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Alek Wek: Nomadenkind
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Alek Wek: "Nomadenkind" - Leseprobe 2

 
Alek Wek: "Nomadenkind" - Leseprobe 2

KAPITEL 3 - FORTSETZUNG
...einschlief. Als ich erwachte, erfüllte der Geruch des Todes die Luft. Ich hätte mich am liebsten übergeben. Dann kam meine Mutter herein. »Alek, was trödelst du hier rum? Es wird Zeit aufzustehen«,sagte sie. Sie beugte sich über mich und meine Geschwister und machte eine ungeduldige Handbewegung, die bedeutete, »Beeilt euch, Mädchen«. Ich öffnete die Tür und ließ das Sonnenlicht herein. Einen Moment lang sah die Welt schön aus. Die Bananenstaude unseres Nachbarn raschelte im Wind, und eine hohe Palme zeichnete sich im Morgenlicht ab. Wie üblich hatten sich die Kühe meiner Mutter im Hof aufgestellt und warteten darauf, dass man sie zur Weide hinausführte. Inzwischen rührte sich mein Vater auf seinem Einzelbett und versuchte hochzukommen. Er war erst um die vierzig, bewegte sich aber wie ein alter Mann. Nachdem er die ganze Nacht auf dem Boden verbracht hatte, musste ihm seine Hüfte unbeschreiblich weh getan haben, aber er gab keinen Laut von sich, während er sich langsam zu seiner vollen Größe aufrichtete. Er räkelte sich, sagte »guten Morgen« und schaltete das Radio ein. Gewöhnlich hörte er BBC, aber manchmal schaltete er nachmittags auf den Rebellensender, ganz leise. Meine Familie hatte im Grunde nichts mit Politik zu tun. Da die Rebellen der SPLA meist aus dem Süden kamen, wo wir lebten, und meistens Dinka waren wie wir, behandelten sie uns ei54 nigermaßen fair. Meine Eltern waren vermutlich eher geneigt, sie zu unterstützen, aber als Familie versuchten wir, jedem aus dem Weg zu gehen, der ein Gewehr trug. Es lohnte sich nicht, sich auf eine Seite zu stellen. Im Radio sagte man, dass die Stadtverwaltung alle Bewohner Waus aufforderte zu fliehen. Die Lage sei einfach zu gefährlich. »Als ob wir das nicht wüssten«, sagte meine Mutter. Ich hielt den Saum meines Kleides hoch, als ob ich mich schützen wollte, und ging mit meiner Schwester vorsichtig in den Hof. Alles wirkte so friedlich, dass wir es wagten, zum Tor zu gehen und hinauszuschauen. Die Menschen gingen bereits die Straße hinunter und trugen Bündel auf dem Kopf. Der Exodus hatte begonnen. Dann zeigte mir meine Schwester ein paar Einschusslöcher, die das Holz unseres mit Zink überzogenen Tors zersplittert hatten. »Mama, schau dir das an«, riefen wir. Meine Mutter sah es sich an und schüttelte den Kopf. Dann deutete sie auf ein Loch im Boden, an der Stelle, an der ein Milizsoldat sein Gewehr abgestellt hatte. »Bajonett«, war alles, was sie sagte. Nachdem wir wieder ins Haus zurückgekehrt waren, berieten sich meine Eltern. So taten sie es immer. Sie besprachen alles und kamen zu einer Einigung. Es inspiriert mich noch heute, wenn ich zurückdenke, wie meine Mutter und mein Vater so gut miteinander kommunizierten und zusammenhielten, um all die Probleme, die auf sie einstürmten, zu bewältigen. Einmal hörte ich, wie meine Mutter sagte: »Es reicht jetzt – ich kann es nicht mehr ertragen.« Dann bemerkte sie, dass ich zuhörte und senkte die Stimme. Als sie ihr Gespräch beendet hatten, wandte sich mein Vater an uns. Er war blass, aber seine Augen blitzten feurig. »Wir werden uns noch heute auf den Weg aufs Land machen. Hier ist es für uns nicht mehr sicher.« Sein Ton verriet, dass wir keine Wahl hatten. Meine Eltern hatten in ihrer Kindheit und Jugend im Sudan alle möglichen Kriege erleben müssen. Seit die britischen Kolonialherren meinem Land 1956 die Unabhängigkeit gewährten, regierten im Sudan Militärregimes, die die islamische Revolution unterstützten, obwohl es im Land – dem größten Afrikas – eine Menge verschiedener Stämme und Religionen gab. Es war nicht einfach, einen gemeinsamen Nenner zu fi nden. Als meine Eltern eine Familie gegründet hatten, mussten sie in die Nachbarländer Kongo, Uganda, Zentralafrikanische Republik und Liberia fliehen. Und jetzt würden sie wieder zu Flüchtlingen werden. Falls diese Aussicht sie traurig machte, ließen sie uns das jedenfalls nicht spüren.




  
  

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Veröffentlicht von der Buzz-Redaktion
am 06/11/2007
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