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Wie ungefährlich sind Globuli wirklich? 10 Kinder sollen bereits nach der Einnahme gestorben sein

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 28. Februar 2017
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Wer immer dachte, die kleinen weißen Kügelchen seien ungefährlich, wird nun scheinbar eines Besseren belehrt.

Globuli galten lange Zeit als ungefährliches "Medikament". Die Wirkung der kleinen weißen homöopathischen Kügelchen war fragwürdig und konnte medizinisch nicht nachgewiesen werden. Es herrschte aber der Glaube vor, dass, weil eigentlich kein Wirkstoff in Globuli enthalten ist, sie auch keinen Schaden anrichten könnten. Doch 10 Todesfälle von Kindern in den USA stehen jetzt in direktem Zusammenhang mit der Einnahme von Globuli gegen Zahnungsschmerzen.

Globuli zählen hierzulande zur Alternativmedizin. Die in den Kügelchen oder Zäpfchen enthaltene Substanz basiert meist auf Haushaltszucker. Daneben enthalten sie einen sehr stark verdünnten Bestandteil eines Wirkstoffes. Dieser Wirkstoff ist so stark verdünnt, dass ihm medizinisch keine Wirkung mehr zugeschrieben werden kann. Weil sie so völlig unbedenklich scheinen, greifen Eltern immer wieder zu Globuli, wenn ihre Kinder Beulen, Durchfall oder eben Schmerzen beim Zahnen haben.

Doch in einem aktuellen Bericht der amerikanischen 'Food and Drug Administration' (FDA) wird davon berichtet, dass es zwischen 2006 und 2016 über 400 Fälle gab, in denen starke Nebenwirkungen nach der Einnahme von Globuli auftraten, die Kleinkindern das Zahnen erleichtern sollten. In 10 Fällen scheint das homöopathische Mittel sogar zum Tode geführt zu haben.

Im Fokus der Untersuchung der FDA stehen Globuli, die Tollkirsche (Belladonna) enthalten haben. Ersten Untersuchungen zu Folge sei die Konzentration der Tollkirsche in diesen Produkten zu hoch gewesen.

​"Die Antwort des Körpers auf Tollkirsche bei Kindern unter zwei Jahren ist unvorhersehbar und setzt die Kinder einem unnötigen Risiko aus", so Janet Woodcock von der FDA. Abgeschlossen ist die Untersuchung in den USA noch nicht, dennoch sprach die FDA eine Warnung vor homöopathischen Mitteln mit Belladonna aus.

Wie die amerikanische Arzneimittelbehörde einräumt, wurden die jetzt zu untersuchenden Präparate​ vor Markteinführung nicht geprüft. Dieses Vorgehen ist in den USA nicht unüblich. In Deutschland sind die meisten Homöopathika allerdings apothekenpflichtig. Das heißt, dass der Hersteller eine Prüfung (durch Studien oder Ähnliches) seines Mittels beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nachweisen muss.

Ob ein Produkt in Deutschland zugelassen wurde, kann man am Beipackzettel erkennen. Dieser wird bei geprüften Globuli eingeleitet mit: „Die Anwendungsgebiete leiten sich aus den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehört: […]“

Für die hierzulande in der Apotheke erhältlichen Globuli mit Bestandteilen der Tollkirsche besteht keine Gefahr.
Und wenn ihr mehr zum Thema Homöopathie wissen wollt, schaut am besten hier nach.

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