Interview: Tim Bendzko zum neuen Album 'Am seidenen Faden'

  

© Paul Ripke - Interview: Tim Bendzko zum neuen Album 'Am seidenen Faden'
© Paul Ripke
Als ich morgens meiner Kollegin vom bevorstehenden Interview mit Tim Bendzko vorschwärme, stoße ich auf Unverständnis:

"Tim wer?"
"Na der mit den blonden Locken! Der Sänger aus Berlin!"
"Kenne ich nicht."
"Der, der aussieht wie Matthias Schweighöfer."
"Ach der. Nee, Moment. Wer?"
"Tim Bendzko, Mensch. Nur noch kurz die Welt retten und so!"
"Ah, ja, okay, jetzt weiß ich wen du meinst. Was ist mit dem?"

Der hat ein neues Album rausgebracht - und zwar schon sein zweites. 'Am seidenen Faden' heißt es und ist bepackt mit 14 neuen Songs in bester Bendzko-Manier. Und wer bisher, wie meine Kollegin, mit dem Namen Bendzko nichts oder nicht viel anfangen konnte, der sollte seine Ohren spitzen - und das nicht nur, weil sein Album von Null auf Eins in die Charts eingestiegen ist.

Als ich den smarten 28-Jährigen in Köln zum Interview treffe, erkenne ich ihn schon von weitem und das sogar von hinten - und zwar an seiner Frisur! In lässiger Trainingsjacke, Shirt und Jeans sitzt er auf einer Bank in der Sonne und plaudert. Als er vor mir steht, bin ich kurz verwundert: Tim überragt mich um einen Kopf. Das passiert mir mit meinen 1,76 Meter selten, außerdem habe ich mir den Sänger immer eher klein vorgestellt. Was ich mir auch vorgestellt habe: dass ich mit ihm über seine Texte und die Gefühle, die darin stecken, reden kann. Schließlich ist er dafür bekannt, Emotionen in seinen Songs auf den Punkt zu bringen. Ob sich diese Erwartung erfüllt? Mehr dazu im Interview!

Kannst du dir vorstellen, dass deine Musik traurig macht, weil sie schmerzhafte Erinnerungen wachrüttelt?
"Also ich glaube ja wirklich alles, aber nicht, dass meine Songs traurig machen, ganz im Gegenteil!"

Findest du sie denn nicht sehr melancholisch?
"Nur, weil ein Song melancholisch ist, ist er nicht traurig. Die meisten meiner Songs machen eher Mut."

Erst zwei Fragen, doch mir schwant langsam, dass das hier nicht leicht wird. Bin ich die einzige, die bei Tim Bendzkos Liedern schwermütig bis traurig wird? Ich versuche es mal von der anderen Seite:

Kennst du das denn von dir selbst, dass bestimmte Songs bestimmte Emotionen in dir freisetzen?
"Ja, Musik kann alles Mögliche in mir auslösen, in alle Richtungen. Man muss gut auswählen, was man hört."

© Paul Ripke
© Paul Ripke
Was für Bands sind das, die das bei dir schaffen?
"Ach, unterschiedliche, ich denke da an keine bestimmte."

So richtig ist irgendwie nichts rauszubekommen über die emotionale Seite des Mannes, der Frauen scharenweise zum Kreischen bringt. Wie kann das sein? Jemand, der solche Texte schreibt, muss doch auch über diese reden können. Ich starte noch einen Versuch, diesmal über die Arbeit an sich:

Wie schaffst du es, dass deine Songtexte den schmalen Grat zum Kitsch nicht überschreiten?
"Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung, wie ich das mache. Ich verlasse mich da grundsätzlich auf meine Gefühl."

Sein Gefühl! Da haben wir es!

Was genau meinst du damit?
"Wenn sich etwas gut und richtig anfühlt, dann lasse ich es so. Aber ich kann nicht sagen, warum mir manche Sachen einfallen und frage mich oft, wie ich auf manches gekommen bin."

Schon wieder eine Sackgasse. Ich probiere es einfach mal über einen Song, der von Sehnsucht spricht. Er heißt 'Auch, wenn es gelogen ist'. Für mich geht es da eindeutig um Zwischenmenschliches. Für Tim Bendzko aber nicht:

"Der Song hat eine gewisse Grundironie, denn hier geht es einfach nur ums Einkaufen, um etwas total Belangloses also."





jw

 
  

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Veröffentlicht von
am 10/06/2013
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