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Erste Hilfe am Kind: Was alle Eltern wissen sollten

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 12. August 2016

Nur ein kleines Aua oder ein echter Ernstfall? Und was ist im Notfall zu tun?

Kinder lieben es zu toben, sausen mit ihren Rollern und Räder herum und klettern in Windeseile auf Klettergerüste und Bäume. Als Elternteil wird es einem dabei richtig schwindelig. Gerade dann haben wir unsere Kids genau im Auge, denn eine Beule oder sogar eine ernstere Verletzung, kommt immer mal vor. Gerade mit Kindern, das lernt man als Elternteil schon recht früh, wachsen nicht nur Freude und Verantwortung, sondern auch die Sorgen.

Angst, es könnte etwas passieren, begleitet Eltern ständig - nicht nur auf dem Klettergerüst. Jährlich müssen rund 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach Unfallverletzungen ärztlich behandelt werden. Dabei passieren zu Hause die meisten Unfälle - 43,8 Prozent (Stand Mai 2016) schätzt das Bundesministerium für Gesundheit - und nicht, wie man zunächst vielleicht vermuten könnte, im Straßenverkehr. Umso wichtiger ist es also für Eltern und alle anderen Menschen, die Umgang mit Kindern haben, zu wissen was im Notfall zu tun ist.

Erste Hilfe am Kind: Was ist im Ernstfall zu tun?

Bei Säuglingen Mund und Nase beatmen. © iStock

Gerade im Ernstfall sollte die Zeit bis der Rettungsdienst eintrifft nicht ungenutzt vergehen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
So könnt ihr Kindern helfen:

  • Bewahrt Ruhe.

  • Überblick über die Gefahrensituation verschaffen.

  • Rettet das Kind aus der akuten Gefahrensituation.

  • Sichert die Gefahrenstelle ab, damit keine weiteren Unfälle geschehen - z.B. den Herd ausschalten oder die Sicherungen ausstellen.

  • Das Kind durch ruhiges Sprechen oder Streicheln beruhigen. Sprecht auch dann mit dem Kind, wenn ihr nicht sicher seid, ob es euch hören kann.

  • Untersucht das Kind zügig, aber ruhig auf Verletzungen.

  • ​Kontrolliert die Atmung. Prüft, ob die Atemwege frei sind.
    - Am besten könnt ihr am Bauch erkennen, ob ein Kind atmet - dazu legt ihr eine Hand unterhalb der Rippen auf den Bauch. Hebt sich die Bauchdecke, atmet das Kind. Übt das am gesunden Kind.

  • Prüft, ob das Herz schlägt.
    - Herzschlag bzw. Puls prüft man bei Säuglingen an der Innenseite des Oberarms oder in der Leiste. Übt das am gesunden Kind.​

Bei Herz- und Atem-Stillstand immer sofort den Notarzt rufen: Notruf 112!

Im Idealfall haben die Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder absolviert und wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen. Ein solcher Kurs kann Eltern eine gewisse Sicherheit geben, um im Notfall ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Spezielle Erste Hilfe-Kurse für Kinder werden zum Beispiel von den Johannitern, den Maltesern, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und anderen angeboten.

Viele Verletzungen, die nicht weiter bedenklich sind, lassen sich mit Aufmerksamkeit und Trösten schnell beheben. Wunden, die von selber aufhören zu bluten, müssen nicht zwingend mit einem Pflaster abgedeckt werden - vielen Kindern hilft das Pflaster aber über den Schmerz hinweg. Erste-Hilfe-Sets für Kinder kann man bei verschiedenen Anbietern online bestellen oder in der Apotheke kaufen.

Oft aber ist schnelle Hilfe gefragt. Genau dann ist es wichtig, die passende Nummer schnell parat zu haben. Die international immer gültige Notrufnummer ist die 112 – wenn ihr dort anruft und den Notfall schildert, wird man euch weiterhelfen. Dennoch ist es hilfreich, ein paar spezielle Notrufnummern in der Nähe zu haben.

Notrufnummern im Überblick:

Rettungsdienst oder Feuerwehr: 112
Polizei: 110

Bei Verdacht auf Vergiftung

BERLIN
Giftnotruf der Charité
Notruf: 030-19 240
www.giftnotruf.de
BONN
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Notruf: 0228-19 240
http://www.gizbonn.de
ERFURT
Gemeinsames Giftinformationszentrum
der LänderMecklenburg-Vorpommern,
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Notruf: 0361-730 730
www.ggiz-erfurt.de
FREIBURG
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Notruf: 0761-19 240
www.giftberatung.de
GÖTTINGEN
Giftinformationszentrum-Nord der
Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen
und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Notruf: 0551-19 240
www.giz-nord.de
HOMBURG
Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Notruf: 06841-19 240
www.uniklinikum-saarland.de/giftzentrale

MAINZ
Giftinformationszentrum (GIZ)
der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
Notruf: 06131-19 240
www.giftinfo.uni-mainz.de
MÜNCHEN
Giftnotruf München
Notruf: 089-19 240
www.toxinfo.med.tum.de
WIEN (A)
Vergiftungsinformationszentrale
Notruf: +43 (0) 1-406 4343
ZÜRICH (CH)
Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum,
Notruf: +41 (0) 1-251 5151

Bei weiteren Problemen und Krisen gibt es Rat bei der Telefonseelsorge: 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222

von Jane Schmitt

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