Die Entwicklung der Untreue |
|
GoFeminin.com: Warum widmen Sie sich
in jüngster Zeit verstärkt dem Thema Untreue?
Willy Pasini: Weil Menschen heute viel mehr fremdgehen als früher! Untreue hat sich in den letzten Jahren sehr weit verbreitet, das zeigt sich täglich im Gespräch mit meinen Patienten. Und um Untreue behandeln zu können, muss ich sie erst mal verstehen. Also wollte ich zunächst wissen, was der wahre Motor ist, der die Menschen antreibt, ihre Ehepartner zu hintergehen.
Wir betrügen mehr und sprechen auch mehr darüber…
In der Tat. Früher sprachen nur Männer
unter Männern über ihre Seitensprünge,
um voreinander zu prahlen. Heute haben Frauen gelernt, stärker ihren Wünschen
zu folgen. Sie sind viel mehr imstande als vorher, zu bekennen, dass sie in ihrer Beziehung unbefriedigt sind und sich deshalb einen Liebhaber halten. Überall in den Medien und auf den Titelseiten wird uns von der Untreue der Prominenz berichtet. Die Stars stehen mehr und mehr zu ihren außerehelichen Abenteuern und werden so zu „Vorzeige-Ehebrechern“.
Verhalten sich Frauen und Männer hinsichtlich der Untreue gleich?
Das Verhalten nähert sich tendenziell an. Die Zahl der Frauen, die mindestens einmal in ihrem Leben untreu geworden sind, steigt stetig. Wenn wir all den angestrengten Studien zum Thema Glauben schenken dürfen, haben Frauen bereits die 50%-Grenze überschritten (bei den Männern sind es 70 bis 80%). Frauen bevorzugen aber eher heimliche, stabile Zweitbeziehungen, wohingegen Männer in erster Linie Sex suchen. Natürlich existieren auch „Männer verschlingende“ Frauen, aber diese sind in der Minderheit von nur 10%.
In welcher Altersgruppe beobachten Sie Untreue am häufigsten?
Zwischen 30 und 40 Jahren. Mit 20 Jahren haben wir zu Beginn einer Beziehung noch Illusionen und wollen an die absolute Treue glauben. Aber zwischen 30 und 40 Jahren messen Paare der Selbstverwirklichung viel mehr Bedeutung bei. Später im Alter kann sich das Paar wiederfinden und inniger und verbundener sein als je zuvor.
|