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Judith Rakers: Zwischen Tagesschau und Zaubershow

Judith Rakers

   

Blazer oder Abendkleid? Judith Rakers fühlt sich in beidem wohl © Bayerischer Rundfunk/Ralf Wilschewski - Judith Rakers
Blazer oder Abendkleid? Judith Rakers fühlt sich in beidem wohl © Bayerischer Rundfunk/Ralf Wilschewski
Sie selbst hatte bis jetzt nie das Gefühl, im Job auf andere Hindernisse zu stoßen als ein Mann. „Ich glaube aber, viele haben immer noch ein Problem mit vielseitigen Frauen. Ich kenne viele Menschen, die sehr vielseitig sind und finde das toll. Aber von Frauen wird oft noch verlangt, dass sie sich gefälligst festlegen und brav in eine Schublade setzen.“ Heißt im Klartext: entweder Nachrichten oder Prime-Time-Unterhaltung.

Sie fasst das Problem aber noch etwas weiter: „Jetzt mal unter uns: Ich kenne viele Frauen, die lesen den 'Spiegel' und die 'InStyle'. Aber für viele geht das überhaupt nicht zusammen. Die fragen sich dann: Ist die jetzt politisch interessiert oder doch nur ein Modepüppchen? Ich denke aber, dass in Zukunft noch mehr Leute begreifen, dass man an Politik und It-Bags gleichzeitig interessiert sein kann.“

Mode ist oberflächlich? Typisch deutsch!
Konsequenterweise hat Rakers auch kein Problem damit, bei vermeintlich oberflächlichen Events wie der 'Fashion Week' in Berlin in der ersten Reihe zu sitzen: „Das ist so typisch deutsch! Bei uns hat Mode etwas Oberflächliches, Leichtes. In Frankreich ist das ganz anders. Da sitzen bei den Fashion Shows Politikerinnen in der ersten Reihe. Da ist Mode wie auch Design ein Ausdruck von Kunst und Kultur.“ 

Modenschau, Zaubershow - Judith Rakers ist so selbstbewusst, das zu machen, worauf sie Lust hat. Diese Eigenschaft hat ihr sicher geholfen, eine der erfolgreichsten Frauen im deutschen Fernsehen zu werden. Auf die Frage, ob sie sich als Vorbild für andere sieht, antwortet sie: „Also, wenn das Vorbild darin besteht, das man sagt: Mensch, die macht ihr Ding und die lässt sich nicht aufhalten, nicht von Männern, nicht von Vorurteilen, dann ja. Man muss einfach seinen Weg gehen - und eine Chance ergreifen, wenn sie vor der Tür steht. Viele Frauen erschrecken dann vor der eigenen Courage."

Seinen Weg gehen heißt auch, unangenehme Dinge auszuhalten, betont Rakers. "Ich habe zum Beispiel immer noch regelmäßig Lampenfieber. Aber dann sag ich mir: Das mach ich jetzt - und dann mach ich’s einfach.“ Zaubern braucht Judith Rakers also gar nicht zu können. Der Mut, den eigenen Weg zu gehen, hat sie schon ganz weit gebracht.

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Veröffentlicht von
am 15/12/2012
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