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Die K-FrageKind oder nicht Kind | |||||||||
Was das für einen persönlich bedeutet und was es überhaupt heißt, sich für ein Leben mit Kind oder ohne Nachwuchs zu entscheiden, hat sich unsere Autorin Marie Morrisson gefragt … Es war kurz nach meinem 30. Geburtstag, und es passierte beim Frauenarzt. Und es war nicht das neue Lebensjahrzehnt, das die Frage aller Fragen in mir aufkeimen ließ, sondern ein simples Plakat, das an der Tür des Wartezimmers hang: „Die biologische Uhr ist keine Frage des Alters“, war auf dieser Werbung für einen Fruchtbarkeitstest zu lesen. Als Versinnbildlichung dazu war eine Eieruhr abgebildet, auf der dem Betrachter dick und fett die Zahl 30 ins Auge sprang. Was wollte mir dieses Plakat sagen? War ich mit 30 schon eine Risikogruppe, die sich möglichst schnell für ein Kind entscheiden sollte, oder wollte die Eieruhr mir nur mitteilen, dass ich jetzt, in der Blüte meines Lebens, vermutlich ohnehin schon längst unfruchtbar war und nie ein Kind bekommen würde?! Nun, jedenfalls brachte mich dieses Plakat zum Nachdenken: Was, wenn ich gar keine Kinder bekommen könnte? Will ich denn überhaupt ein Kind haben? Und wenn ja, wann – und mit wem?! Kein Kind in Sicht Bis dato hatte ich mir über den Kinderwunsch noch keine Gedanken gemacht. Es gibt zwar Freundinnen, die bereits Nachwuchs haben, und auch welche, die gerade ihr erstes Kind erwarteten. Für mich habe ich diese Möglichkeit aber nie in Betracht gezogen. Mir reichen die kleinen, süßen Fratze in meiner Umgebung, meine Nichten, die Neffen meines Freundes und nicht zuletzt mein einjähriges Patenkind – bislang waren das immer genug Kinder für meinen Geschmack. Schließlich sind mir die Kleinen auch schon mehr als einmal auf die Nerven gegangen, bzw. ihre Mütter. Wie zum Beispiel das kleine Mädchen, das mir im Bus einmal an den Haaren zog und von ihrer Mutter (nachdem ich sie höflich darum gebeten hatte, dies zu unterlassen) zu hören bekam: „Komm, Pauline, diese Frau mag keine Kinder.“ Nein, solche Mütter mag ich wirklich nicht. Aber sie sind und waren noch nie der Grund, warum ich kein Kind habe. Ich fand immer, dass ich noch viel zu sehr mit meinem eigenen Leben beschäftigt bin. Ich wollte die Welt entdecken, mit meinem abgeschlossenen Studium endlich auch in meinem Traumberuf arbeiten, und auch wenn mein Freund und ich schon seit drei Jahren zusammen sind, dachten wir nie an Familie, sondern immer nur an berufliche Ziele, schöne Urlaube und neue Möbel, die wir uns von unserem Gehalt leisten wollten. Wer denkt da schon an ein Kind?
Wer meinen Freund zum Freund hat, braucht kein Kind, oder auch: Ich kann bei meiner Tollpatschigkeit doch noch nicht mal auf mich selbst aufpassen, was soll ich da bloß mit einem Kind anfangen? Mein neuer Job, bei dem ich mich gerade zur Senior-Produktmanagerin hochgearbeitet habe, macht mir viel Spaß, und mein Chef hat gerade eine weitere Beförderung in Aussicht gestellt. Es beginnt also quasi gerade die Erfüllung dessen, wovon ich während des Studiums immer geträumt habe – ein Kind war in diesen Träumen irgendwie nie vorgekommen. Ein Kind als Zukunftsmusik
Sollte ich also wirklich schon eine Kandidatin für einen Fruchtbarkeitstest sein? Habe ich meinen Dienst an der Gesellschaft bereits versagt und mir selbst die Chance auf das größte Glück im Leben einer Frau verbaut? Aber warum habe ich dann bisher noch nicht ernsthaft einen Gedanken an ein Kind verschwendet – hätte meine biologische Uhr da nicht schon viel früher unüberhörbar laut ticken müssen? Mit diesen Fragen stehe ich nicht alleine da, wie mir die Ergebnisse zahlreicher Studien und Forschungen belegen. So hat eine Forsa-Umfrage 2005 ergeben, dass es zum einen der Wunsch ist, beruflich auf eigenen Beinen zu stehen, der Frauen zögern lässt, ein Kind zu bekommen. Zum anderen gaben aber auch fast die Hälfte aller Frauen an, es mangele einfach am richtigen Partner, um endlich ein Kind in die Welt zu setzen. es/mm | |||||||||
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Kind oder nicht Kind – (k)eine Frage?!
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