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Was ist Legasthenie und wie kann ich mein Kind sinnvoll unterstützen?

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 28. Januar 2017

Eine Lese- und Rechtschreibschwäche belastet gerade Kinder sehr. Daher ist eine liebevolle Unterstützung durch die Familie besonders wichtig.

Es kommt immer wieder vor, dass wir auf Menschen treffen, die, obwohl sie normal bis überdurchschnittlich intelligent sind, sehr große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Legasthenie betrifft in Deutschland drei bis acht Prozent der Kinder und Erwachsenen. Dabei sind Jungen übrigens dreimal häufiger betroffen als Mädchen.

Es liegt meist an mangelndem Verständnis, wenn Legastheniker von ihren Mitschülern gehänselt werden. Sogar in der Familie werden sie oft für faul oder gar dumm gehalten. Das ist nicht nur gemein, sondern schlichtweg falsch. Eine Lese-Rechtschreibschwäche ist vergleichbar mit einer Farbenblindheit und gibt keinerlei Hinweis auf mangelnde Intelligenz. Anders als bei der Farbenblindheit verlangt unser Alltag jedoch viel häufiger von uns mit Buchstaben umzugehen.

Legasthenie: Kinder leiden unter dem Druck

Kinder mit Legasthenie stehen vor allem in der Schule unter großem Leistungsdruck: Schlechte Noten in den schulischen Teilbereichen, auf die sich die Lese-Rechtschreib-Schwäche am meisten auswirkt, führen dann dazu, dass das Kind seine Motivation verliert und sich eine allgemeine Schulunlust entwickelt. Das gefährdet nicht selten die gesamte schulische Leistung.

Die Betroffenen leiden sehr darunter und gerade Kindern macht die Legasthenie sehr zu schaffen. Besonders tragisch: Wer legasthenisch ist, hat bis ins Jugendalter ein höheres Risiko, emotionale Störungen zu entwickeln, also bleibende seelische Schäden davon zu tragen.

Was ist Legasthenie?

Nicht jedes Kind mit Leseschwäche oder Rechtschreibschwäche ist legasthenisch: Um eine echte Lese-Rechtschreib-Schwäche handelt es sich nur dann, wenn die Probleme beim Lesen und Schreiben nicht durch eine verminderte Intelligenz, Krankheit oder mangelnde Förderung bedingt ist.
Die Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) ist eine genau abgegrenzte Störung in der Entwicklung der Lese- und Schreibfähigkeiten. Diese Entwicklungsstörung gehört zu den sogenannten Teilleistungsstörungen, zu denen auch die Rechenschwäche (Dyskalkulie) zählt.

Als Außenstehender ist es nicht immer leicht sich einzufühlen. Stellt euch einmal vor, dass unsere Schrift ein Code ist, der von dem Kind erst noch gelernt werden muss. Bei manchen Kindern klappt das auf Anhieb in geordneten Bahnen. Bei anderen Kindern hingegen herrscht ein völliges Chaos. Sie brauchen deutlich mehr Zeit, um die neuen Symbole zu lernen und zuzuordnen.

Wer stellt Legasthenie fest?

Meistens geben Lehrer den ersten Hinweis auf eine Legasthenie. Dann wird eine Diagnose in Zusammenarbeit mit Kinderpsychologen oder Fachärzten durch verschiedene Tests gestellt. Dabei werden die Eltern und Lehrer für das weitere Vorgehen miteinbezogen. In Deutschland wird das Vorgehen und die Therapie von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt.

Wurde bei eurem Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche diagnostiziert, könnt ihr es als Eltern vor allem mit Verständnis und viel Liebe unterstützen.

Die gute Nachricht: Die Lese-Rechtschreibschwäche kann gut therapiert werden, so dass euer Kind nicht zwangsläufig ein Leben lang darunter leidet.

Wie erkläre ich meinem Kind Legasthenie?

Hat euer Kind genug Informationen, kann es Legasthenie besser verstehen. Legasthenie darf nicht als Tabuthema behandelt werden. Erklärt eurem Kind offen, worum es sich bei der Lese- und Rechtschreibschwäche handelt, damit es die Legasthenie als Hürde oder besondere Herausforderung sehen kann und weniger als Belastung.

Macht eurem Kind klar, dass diese Lernbeeinträchtigung nichts mit seiner Intelligenz oder seinen Talenten zu tun hat. Außerdem ist es nicht alleine. Es gibt viele andere Kinder und auch Erwachsene, die die gleichen Probleme haben. Gebt eurem Kind positive Beispiele von Menschen, die ebenfalls Legasthenie haben und dennoch erfolgreich und ganz besonders talentiert sind. Albert Einstein wird zum Beispiel nachgesagt, dass er auch Legasthenie hatte.
Zu positiven Beispielen rät auch der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V..

Wie kann ich mein Kind unterstützen ohne es zu überfordern?

Eine Möglichkeit zur Förderung durch die Eltern, ist das gemeinsame Vorlesen. Das empfiehlt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP).
Wechselt euch beim lauten Vorlesen von kurzen Textabschnitten ab.

​Gebt eurem Kind dabei ausreichend Zeit, sich die einzelnen Sätze kurz leise vorzulesen, bevor es sie laut ausspricht. Überfordert euer Kind nicht, indem ihr zu lange übt. 15 Minuten täglich sollten vollkommen ausreichen, ansonsten sinkt auch die Motivation. Schließlich empfindet es das Lesen als sehr mühsam.

Inwieweit und in welcher Form ihr euer Kind zusätzlich unterstützt und fördert, solltet ihr mit den Förderlehrern oder Therapeuten abklären. Zum einen kann das gemeinsame Üben nur von Erfolg gekrönt sein, wenn es regelmäßig und mit ausreichend Zeit stattfindet. Zum anderen kann es auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind belasten.

Als Eltern solltet ihr zudem darauf achten, euch mit den Lehrern und Therapeuten regelmäßig über den Leistungsstand auszutauschen. Lasst euch von ihnen beraten, in welcher Form ihr mit eurem Kind Zuhause üben könnt oder sollt.

Weitere Informationen findet ihr bei onmeda.de.

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