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GoFeminin.com: Ist Untreue grundsätzlich schlecht für die Paarbeziehung?
Willy Pasini: Nein, in bestimmten Beziehungen sind Geliebte oder Liebhaber sogar notwendig, um für einen Ausgleich zu sorgen. Wenn z. B. eine Frau ihren Mann zwar liebt, sich im Bett mit ihm aber langweilt, so könnte ein Liebhaber dazu beitragen, dass die Frau ihren Mann nicht aufgrund ihres unausgefüllten Liebeslebens verlässt, sondern weiterhin mit ihm zusammen bleibt, wegen der gemeinsamen Kinder und ihrer tiefen Gefühle für ihn.
Und Sie glauben allen Ernstes, dass diese Vorgehensweise wünschenswert ist?
Wenn wir realistisch sind, dann müssen
wir einsehen, dass die meisten Treuebrüche von geringer Bedeutung sind. Früher hatten Seitensprünge eine andere Dimension, wegen der Kinder, die aus ihnen hervorgehen konnten. Aber heute ist Sex nicht mehr unbedingt mit Fortpflanzung verbunden. Untreue ist weniger folgenschwer. Wir müssen die Untreue entdramatisieren. Die eigentliche Gefahr in der Beziehung ist weniger das Betrügen als viel mehr die Langeweile.
Also Sie würden empfehlen zu betrügen, um die Partnerschaft zu retten?
Nein, soweit würde ich nicht gehen; ich begnüge mich damit, eine Realität zu beschreiben. Sie wissen, dass sich unsere Tendenz zur Untreue biologisch erklären lässt. Aufgrund unseres tierischen Ursprungs ist es also nur natürlich, dass uns die Möglichkeit zur Untreue reizt. Es sind kulturelle Zwänge, die uns diktieren, treu zu sein, Sex und Partnerschaft als Einheit zu verstehen und bei allem auch an das Wohl der Kinder zu denken.
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