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Sexueller Missbrauch: Wie eine einzige Nachricht das erschreckende Ausmaß zeigt

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 16. Januar 2018

Der Hashtag #MeToo zeigt seit dem Wochenende, wie häufig sexueller Missbrauch und sexuelle Belästigung wirklich vorkommen. Die Zahlen schockieren uns.

Es scheint, als habe der Missbrauch-Skandal um Film-Produzenten Harvey Weinstein einen längst überfälligen Stein ins Rollen gebracht. Seitdem öffentlich wurde, dass Weinstein über Jahre hinweg Schauspielerinnen sexuell belästigt und missbraucht haben soll, wird nicht nur in Hollywood, sondern weltweit über sexuelle Übergriffe diskutiert. Schauspielerin Alyssa Milano liefert mit dem Hashtag #MeToo erschreckende Zahlen.

"Wenn du sexuell belästigt oder missbraucht wurdest, schreibe 'Ich auch' als Antwort auf diesen Tweet", schreibt Milano bei Twitter. Ihrem Post hängt die Schauspielerin ein Bild an, das erklärt, worum genau es gehen soll:

Ich auch.

Vorschlag von einem Freund: "Wenn alle Frauen, die jemals sexuell belästigt oder missbraucht wurden, 'Ich auch' in ihren Status schreiben würden, würden wir den Menschen vielleicht vermitteln können, welches Ausmaß das Problem hat.

Das grundlegende Problem nämlich, welches Weinstein und andere Sexualstraftäter ausnutzen und worauf Milano und viele mehr aufmerksam machen wollen, ist die Angst der Opfer. Im Falle Weinstein waren es junge, aufstrebende Schauspielerinnen, die sich mit einem schlechten Wort über den Produzenten nicht ihre Karriere verbauen wollten. Im Alltag sind es Frauen wie du und ich, die nicht als "Lügner" dastehen oder "hysterisch" wirken wollen. Die vielleicht einfach beschämt sind, über das, was ihnen widerfahren ist. ​Sie sind Opfer von Gewalt und schweigen darüber, aus Angst vor den Folgen für sich selbst.

Doch damit muss Schluss sein! Alyssa Milanos Tweet hat innerhalb weniger Stunden über 30.000 Antworten erhalten. Die meisten von ihnen schrieben einfach nur #MeToo.

​Und diese 30.000 sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn jeden Tag werden Frauen (und Männer) auf der ganzen Welt belästigt und missbraucht. Und viele von ihnen haben nicht den Mut oder die Möglichkeit, den Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Deshalb müssen wir Opfer wissen lassen, dass sie nichts falsch gemacht haben. Wir müssen sie wissen lassen, dass wir sie unterstützen. Wir müssen sie wissen lassen, dass niemand sie dafür verurteilt, zum Opfer geworden zu sein. Wir müssen sie wissen lassen, dass das, was ihnen widerfahren ist, nicht ihre Schuld ist. Wir müssen sie wissen lassen, dass wir alles in unserer Macht stehende tun, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

​Und wir müssen Täter zur Verantwortung ziehen!

Hilfe für Frauen, die Opfer eines Übergriffs geworden sind, gibt es beispielsweise beim Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland.

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