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Alek Wek: Nomadenkind
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Alek Wek: Leseprobe aus ihrer Biographie "Nomadenkind"

 
Alek Wek: Leseprobe aus ihrer Biographie "Nomadenkind"

KAPITEL 3

Nachdem die Bewaffneten gegangen waren, starrte ich in die Dunkelheit. Der Mond zeigte sich nicht, und wir zündeten auch die Öllampen nicht an, aus Angst, das Licht könne von draußen gesehen werden. Also konnte ich nichts erkennen. Meine kleine Schwester dagegen schnarchte auf dem Boden neben mir und nahm nichts um sich herum wahr. Das Geschützfeuer hielt mich wach, da ich fürchtete, die Miliz könnte zurückkommen. Es roch überall nach Schießpulver. Männer schrien durcheinander. Jedes Mal, wenn eine Kuh im Hof schnaubte, dachte ich, jemand klettere über die Mauer. Ich zog meinen Bauch ein, presste mich an den kalten Zementfußboden und machte mich so dünn wie ein Brett. Wenn die Kugeln kamen, so dachte ich, würden sie so direkt über mich hinwegschwirren. Vor zehn Jahren wich ich den Kugeln in einer kleinen, von Angst geschüttelten Stadt aus, und heute posiere ich in erlesenen Haute-Couture-Klamotten für Modemagazine. Doch in jener Nacht träumte ich nicht von Paris oder London, ich hatte nicht einmal eine Ahnung, wo New York lag. Und ich hatte auch keinen blassen Schimmer, dass ich mich demnächst auf der Flucht befi nden würde. Sowohl die Rebellen als auch die Regierung wollten den Flughafen in Wau beherrschen, was sie mit Gewehren, Bomben, Knüppeln und sonstigen Waffen versuchten. Ich wusste, wenn meine Familie in diesen Kampf hineingeriet, würden wir alle umkommen. Die Milizsoldaten waren die Schlimmsten von allen. Sie schlenderten die unbefestigten Straßen entlang. Aus einem Stereogerät schmetterte Michael Jackson seinen Song »Thriller«, während sie jeden ausraubten, der ihnen in die Finger geriet. Ungeniert bestahlen sie Familien. Sie erschossen Menschen, die auf dem Weg zum Markt waren und raubten die paar Münzen, die sie für Lebensmittel vorgesehen hatten. Viele der Milizsoldaten waren selbst noch Kinder. Als ich auf den Sonnenaufgang wartete, stellte ich mir vor, wie die Soldaten, die Rebellen und die Milizsoldaten sich gegenseitig angriffen. Ich hatte bereits Leichen gesehen, also wusste ich, was geschah, wenn jemand erschossen wurde. In meiner Vorstellung schossen sie so lange aufeinander, prügelten aufeinander ein und traktierten einander mit Fußtritten, bis sie alle tot waren – und wir in Ruhe schlafen konnten. Doch ich fand keinen Schlaf. Ich schwankte zwischen Stoßgebeten und meiner Phantasie hin und her und versuchte, einfach nicht auf das zu achten, was außerhalb unseres Hauses geschah. Ich dachte an ein Foto in einer Zeitschrift, die ein ausländischer Entwicklungshelfer in meiner Schule zurückgelassen hatte. Es zeigte ein ockerfarbenes Haus in einem Wald aus hohen Kiefern am Ufer des Meeres, irgendwo weit von Afrika entfernt. Das Esszimmer hatte hohe Glaswände, der Tisch war für ein Festessen gedeckt und mit einer großen Vase mit Sonnenblumen geschmückt. Das Licht auf diesem Foto war ein weiches Gelb, und es wirkte so friedlich. Ich fragte mich, ob Leute wirklich so lebten oder ob es nur ein Phantasiegebilde war. Das schrille Zischen einer 122-mm-Katjuscha-Rakete ließ mich aufspringen. Was wäre, wenn eine Rakete direkt durchs Dach in unser Zimmer fallen würde? Ich hätte eigentlich zur Toilette gemusst, aber ich beherrschte mich, obwohl es mir Schmerzen bereitete, doch ich traute mich nicht hinaus. Weitere Katjuschas wurden abgefeuert, dieses Mal noch näher. Als sie explodierten, bebte die Erde. Plötzlich herrschte Totenstille, was noch beängstigender war als das Zischen der Raketen. Ich war davon überzeugt, dass wir sterben würden. Ich war so müde, dass ich irgendwann zwischen diesem Gedanken und dem Krähen der Hähne...


Die Hörprobe:


 
 


  
  

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Veröffentlicht von der Buzz-Redaktion
am 06/11/2007
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