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Was berufstätige Eltern wissen müssen, wenn das Kind krank ist

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 22. April 2017
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Können berufstätige Eltern zuhause bleiben, weil das Kind krank ist?

Das Kind ist krank - doch ist das gleich eine Katastrophe? Für berufstätige Eltern trifft das manchmal zu. Vor allem, wenn beide einer Arbeit nachgehen. Die typische Situation: Morgens wollen alle aus dem Haus, die Kleinen in die Kita, die Eltern zur Arbeit. Doch dann ist das Kind krank. Was müssen Arbeitnehmer jetzt beachten?

Wann kann ich bei der Arbeit fehlen?

Zunächst gibt es eine gesetzliche Regelung: Jeder Elternteil darf zuhause bleiben, wenn das Kind krank ist, insgesamt zehn Arbeitstage im Jahr. Alleinerziehende haben Anspruch auf die Gesamtzahl, das heißt 20 Tage.

Bei zwei Kindern verdoppelt sich die Anzahl der Krankheitstage. Bei mehr als zwei Kindern gibt es dann allerdings eine Obergrenze: Diese liegt bei 25 Tagen pro Elternteil und 50 Tagen bei Alleinerziehenden.

Ehepaare können sich die Tage auch gegenseitig überschreiben: Ist das Kind krank, aber die Tage des Vaters aufgebraucht, kann er die Resttage der Mutter nutzen. Manchmal lohnt sich auch der Blick in den Arbeitsvertrag, denn viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern zusätzliche Tage.

Wenn das Kind krank ist: Werde ich weiter bezahlt?

Eltern haben also den Anspruch zuhause bleiben zu dürfen, wenn das Kind krank ist. Um für diese Fehltage trotzdem Lohn zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Kinderkrankengeld gibt es, wenn:

> das Kind jünger als zwölf Jahre ist.

> ein Arzt bescheinigt hat, dass das Kind krank ist und zuhause gepflegt werden muss. Dieses Attest muss bereits ab dem ersten Tag der Krankheit an den Arbeitgeber gehen. (Wie im normalen Krankheitsfall übernimmt die Krankenkasse die Lohnfortzahlung.)

> die Betreuung des kranken Kindes durch eine andere Person nicht möglich ist. Wichtig: Hier geht es nur um Personen, die auch mit in eurem Haushalt leben, z.B. Verwandte oder Aupairs – nicht aber die Nachbarn, auch wenn diese sehr nett sind.

> die Freistellung nicht länger als fünf Arbeitstage dauert.
Achtung: Seht hier nach, was in eurem Arbeitsvertrag steht. Hier kann auch eine abweichende Regelung stehen.

Treffen diese Voraussetzungen nicht zu, etwa, weil das Kind älter als 12 Jahre ist, haben Eltern trotzdem das Recht, bei ihrem kranken Kind zu bleiben. Diese Tage gelten dann jedoch meist als unbezahlt.

In diesen Fällen zahlt die gesetzliche Krankenkasse ihren Versicherten Krankengeld, 70 bis 90 Prozent des Nettogehalts. Aber nur, wenn das Kind auch in der gesetzlichen Krankenversicherung ist und keine andere Person einspringen kann. Das Krankengeld muss bei der Versicherung beantragt werden.

Ist das Kind krank, weil es einen Unfall im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Weg dorthin hatte, so zahlt die Unfallversicherung das Krankengeld.

Übrigens, eine Kündingung, weil ihr euer krankes Kind pflegt, müsst ihr im Normalfall nicht befürchten.

Gibt es auch eine Notfallbetreuung für kranke Kinder?

Oft ist es Eltern schlicht unmöglich, der Arbeit fern zu bleiben. Oder es sind bereits alle Tage aufgebraucht, was schnell passiert. In vielen Städten gibt es dafür eine Notfallpflege, etwa in München, Hamburg, Köln oder Berlin. Die Ortsverbände des Kinderschutzbund und auch der Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe e.V. bieten Notfallbetreuung an.

Eine Übersicht über alle Regelungen im Krankheitsfall des Kindes bietet das Familienministerium.

Weitere Informationen findet ihr auch bei onmeda.de.

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