Home / Buzz / Videos / Gangsterbraut mit Hemmungen: Jasmin Gerat über Nacktszenen und Ängste

Gangsterbraut mit Hemmungen: Jasmin Gerat über Nacktszenen und Ängste

Sabrina Först Veröffentlicht von Sabrina Först
Veröffentlicht am 21. Januar 2014

Seit Donnerstag ist sie in ihrem neuen Kinofilm 'Nicht mein Tag' zu sehen und dank Langhaarperücke und XS-Umstyling kaum wiederzuerkennen: Neben Moritz Bleibtreu ist Jasmin Gerat (35) als sexy-prollige, aber liebenswerte Gangster-Liebhaberin Nadine zu sehen. Wie Nacktszenen mit ihrer Schüchternheit zusammenpassen und warum ihre Angst sie antreibt - wir haben mit ihr gesprochen.

Ihr neuer Film heißt 'Nicht mein Tag'. Merken Sie manchmal schon morgens, wenn ein Tag nicht "Ihr Tag" ist?
Jasmin Gerat: Ja, klar. Da hilft dann nur eins: Hingabe. Wenn man sich sträubt, wird es noch schlimmer. Ich habe letztens einen Flug verpasst, was mir schon zehn Jahre nicht mehr passiert ist. Ich musste zu einer Leseprobe nach Kopenhagen und wusste, der erste Eindruck zählt. Das war furchtbar. Ich habe mich so über mich selbst geärgert und es hat in mir gebrodelt. Ich werde dann auch ungerecht, obwohl ja zum Beispiel die Frau von der Airline gar nichts dafür kann. Aber es bringt ja nichts. Am Ende musste ich fünf Stunden auf den nächsten Flieger warten.

Sie sind sehr freizügig im Film zu sehen. Es gibt eine Nacktszene, in der man Ihre Brust sieht. Darf Ihr Kind den Film schon sehen?
Nein, natürlich nicht. Wir sind FSK 12, da hat sie noch ein bisschen Zeit.

Hätten Sie ein Problem damit, wenn Ihre Tochter Sie später einmal so sieht?
Meine Tochter kennt mich nackt besser als jeder andere Mensch, was sollte sie irritieren?

So viel Haut kann nicht jede Frau zeigen. Kompliment für Ihren Körper.
Im Liegen geht das alles. (lacht)

Also hängt es allein von der Rolle ab, wie viel Haut Sie zeigen?
Ja, absolut. Und es wird auch vorab genauestens besprochen, wie viel man zeigt. Da muss man natürlich abwägen, wo es wirklich passt und im Sinne des Charakters ist, den man spielt. Bei der Rolle der Nadine passt es einfach nicht, wenn sie mit ihrem Kerl nach einer wild durchzechten Nacht einschläft und morgens zugeknöpft aufwacht.

Wie kann man sich das vorstellen am Set: Zieht man sich dann vorher schnell einmal vor dem Drehpartner aus oder macht man sich wirklich erst zum Dreh nackig?
Das Schöne ist, dass wir alle über 30 sind - also erwachsen - und schon genug nackte Menschen gesehen haben. Außerdem war Moritz komplett nackt, ich hatte ja noch einen String an. In dem Moment, in dem dein Partner auch nackt ist, fühlst du dich nicht mehr so alleine. Das Zimmer war sehr abgedunkelt und es heißt immer generell "Closed Set", dann sind nur die nötigsten Personen am Set. In dem Moment bin ich nur Nadine und die "schamige" Jasmin muss draußen bleiben.

Sind Sie wirklich "schamig"?
Ja, privat bin ich viel schüchterner.

Knappe Kleidung, flapsige Sprüche, Handgreiflichkeiten mit dem Macker - wie kann man Ihre Rolle Nadine am besten beschreiben: Emanze, Zicke oder einfach nur unsicher?
Nadine ist auf keinen Fall unsicher. Sie ist komplett von sich überzeugt und steht fest in ihren High Heels. Auf ihre Art ist sie eine Emanze. Eine richtige Emanze würde vielleicht den Kopf schütteln, aber in ihrem Kosmos ist sie definitiv emanzipiert. Sie geht ihren Weg und lebt, wie sie leben will. Es geht nicht darum, dass sie ihre Brüste und ihre hohen Schuhe als Waffe empfindet, sondern dass sie es schön findet, sich so anzuziehen und es ist ihr vollkommen egal, was andere davon halten.

Wie haben Sie sich auf die Rolle dieses Frauentyps vorbereitet?
Die zweieinhalbstündige Verwandlung jeden Morgen war sozusagen schon die halbe Miete meiner Rolle.
Alles verändert sich automatisch. Dein Gang, die Mimik und Gestik, ja, sogar deine Tonlage. Normalerweise kann ich auf so hohen Schuhen nicht laufen. Plötzlich konnte ich zwölf Stunden auf diesen Dingern stehen. Ich weiß nicht, warum - es hat einfach funktioniert, obwohl die Füße abends blau und rot waren. Manchmal ist das einfach magisch. Man schlüpft in etwas hinein und dann fühlt man die Rolle intuitiv. Allein der Kaugummi in meinem Mund machte da viel aus. Und die Chemie mit Axel und Moritz hat einfach gepasst. Da hat sich dann eine Eigendynamik entwickelt.

Das heißt: Perücke runter, Kaugummi raus - und Sie waren wieder Jasmin?
Tatsächlich habe ich regelmäßig danach mal ein Bierchen getrunken, was ich privat überhaupt nicht mache. Die Rolle Nadine bewegt sich einfach ununterbrochen auf einer hohen Frequenz. Erst ganz alleine im Hotel spürte ich die Anstrengung des Drehtages.

In 'Nicht mein Tag' geht es darum, aus dem geordneten Leben auszubrechen. Wie sähe denn der Film aus, in dem Sie aus Ihrem Alltag ausbrechen und Ihre Träume verwirklichen?
Ich muss schon sagen, dass die Rolle der Nadine ein toller Ausbruch aus meinem Leben war. Ansonsten würde ich die Koffer packen und ans Meer ziehen. Ganz simpel. Die Konsequenzen, die daraus resultieren, müsste man dann eben in Kauf nehmen. Das war auch so schön an meiner Rolle. Nadine lebt ohne Rücksicht auf Verluste. Das war sehr erholsam.

Stehen denn demnächst weitere berufliche Ausbrüche an?
Ich drehe momentan die internationale Produktion 'The Team' auf englisch und deutsch. Das ist eine große, neue Herausforderung. Im Frühjahr 2015 wird die Serie zu sehen sein.

Treiben Sie diese neuen Herausforderungen an?
Das war schon immer der Motor meines Lebens. Egal welche Aufgabe vor mir lag. Wenn es eine Herausforderung gibt, die mich bis ins Mark berührt, mir vielleicht auch erst mal Angst macht, dann muss ich da lang. Augen auf und durch!

Nicht mein Tag, Sony Pictures, seit 16. Januar im Kino

Das könnte Dir auch gefallen

Kommentare