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Not sorry: Warum wir aufhören sollten, uns ständig zu entschuldigen

Maike Schwinum
von Maike Schwinum Veröffentlicht am 18. Mai 2017
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Gehört ihr auch zu den Frauen, die sich für die falschen Dinge entschuldigen?

Schon von klein auf bringen uns unsere Eltern bei, wie wichtig es ist, dass man sich entschuldigt, wenn man einen Fehler macht. ​Es gehört dazu wie "Bitte", "Danke" und das Händewaschen vorm Abendessen. Doch kann es sein, dass wir uns im Erwachsenenalter zu oft entschuldigen?

Ich erwische mich ständig dabei, wie ich mich für Dinge entschuldige, obwohl es gar nicht nötig ist. Zum Beispiel bevor ich eine Frage stelle oder jemanden um etwas bitte. Oder wenn jemand in der U-Bahn gegen mich stößt. Oder wenn ich anderer Meinung bin als mein Gegenüber. Oder, oder, oder...

​Eigentlich würde ich mich als eine ziemlich starke und unabhängige Frau bezeichnen, die sich nicht so leicht unterbuttern lässt. Warum habe ich also diese schlechte Angewohnheit, verbal den Schwanz einzuziehen und mir dauernd Schuld einzugestehen, die keine ist?

Bloß nicht anderen auf die Füße treten

Tatsache ist, dass es vielen Frauen so geht - und ja, es betrifft zumindest gefühlt ausschließlich das weibliche Geschlecht. Als gehöre das regelmäßige Entschuldigen fest zu unserer Form der Höflichkeit und deshalb beginnen und enden so viele unserer Gespräche mit "Entschuldigung" oder "Sorry." Wir leben in ständiger Angst, anderen auf die Füße zu treten.

Vielleicht liegt es daran, dass wir als Frauen von Kindertagen an gelernt haben, nicht zu stören, nicht zu laut zu sein, nicht zu viel Platz einzunehmen. Am besten nur lächeln und hübsch aussehen. Vielleicht gilt das nicht für alle - aber bestimmt für alle, denen es so geht wie mir und die heute diese lästige Angewohnheit pflegen.

Der feine Unterschied zwischen den Geschlechtern

Entschuldigen sich Frauen also tatsächlich mehr als Männer? Eine Studie des britischen Journals 'Psychological Science' hat das zumindest vor einigen Jahren bestätigt. Sofort fragen wir uns natürlich, woran das liegt. Wehren sich Männer gegen das Entschuldigen, um nicht "schwach" zu erscheinen?

Nein, das ist es nicht, so die Studie. Laut den Wissenschaftlern haben Frauen "eine geringere Schwelle", wenn es darum geht, welches Verhalten Anstoß erregen könnte und entschuldigen sich deswegen häufiger.

Karina Schumann, eine der Forscherinnen der Studie, erklärt: "Wenn sie denken, dass sie etwas falsch gemacht haben, entschuldigen sich Männer genau so oft wie Frauen. Sie denken aber weniger häufig, dass sie etwas falsch machen."

Kopf hoch, Brust raus, Ladys!

Die meisten Frauen leben also mit einer Art angeborenem schlechten Gewissen. Aber ich sage: Schluss damit! Die schlechte Angewohnheit des ewigen "Es tut mir leid" sollten wir ebenso knallhart loslassen wie die letzten Zigaretten oder das Fingernägel-Kauen.

Natürlich dürfen und sollten wir uns für unsere tatsächlichen Fehler entschuldigen, wie jeder andere Mensch auch. Aber, liebe Mädels, entschuldigt euch nicht mehr dafür, wenn ihr euch euren Teller etwas zu voll macht, ein wenig zu laut lachen müsst oder euch wehrt, weil ihr falsch behandelt werdet.

Klar stößt ihr damit vielleicht mal jemanden vor den Kopf. Schließlich ist man es doch von dem "schwächeren" Geschlecht gewohnt, dass es sich im Zweifel klein macht. Aber bei aller Höflichkeit müssen wir auch lernen ab und zu mal mit erhobenem Haupt zu erklären: "Dafür entschuldige ich mich nicht."

Denn wie schon Astrid Lindgren sagte: "Sei frech und wild und wunderbar!"

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