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Forderungen des verwöhnten Kindes und die nachgiebigen Eltern

 

 - Forderungen des verwöhnten Kindes und die nachgiebigen Eltern
Ihre Bücher verkaufen sich sehr gut. Vor allem Ihre jüngste Veröffentlichung zu
mehr Autorität in der Erziehung löst hitzige Diskussionen aus. Warum, glauben Sie, reagieren die Leute so gereizt? Wie sieht
es in den anderen Ländern aus, in deren Sprachen das Buch übersetzt wurde?


Wenn meine Bücher lebhafte Reaktionen auslösen, so liegt das daran, dass ich an
eine Ordnung erinnere, die uns abhanden gekommen ist. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es eben diese Ordnung ist, die das Individuum stärkt.

Die Reaktionen auf meine Ansätze finde ich in allen Ländern, in denen übersetzte Exemplare meiner Werke erhältlich sind, was daran liegt, dass sich europäische Gesellschaften auf sehr ähnliche Weise entwickelt haben.

Wenn sich mein Buch gut verkauft, so deshalb, weil es den Eltern ihr Selbstvertrauen zurück gibt, sie zu mehr Willensstärke antreibt und ihnen bestätigt, dass ihre Erziehungsinstinkte die richtigen sind.  

Ihre Ausführungen lassen erwarten, dass Kinder heute überhaupt nicht mehr erzogen werden…

Aber das ist doch die Realität. Eltern sehen es nicht mehr als ihre Aufgabe an, ihre Kinder zu erziehen, sondern sie zu verwöhnen. Sie haben sich, wie im übrigen die gesamte Gesellschaft, zu einer exzessiven Freigiebigkeit hinreißen lassen und strotzen nur so vor Sensibilität.

So ist auch gesamtgesellschaftlich der zunächst löbliche Wille erkennbar, jegliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern oder den Kulturen zu beseitigen. Statt Ungleichheit anzuerkennen, neigen wir heute dazu, jegliche Unterschiede zu ignorieren. Die Art des Kindes ist der erwachsenen Art ungleich. Mit dem Versuch, diese Ungleichheit auszulöschen, haben wir einen grundlegenden Fehler begangen. Wir sind de facto von der Vertikalen elterlicher Autorität zur Horizontalen familiärer Demokratie gelangt. 




  
  

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Veröffentlicht von Dirk Hermanns
am 14/10/2008
Die Lesernote:5/5 
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