Häusliche Gewalt gegen Frauen | |||||||||
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Vorschnelles Verurteilen ist fehl am Platze. Die Gewalttätigkeit eines geliebten Menschen ist sowohl für Opfer als auch Täter ein kompliziertes Konstrukt, das nicht eindimensional gesehen werden darf. Häusliche Gewalt ist - leider - keine Seltenheit. Laut der Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehung" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat „jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren im Verlauf ihres Lebens mindestens einmal körperliche und / oder sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner erlebt.“ Und die Gewalt zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Häusliche Gewalt: Seele und Körper Dabei geht es nicht nur um körperliche Gewalt. Unter häuslicher Gewalt ist jede Form von physischer und psychischer Gewalt zu verstehen. Die Studie des Bundesministeriums belegt: „Die von Gewalt und Übergriffen betroffenen Frauen haben ein breites Spektrum unterschiedlich schwerer Gewalthandlungen durch den Partner erlebt. Neben körperlicher und sexueller Gewalt haben sie auch psychische Gewalt in Form von extremer Eifersucht, Kontrolle und Dominanz, verbalen Aggressionen und Drohungen durch den Partner erlebt.“ Drohungen und permanente Erniedrigungen sind keinesfalls als "weniger schlimm" als körperliche Gewalt anzusehen. Ihre Folgen sind für die Frau traumatisierend. Die Anfänge sind schleichend: Anfangs wollen sich die betroffenen Frauen nicht als Opfer von Gewalt sehen. Sie versuchen sich die Gewaltausbrüche des Partners logisch zu erklären und zu entschuldigen. Kommt es in der ersten Verliebtheitsphase zu Anzeichen von Unterdrückung, interpretieren viele Frauen das besitzergreifende, aggressive Verhalten des Mannes als Zeichen seiner Liebe und Leidenschaft. Manchmal ist auch ein heftiger Streit der Auslöser, bei dem ihm „die Hand ausrutscht“. Zeigt er sich danach reumütig und zerknirscht, ist der Vorfall oft schnell vergessen. Alles scheint noch im eher harmlosen Rahmen. Und doch kann es der Einstieg in eine unaufhaltsame Gewaltspirale sein. Klima der Angst Durch die psychische und körperliche Gewalt entsteht in der Partnerschaft nach und nach ein Klima der Angst. Die Frau ist stets bemüht, alles zu tun, um den Täter nicht erneut zu verärgern. Wenn sie gehorcht, ist ihr Partner zufrieden und behandelt sie gut, glaubt sie. Gleichzeitig gibt es aber auch schon für kleine Nichtigkeiten Gewaltandrohungen und Prügel, sodass das Zusammenleben für die Frau unberechenbar wird. Durch diese permanente Angst und den Druck, es ihm Recht machen zu wollen, wird die Frau mehr und mehr zermürbt. Ihre Widerstandskraft wird mit der Zeit untergraben, bis sie keine Gegenwehr mehr leistet. Das Perfide: Die Frauen suchen die Schuld für die Gewalt bei sich und nicht beim Partner. Frau Dr. Frauke Höllering, Allgemeinärztin in Arnsberg mit Schwerpunkt Psychosomatik und Sexualmedizin, sagt: „Gründe dafür, dass die Frauen bleiben, gibt es viele. Hauptgrund ist leider oft, dass die betroffenen Frauen sich selber eine Mitschuld geben: 'Wäre ich pünktlich nach Hause gekommen. Hätte ich das Essen rechtzeitig fertig gehabt'." Der Partner wird auch dann in Schutz genommen, wenn er unter vermeindlichem Stress oder Drogen stand. Aber körperliche und verbale Misshandlungen können nicht durch Alkohol, Stress oder einen Streit entschuldigt werden. Keine Besserung Viele Frauen brauchen lange, bis sie sich eingestehen, dass ihr Partner ihnen gegenüber gewalttägig ist. Natürlich könnten sie nach der ersten Ohrfeige gehen. Aber wenn der Partner sich entschuldigt und Reue zeigt, hoffen viele, dass er sich ändert. In den meisten Fällen ein Trugschluss. > Häusliche Gewalt: Druck, Gehorsam und Isolation fr | |||||||||
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Inhaltsverzeichnis
Häusliche Gewalt: Wenn der geliebte Mensch zuschlägt
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