder ihrer Nicht-Existenz herumplagen und den übertrieben hohen Mietpreisen. In einer Szene stellt Hannah fest: „Ich habe noch genug Geld, um dreieinhalb Tage in New York zu überleben. Sieben, wenn ich das Mittagessen weglasse.“ Die Stimme einer ausgelaugten und von der Wirtschaftskrise gebeutelten US-Generation.

Dazu gehört auch Jessa, die Bohemian-Queen aus Europa, die ihr Lebenskünstler-Dasein mit Babysitting finanziert. Sie kommt mit einem britischen Akzent fabulös daher, schleppt gleichsam fabulöse Hipster und alte Rocker ab, bis sie feststellt, dass einer der Rocker ihr Boss ist - dessen Kinder sie sittet.

Und da ist Shoshanna, die tatsächlich jedes Klischee eines New Yorker Girls erfüllt und - das ist das Großartige an ihrer Rolle - auch erfüllen soll. Shoshanna ist wie ein liebevoller Seitenhieb gegen all die mit Karamell überzogenen zuckerwattesüßen High-School-Sweetheart-Perfect-Love-Streifen der US-Filmindustrie. Sie spricht ununterbrochen, beginnt ihre Sätze mit „Like“, trägt rosafarbene Jogginganzüge, liebt Facebook, hat ein „Sex and City“-Poster in ihrem Zimmer und ist noch Jungfrau. Dann raucht sie auf einer Party ausversehen Crack statt Marihuana. Eine der witzigsten Szenen überhaupt.

Penis-Foto auf dem Smartphone
Hauptdarstellerin Dunham schrieb für die Serie 'Girls' auch die Drehbücher, und war Produzentin und Regisseurin zugleich. Das alles vor ihrem 26. Geburtstag. Kein Wunder, dass sie von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert wird. Die teils absurden Situationen, in die die jungen Frauen geraten, sind scharfsinnig, chaotisch, unangemehn und zum Schreien komisch.

Und dann sind da noch die Männer. Hannahs männlicher Ab-und-zu-Sexpartner Adam ist das, was man im Englischen als 'weird' bezeichnen würde. Ein bisschen asozial, politisch unkorrekt und frauenfeindlich. Er schickt Hannah ein iPhone-Foto von seinem Penis, um ihr danach per SMS zu erklären, dass das Bild eigentlich nicht für sie gedacht war. Er stemmt Gewichte und tanzt ohne den Hauch eines Taktgefühls. Irgendwo zwischen Hipster und Nerd. Die meiste Zeit läuft er mit freiem Oberkörper und grauem Slip durch die Wohnung, meldet sich gern zwei Wochen lang nicht und holt sich, pardon, vor Hannah einen runter, um parallel unsexy Sexy-Talk zu betreiben.

Kein guter Sex, eine verdammt gute Serie
Während dieser und anderer Sexszenen läuft keine Musik, die den Zuschauer in eine emotionale Richtung lenken soll. Die Szenen sind nackt und irgendwie beklemmend. Als würde man bei einer gynäkologischen Untersuchung zuschauen. Oder säße selbst auf dem Stuhl. Es ist beklemmend, weil es so ungewohnt ehrlich ist. Es ist erfrischend neu, offensichtliche Bauchspeckrollen der Hauptdarstellerin zu sehen und ihre unperfekten, ganz normalen, nicht besonders großen Brüste. Ein - und das ist das Zauberwort - normales Bild eines undefinierten jungen Paares, was guten Sex als eine Mischung aus kitschigem Liebesfilm und Porno versteht.

Keine Manolos, keine Cosmopolitans, keine übertriebenen Jobs mit noch übertriebeneren Gehältern. Und kein guter Sex. Aber eine verdammt gute Serie. Carrie aus 'Sex and the City' hat übrigens nur einmal richtig schlechten Sex. Mit dem Schriftsteller Burger, aber auch nur ganz kurz bevor das Liebesspiel dann doch fabulös wird, begleitet von der obligatorischen loungigen Saxophon-Musik. Bei 'Girls' gibt es kein Saxophon. Ein Saxophon ist so Neunziger.




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Veröffentlicht von der Buzz-Redaktion
am 16/10/2012
Die Lesernote:5/5 
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