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Kopf hoch und positiv bleiben: 5 Erziehungstipps, die WIRKLICH helfen

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 25. August 2016
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Dein älteres Kind ärgert ständig das Geschwisterchen und zieht die Katze am Schwanz? Hier kommen 5 Erziehungstipps, die solche Probleme lösen können.

Konsequenz, viel Liebe und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen – die wichtigsten Erziehungsstrategien klingen eigentlich ganz einfach, nur sind sie nicht immer auch einfach anzuwenden. Auch wenn du schon dreimal "Nein" gesagt hast, bringt es überhaupt nichts? Und zu allem Überfluss ruft dich deine Tochter nach dem Schlafengehen noch mindestens dreimal ins Zimmer, weil sie dieses und jenes noch braucht?

Wir haben fünf Tipps zusammengestellt, die bei vielen typischen Erziehungsschwierigkeiten helfen können. Vor allem musst du dir jedoch selbst zutrauen, die Probleme mit deinen Kids in den Griff zu bekommen. Eine positive Grundstimmung und eine Portion Zuversicht sind dabei wirklich wichtig. Keine falsche Scheu, tausche dich mit anderen Eltern aus und frage um Rat, wenn du mal nicht mehr weiter weißt.

1. Schenke deinem Kind liebevolle Aufmerksamkeit

Ganz entscheidend für die Erziehung ist ganz klar die Zeit mit den Elternteilen, die so genannte Quality-Time. Mama-Zeiten und Papa-Zeiten sind wichtig fürs Kind, es muss wissen, dass es unendlich geliebt wird, mit all seinen kleinen "Macken" und trotz der vermeintlichen "Fehlerchen". Schließlich machen diese euer Kind doch auch zu einem ganz besonderen Menschen. Seht euch doch mal um. Kennt ihr Erwachsene, die keine Ecken und Kanten haben?

Gerade bei mehreren Kindern solltet ihr versuchen, euch für jedes Kind einzeln Zeit zu nehmen. Manche Kinder sehnen sich genau nach solchen Zeiten, in denen Mama oder Papa nur ihnen gehören. Zeige deinem Kind auch körperlich, wie viel es dir bedeutet. Mit einer liebevollen Umarmung oder gemeinsamem Kuscheln auch der Couch vermittelst du deinem Kind den Moment der ungeteilten Aufmerksamkeit.

Vor allem zählt Qualität vor Quantität! Wenn deine Kinder genau wissen, dass es die "Mama- oder Papa-Zeit" gibt und darauf vertrauen, dass sie die Aufmerksamkeit auch wirklich bekommen, kannst du sie viel leichter davon überzeugen, die Mama-Zeit einmal zu verschieben, falls etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

2. Beachte unerwünschtes Verhalten nicht

Dein Kind will sein Brot partout nicht essen, sondern pult nur den Belag runter? Mach nicht den Fehler und beharre darauf, dass das Brot gegessen wird – laufe deinem Kind auch nicht hinterher und lenke damit noch mehr Aufmerksamkeit auf das unerwünschte Verhalten.

Versuche lieber den Spieß umzudrehen: Iss mit deinem Partner genüsslich ein Brot, biete deinem Kind aber nichts davon an, eventuell will es dann doch mal probieren. Wenn auch das nichts hilft, dann lasse es erstmal machen, Zwang führt meistens nicht zum Ziel.

Das Gleiche gilt übrigens für Aggression: Ist dein Zwerg gerade in der Phase, in der versucht wird, den eigenen Dickschädel mit Hauen und Kratzen durchzusetzen? Setze deinen Giftzwerg kurzzeitig vom Arm, damit klar ist, dass mit derartigen "Strategien" nichts erreicht wird. Sag dazu kurz und deutlich "Nein, das tut weh!".

3. Bleib konsequent, auch wenn es hart ist!

Konsequenz ist gut, jedoch auch nicht um jeden Preis. Dein Kind muss lernen, dass es bestimmte Regeln gibt, an die man sich halten muss und dass bestimmtes Verhalten bestimmte Folgen hat. Bleib berechenbar und ziehe angekündigte Konsequenzen auch wirklich durch.

Wenn dein Kind das Nachbarskind auf dem Spielplatz trotz eines klaren "Nein" zum dritten Mal mit Sand beworfen hat, musst du die zuvor angedrohten Konsequenzen wahr machen. Schnapp dir deinen Rabauken, sag ihm oder ihr klar und deutlich: "Weil du weiter Sand geworfen hast, obwohl ich es verboten habe, werden wir jetzt wie angekündigt nach Hause gehen!".

Mach bitte nicht den Fehler und ordne weiter Strafen an, die nichts mit der unmittelbaren Situation zu tun haben. Verhänge beispielsweise kein Fernsehverbot, wenn dein Kind trotz Verbot den Holztisch bemalt hat. Lass dein Kind vielmehr selbst den Lappen schwingen, als logische Konsequenz.

Das gilt übrigens auch für Geschwister, die gemeinsam Unordnung verbreiten, dann muss auch gemeinsam geputzt werden. Selbst wenn du hinterher noch mal selbst ran musst – diese Methode ist um einiges effektiver.

4. Vertrauen ist das A und O der Erziehung

Traue deinem Kind zu, das es etwas alleine schaffen kann. So kannst du beispielsweise Eifersucht aufs Geschwisterkind, aggressives Verhalten gegenüber dem Haustier und andere unschöne Angewohnheiten im Keim ersticken. Erkläre deinem Kind, warum du seine Hilfe brauchst und warum genau er oder sie das so gut kann.

Beispiel: "Ich bin wirklich froh, dass ich schon so ein großes Kindergartenkind habe – du könntest mir beim Aufräumen helfen und mit mir den Kaninchenstall sauber machen…" Fühlt sich dein Kind gebraucht und nicht außen vor gelassen, kann es es auch viel leichter verkraften, wenn es plötzlich nicht mehr Mamas ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt.

Und auch das Ärgern des Hundes verliert an Attraktivität, wenn das Kind für das Haustier mitverantwortlich ist. Dazu braucht es feste Aufgaben, für die das Kind "selbst" verantwortlich sein darf (natürlich helfen die Eltern mit, wenn es drauf ankommt, schon allein wegen der Sicherheit von Kind und Tier).

5. Was will dein Kind wirklich?

Fast jedes Verhalten, dass dein Kind an den Tag legt, offenbart eine "Strategie". Damit möchte es einen Wunsch oder ein Bedürfnis befriedigen. Dazu musst du nur genau hinsehen.

Hat dein Kind beispielsweise "gelernt", dass es sofort Aufmerksamkeit von dir bekommt, wenn es die Katze am Schwanz zieht? Deine Tochter hat vermutlich auch einen Riesenspaß daran, wenn du ihr mit einem Teller Gemüse hinterher rennst, weil sie es essen soll.

Bist du dir auch wirklich sicher, dass der Schnuller deines Sohnes wirklich jeden Abend hinter das Bett fällt – oder weiß er ganz genau, dass du kommst, wenn er deswegen ruft und du dann noch etwas mehr Zeit mit ihm verbringst.

In den seltensten Fällen solltest du hinter solchen Aktionen eine "böse Absicht" vermuten. Es geht vielmehr darum, wie dich dein Kind bereits "konditioniert" hat. Inzwischen weiß dein süßer Knirps schon ganz genau, was er anstellen muss, damit du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Wenn du diese "Strategien" erkennst und durchschaust, kannst du nach effektiven Lösungen suchen.

​Das Zubettgehen dauert wieder ewig und wird zum reinsten Theater? Erst fehlt der Schnuller, dann muss die kleine Schlafmütze nochmal etwas trinken und nochmal auf Toilette? Dein Kind zögert die Schlafenszeit heraus.

Versuche es mal folgendermaßen: Erledige alles gemeinsam in einem Ritual, zuerst die Spielsachen schlafen legen, dann Zähne putzen, die Kleidung für den nächsten Tag aussuchen und wenn nötig noch den Schnuller suchen.

Frag dein Kind währenddessen, ob es noch etwas Wasser möchte oder nochmal auf die Toilette gehen muss. Verlängere das Einschlafritual um zwei Minuten mit einer etwas längeren Vorlesegeschichte oder mit Kuscheln. Damit kannst du das Bedürfnis nach mehr Aufmerksamkeit von Mama oder Papa stillen.

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