Magersucht

  

Der Kampf gegen die Magersucht ist ein langer, zäher Prozess. - Magersucht
Der Kampf gegen die Magersucht ist ein langer, zäher Prozess.
Es begann mit einer Diät
Als Caroline Wendts Töchter an Magersucht erkranken, sind sie mitten in der Pubertät. Im Alter von 14 Jahren beschließt erst Marie, weniger zu essen, dann beginnt auch Zwillingsschwester Anna, Kalorien zu zählen.

"Niemals wäre mir damals das Wort Magersucht in den Sinn gekommen. Für mich sah das wie eine harmlose Diät aus, wie sie jedes junge Mädchen irgendwann einmal macht. Ich dachte, das geht bald vorbei", sagt Caroline Wendt heute. Doch anstatt wieder normal zu essen, steigern sich die Mädchen immer weiter in ihren Schlankheitswahn hinein. Besonders Marie magert innerhalb weniger Wochen gefährlich ab, nimmt in nur drei Monaten 15 Kilo ab. Zeitgleich kapselt sie sich von ihrer Umwelt ab, ist schlecht drauf, fährt ihre Mutter an, wenn diese sie auf ihr Essverhalten ansprechen will. Türen knallen.

"Marie war immer unsere Kleine, unauffälliger als ihre Schwester, ein Kind, mit dem es wenig Probleme gab. Heute glaube ich, dass Marie sich mit dem Dünnsein ein eigene Identität zulegen wollen. Sie hat anders sein wollen als ihre Schwester und uns allen zeigen, wie diszipliniert sie sein kann."

Zwischen den Schwestern entbrennt ein erbitterter Wettstreit darum, wer die Dünnste ist, wer am meisten Gewicht verlieren kann. Die Eltern stehen ohnmächtig daneben, langsam nimmt der Gedanke Gestalt an, dass das Verhalten der Mädchen lebensgefährlich ist. Besonders der Vater ist überfordert, er begreift nicht, was mit seinen Töchtern los ist, versucht es erfolglos mit Versprechungen, mit väterlichem Druck und hilflosen Bestechungsversuchen.

Wechselbad der Gefühle
Caroline Wendt erlebt in dieser Zeit ein Wechselbad der Gefühle. Verzweiflung, Kampfgeist und Wut lösen sich ab - und sind letztlich doch nur Ausdruck der Hilflosigkeit. "Als Mutter fühlst du dich in dieser Situation vollständig machtlos. Deine Kinder entgleiten dir, und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Ich war sauer, manchmal auch richtig wütend. Ich habe ihnen Vorwürfe gemacht, habe sie gefragt, warum sie uns das hier antun."

Heute weiß Wendt, dass ihre Kinder ebenfalls hilflos waren. Eines Tages vetraut sich Marie ihrer Mutter an. "Ich kann nicht anders, Mama", sagt sie nur. Am nächsten Tag geht Marie freiwillig in die Klinik. Ein langer, zäher Prozess der Heilung steht bevor, dessen Ausgang noch ungewiss ist - und doch kann Caroline Wendt an diesem Tag das erste Mal seit langem wieder durchatmen. "Die schlimmste Verzweiflung war am Anfang, als ich als Mutter zu Hause gekämpft habe. Als Marie und später auch Anna in der Klinik waren, wusste ich, dass es Leute gibt, die sich kümmern und Verantwortung übernehmen. Dass ich nicht mehr hilflos zusehen muss."

Caroline Wendt empfiehlt anderen betroffenen Eltern dringend, loszulassen und die Verantwortung an Experten abzugeben. "Es ist für Eltern unendlich schwer, das Leben des eigenen Kindes in die Hände fremder Leute zu geben. Klar ist aber auch: Diese Krankheit besiegt man nicht allein. Ohne Hilfe von Fachleuten geht es nicht."


> Die Mutter als Sündenbock?




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Veröffentlicht von der Mama-Redaktion
am 16/04/2011
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