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Kristall-Erbin als Popsternchen

Victoria S Swarovski

Victoria S: S wie Swarovski © Sony Music - Victoria S Swarovski
Victoria S: S wie Swarovski © Sony Music
Der Name klingt beinahe unanständig: Victoria S. Fehlt nur noch eine verruchte Telefonnummer dazu ... Tatsächlich verbirgt sich hinter S Swarovski und hinter dem blonden, langbeinigen Mädchen, das zwischen ihren Gesten artig die Hände in den Schoß legt und ihrem Manager Tischmanieren beibringt, eine Erbin des Kristallimperiums: Victoria ist die Tochter von Alexandra und Paul Swarovski.

Doch trotz märchenhafter Erbaussichten - das Swarovski-Familienvermögen wird auf mehr als eine Milliarde geschätzt - versucht sich die 17-Jährige nun abseits der Welt von geschliffenem Kristallglas. Gerade aus dem Internat im bayrischen Rosenheim heraus, hat Victoria ihre zweite Pop-Single herausgebracht: 'There Is A Place For Us', der Soundtrack zur aktuellen deutschen Version von 'Die Chroniken von Narnia' (im Kino seit 16. 12. 2010).

Die Geschichte der Victoria S: Macht der Name die Karriere? 
Auf den ersten Blick ist es eine leichte Geschichte: Verwöhntes reiches Mädchen will Sängerin werden, reiche Mami ist erst dagegen, reicher Papi zieht dann doch die Strippen - fertig ist die Popkarriere! Da passt hinein, dass Victoria ihr erstes Demoband im Studio eines väterlichen Freundes aufgenommen hat. Und dass ihre erste Single 'One In A Million' von einem bekannten australischen Songwriter geschrieben wurde. Mit dem goldenen Löffel im Mund geboren...

Noch ist Victoria Schülerin auf einem Internat. © Sony Music
Noch ist Victoria Schülerin auf einem Internat. © Sony Music
Auf den zweiten Blick jedoch entpuppt sich der bisher zwar recht kurze Weg der Victoria S als ganz schön steinig. Und Victoria selbst nicht nur als ausgesprochen unprätentiös, sondern auch von einer angenehmen Manierlichkeit, dass man sich Benimm-Regeln für alle Stars wünscht. Schade nur: Auf Fotos, CD-Hüllen und in ihren Videos wirkt das frische Mädchen geradezu auswechselbar.

Mit ihren 17 Jahren wählt sie ihre Worte sorgsam, sie fragt höflich nach, ob sie ihr Gegenüber duzen darf, und warnt: "Nicht die Tasche auf den Boden legen, das bringt finanzielles Unglück!" Weisheiten aus dem Leben der erfolgreichsten Unternehmerfamilie Österreichs.

Im Supermarkt mit Mario Barth: "Ich fing einfach an zu singen!"
Victoria Swarovski weiß genau, was der Liter Milch im Laden kostet. Genau den wollte sie vor rund zwei Jahren in einem Münchner Supermarkt kaufen, als plötzlich Mario Barth vor ihr stand. "Mir fiel nichts Besseres ein, also habe ich einfach angefangen, ganz laut zu singen!", erzählt sie heute. "Darauf sagte Mario zu meiner Mutter: Singen kann die Kleene, ja wohl, wa?" Es folgten eine Einladung nach Berlin, ein Auftritt in der Mario Barth Show - und der Plattenvertrag bei Sony.

Doch bis dahin hatte Victoria bereits etliche Gesangsstunden hinter sich, hatte die Nachmittage und Wochenenden durchtrainiert, und wenn die Geschwister Ferien machten, war sie beim Intensivworkshop. "Ich will das wirklich!", wollte sie damit allen zeigen.

Seit sie 12 ist, hat Victoria S den Wunsch, Sängerin zu werden. Als erste Amtshandlung schrieb sie an die Produzenten ihrer Lieblingsstars: Fergie, Justin Timberlake, Beyoncé... die ganz Großen eben! Nur einmal kam eine Anwort zurück: Es sei geradezu frech, dass sie weder Demoband noch Fotos mitgesandt hätte. Erst jetzt vertraute sich Victoria ihren Eltern Alexandra und Paul Swarovski an, die mittlerweile geschieden sind.

Strenge Mama Swarovski: Victoria S ist ihre Lieblingsmusik
Victoria S singt den Titelsong der Chroniken von Narnia © Sony Music
Victoria S singt den Titelsong der Chroniken von Narnia © Sony Music
"Mein Vater sagte nur: Vici, es gibt so viele gute Sängerinnen, traust du dir das zu? Meine Mutter war total dagegen."
Heute gibt Alexandra Swarovski auf ihrem Facebook-Profil "Victoria S" als Lieblingsmusik an. Die Mutter ist heute eine der wichtigsten Personen in Victorias blutjunger "Glamour-Pop"-Karriere, wie sie ihren Musikstil nennt. "Sie sagt mir ehrlich die Meinung: zum Gesang, aber auch zu meinen Outfits. Das brauche ich sehr!"

Bewusst hat sie in ihren Künstlernamen den Namen Swarovski nicht aufgenommen. "Die Menschen sollen sich wegen meiner Musik für mich interessieren, nicht wegen meines Namens", wünscht sie sich und weiß selbst, dass das nicht geht. "Ich will zumindest versuchen, meine Karriere nicht einfach nur auf dem Nachnamen aufzubauen."

Irgendwo findet sie dann auch wieder zu ihrem Erbe zurück, so sehr sie auch damit hadert. "Meine Vorfahren und Verwandten haben sehr hart für das gearbeitet, was sie erreicht haben. Das soll mir immer ein Vorbild sein."

Mehr zu Victoria S gibt's auf ihrer Webseite.


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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 06/01/2011
Die Lesernote:3/5 
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