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Studie enthüllt: Kinder machen Eltern unglücklicher!

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 11. Juni 2017
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Es ist ein absolutes Tabuthema, das nur selten angesprochen wird: Unglückliche Eltern.

Ganz allgemein heißt es schließlich immer "Kinder machen glücklich". Doch inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass das auf viele Eltern gar nicht unbedingt zutrifft.

Eine Studie der Wissenschaftler Rachel Margolis und Mikko Myrskylä hat ergeben, dass rund 60 Prozent aller Eltern nach der Geburt ihres ersten Kindes unglücklicher sind als vorher. Zur Auswertung nutzten die Forscher die Selbsteinschätzung aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), die jährlich von rund 20.000 Menschen ausgefüllt wird.

Deshalb bleibt es bei einem Kind

Und etwas zeigte sich bei der Auswertung recht deutlich: Laut der Studie entscheiden die Erfahrungen im ersten Jahr nach der Geburt über die weitere Familienplanung. "Die Erfahrung der Eltern während und nach der ersten Geburt bestimmen mit, wie groß die Familie am Ende wird", sagt Mikko Myrskylä.

War das erste Jahr mit Kind für die Eltern durchweg positiver als zuvor angenommen, so bekamen diese Paare meist weiteren Nachwuchs. Im Gegensatz dazu entschieden sich Erstlingseltern, die den Übergang zum Elternsein als kompliziert wahrgenommen haben, eher gegen ein zweites Kind.

Überraschend an den Studienergebnissen war jedoch, wie deutlich das Glücksempfinden der frischgebackenen Eltern zum Teil sinkt. Das Glücksempfinden wird über eine Skala von 1 bis 10 bewertet. Und bei deutschen Eltern sinkt die Zufriedenheit (das Glück) um 1,4 Einheiten mit dem ersten Kind. Nur mal zum Vergleich, um das besser einordnen zu können: Das Glücksempfinden der gleichen Studiengruppe sinkt beispielsweise bei Arbeitslosigkeit nur um 0,4 Einheitspunkte.

Die genauen Gründe, weshalb sich Eltern gegen weiteren Nachwuchs entscheiden, haben die Wissenschaftler allerdings nicht untersucht. "Generell beklagen junge Eltern zunächst häufig Schlafmangel, Schwierigkeiten in der Partnerschaft und den Verlust von Freiheit und Kontrolle über ihr Leben", sagt der Finne Myrskylä. Zudem haben auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und andere Umstellungen einen Einfluss auf das Glücksempfinden. Selbstverständlich spielen auch die Erfahrungen während und nach der Geburt eine entscheidende Rolle.

Langfristig machen zwei Kinder glücklicher

Aber keine Sorge: Das Glücksempfinden steigert sich auch wieder im Laufe der Zeit. "Trotz der Unzufriedenheit nach dem ersten Kind wirken sich bis zu zwei Kinder insgesamt und langfristig eher positiv auf das Lebensglück aus", erklärt Myrskylä, der Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock.

​Studien zum Thema Elternzufriedenheit gibt es bisher kaum - wer würde schon zugeben, dass die eigenen Kinder nicht das große Glück im Leben sind? Am Ende ist es ja auch nicht so, dass Kinder gänzlich unglücklich machen, nur im Vergleich zu vorher und mit der neuen Verantwortung schwindet das Glücksempfinden bei Eltern etwas. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Kinder nicht trotzdem super sind!

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