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Alek Wek: Nomadenkind
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Alek Wek: "Nomadenkind" - Leseprobe 4

   
Alek Wek: "Nomadenkind" - Leseprobe 4

KAPITEL 3 - FORTSETZUNG

Das Erstaunliche war, dass es unseren Eltern gelang, uns das Gefühl von Sicherheit und Behaglichkeit zu vermitteln, was beweist, dass Behaglichkeit eine Geisteshaltung ist. An jenem Morgen, an dem ich mein hübschestes Kleid trug – ein mit Blumen bedrucktes Baumwollkleid mit einer elastischen Taille, das wir einst auf dem Markt gekauft hatten –, fühlte ich mich wohl. Es war sehr schlicht. Dieses Kleid und meine Sandalen waren alles, was ich anhatte. Keiner von uns nahm etwas zum Wechseln mit, nicht einmal persönliche Dinge. Bevor wir aufbrachen, musste sich meine Mutter von ihrem Vieh verabschieden. Die Kühe waren wie ihre Kinder: Jedes einzelne Tier hatte einen Namen, und sie konnte ihre Gesichter selbst von weitem auseinanderhalten. In der Dinka-Kultur spielt das Vieh von jeher eine besondere Rolle und bildet auch einen Teil unserer Identität. Einer unserer Mythen beinhaltet Folgendes: Als unser Gott namens Nhilac die Dinka schuf, stellte er uns vor die Wahl, entweder Vieh zu halten oder ein geheimnisvolles Unbekanntes. Die Dinka entschieden sich für das Vieh, da es Wohlstand und Würde bedeutete. Das hat uns Dinka ein sehr starkes Selbstbewusstsein verliehen, das noch heute von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Ich weiß, dass es mir geholfen hat, bei allen Schwierigkeiten, mit denen ich in meinem Leben fertig werden musste, optimistisch zu bleiben. Heutzutage, nachdem so viele Dinka ausgewandert sind, hat sich die Kultur gewandelt. Wir erleben eine Menge anderer Arten von Wohlstand, die wir im Süden des Sudans nicht kannten, angefangen bei der Londoner Toilettenspülung bis zu den Sportwagen der Prominenten. Das Vieh ist für mich und andere Auswanderer aus dem Sudan jedoch nach wie vor als Symbol wichtig. Wenn ich über all das nachdenke, was durch den Krieg zerstört und verändert wurde, denke ich an ein Zitat von Ariathdit, einem Dinka-Propheten des frühen 20. Jahrhunderts. Um die Jahrhundertwende warfen ihn die britischen Kolonialherren während ihrer Eroberung des Landes wegen Aufwiegelung ins Gefängnis. Nachdem sie ihn wieder freigelassen hatten, sagte er: »Piny nhom abi riak mac«, was bedeutet: »Das Land mag wohl verwüstet sein, es bleibt dennoch unversehrt.« Während des Bürgerkriegs haben wir vielleicht viel verloren, aber die Dinka-Kultur wurde nie zerstört. Genau so dachte meine Mutter. Deshalb hatte sie im Voraus einen Mann engagiert, der ihre Viehherde in ihr Dorf bringen sollte, wenn der Zeitpunkt gekommen war, da wir fl iehen mussten. Auch wenn sich alles um uns herum verändern sollte, würde sie unsere Familienkultur bewahren. Im Dorf würde das Vieh wirklich wertvoll sein. Wir könnten die Kühe melken oder sogar eine von ihnen verkaufen, wenn es sein musste. Sie würden uns auch eine Art Selbstwertgefühl verleihen und eine geistige Verbindung zu unserer Vergangenheit herstellen. An dem Morgen, an dem wir unser Haus hinter uns ließen, konnte sich meine Mutter in aller Ruhe von ihrem Vieh verabschieden, da sie wusste, sie würde es bald wiedersehen. Obwohl wir es eilig hatten, vor Einbruch der Dunkelheit uns so weit wie möglich von den Kriegswirren zu entfernen, sprach sie liebevoll jede Kuh mit Namen an, streichelte sie und versicherte ihr, dass alles gut werden würde. Ich schwöre, dass die Kühe sie verständnisvoll anblickten. Wenn ich nicht völlig überzeugt davon gewesen wäre, dass meine Mutter mich noch mehr als ihre Kühe liebte, wäre ich eifersüchtig geworden. Ich glaube, sie hätte nie und nimmer aus Wau fliehen können, wenn sie nicht gewusst hätte, dass für ihre Kühe gesorgt und sie sie bald wiedersehen würde.




  
 

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Veröffentlicht von der Buzz-Redaktion
am 06/11/2007
Die Lesernote:5/5 
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