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Steven Spielberg im Interview zu 'Gefährten'

© Dreamworks - Steven Spielberg im Interview zu 'Gefährten'
© Dreamworks
Herr Spielberg, können Sie uns erklären, wie Sie den Stoff von 'Gefährten' überhaupt entdeckt haben? Es handelt sich dabei ja um ein Buch und ein Theaterstück.

Steven Spielberg: Kathy Kennedy entdeckte es für mich. Sie hatte das Stück im Londoner West End gesehen und erzählte mir davon, wie sehr sie das Stück bewegt hatte. Darauf flog Stacey Snider, die Chefin meiner Firma 'DreamWorks', hin und sah es sich ohne mich an. Sie war mit Kathy völlig einer Meinung, was das für eine kraftvolle Geschichte sei. Die Puppen auf der Bühne waren bezaubernd und auf eine bestimmte Weise die Stars der Aufführung. Aber wir wussten, wenn wir diese Geschichte erzählen wollten, müssten es echte Pferde sein, keine Nachbildungen oder Marionetten. Anschließend haben wir ein Kaufangebot im Voraus gemacht, noch bevor ich es gesehen hatte - allein aufgrund der Geschichte, die mir wirklich gefiel.

Sie haben im englischen Dartmoor gefilmt - wie verliefen die Dreharbeiten in dieser doch sehr speziellen Landschaft?

Steven Spielberg: Dartmoor war früher einmal eine Waldfläche mit großen, stolzen Bäumen, aber die fällte man hunderte Jahre zuvor und es wuchsen niemals wieder neue. Ich war nicht vorbereitet auf die wunderbare Verwüstung, die diese Moore bieten. Aber der Himmel über dieser Landschaft ist so dramatisch wie unsere Geschichte. Wir haben jede Art von Himmelsschattierung gesehen, die man sich nur vorstellen kann. In der Geschichte bedeutet das Land alles für die Menschen. Diese Familie könnte ohne ihr Land nicht überleben. Sie sind dem Land ergeben, auch wenn sich das Land ihnen nicht immer ergibt.

© Dreamworks
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'Gefährten' spielt zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. Haben Ihnen britische Crew-Mitglieder und Schauspieler ihre Familiengeschichten aus dieser Zeit erzählt?

Steven Spielberg:
Ja, sie alle besaßen Angehörige, die gekämpft hatten. Die britische Crew hat mir ständig Geschichten über ihre Großeltern und Urgroßeltern erzählt, die im Ersten Weltkrieg an der Front standen. Sie kannten all ihre Geschichten, die man sich von einer Generation zur nächsten weitererzählte.

'Gefährten' kann auch mit großartigen Kostümen auftrumpfen. Für diese verantwortlich war Joanna Johnston. Können Sie ihre Arbeit beschreiben?

Steven Spielberg:
Joanna hat wirklich Unglaubliches geleistet mit ihrer akribischen Recherche, was die Deutschen trugen, was die Briten trugen, wie die Uniformen aussahen und welche Helme die Deutschen aufsetzten. Zu Beginn des Krieges, 1914, hatten die deutschen Soldaten noch Spitzen auf ihren Helmen, und in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges gingen sie über zu den traditionellen Helmen, die man dann auch aus dem Zweiten Weltkrieg kennt.

Joanna ging zum Imperial War Museum und verbrachte eine Menge Zeit mit den Nachforschungen, um diese Kostüme bis auf den Faden genau so aussehen zu lassen, wie sie viele Jahrzehnte zuvor genäht wurden.

© Dreamworks
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Wie war die Stimmung im Team? Wie kamen die Schauspieler miteinander zurecht?

Steven Spielberg:
'Gefährten' ist nicht nur die Geschichte eines Jungen und eines Pferdes, sondern auch die Geschichte von sehr vielen unterschiedlichen Menschen. Und dies war eines der besten Schauspieler-Ensembles, mit denen ich jemals arbeiten durfte. Es ist ein Ensemble, in dem manche Charaktere niemals richtig miteinander in Erscheinung treten, und trotzdem bleibt schließlich der Eindruck, sie waren alle gemeinsam daran beteiligt. Ich bin wirklich stolz darauf, dass so viele gute Darsteller sich so verausgabt haben für uns, obwohl sie niemals miteinander spielen konnten.

> Steven Spielbergs emotionales und bildgewaltiges Epos 'Gefährten' ist ab dem 16. Februar in den deutschen Kinos zu sehen.


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jw

  

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Veröffentlicht von
am 11/02/2012
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