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Was bringt es meinem Kind?

Montessori - Für und Wider

  

Montessori gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert. - Montessori - Für und Wider
Montessori gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert.
Diplom-Montessori-Pädagogin Yvonne Radspieler erklärt, wie die Pädagogik funktioniert und was Montessori bei Kindern erreichen kann.

Woher kommt Montessori?
Maria Montessori kam 1870 zur Welt und erlangte als erste Frau Italiens einen Doktor der Medizin. Sie entwickelte Lernmaterial für Kinder, die bis dahin nicht pädagogisch gefördert wurden. Behinderte und Kinder aus sozialen Randschichten. Die Kinder durften sich in freier Wahl für eine Tätigkeit entscheiden. Sie beschäftigten sich ausdauernd mit ihrem Material und lernten lesen und schreiben. Das war damals eine Sensation. Kinder aus sozialen Randschichten lernten schneller lesen als Kinder aus der feinen Gesellschaft. Montessori erkannte, dass Kinder eine natürliche Neugierde zu lernen mitbringen und scheinbar mühelos lernen, wenn sie es mit Freude tun. Neu an ihrer Herangehensweise war, dass Kinder nicht mit Druck und dem Rohrstock, sondern in entspannten Situationen, selbstbestimmt lernen durften.

Wie sieht typisches Montessori-Material aus?
Montessori hat sich mit einfachsten Mitteln und Abfallprodukten beholfen. Wichtig war, dass es kindgerecht und greifbar war und einen bestimmten Zweck erfüllte. Ein klassisches Beispiel ist der rosa Turm. Das sind zehn Würfel aus Holz in verschiedenen Größen, von groß nach klein. Den Größten umgreift das Kind mit zwei Händen, den Kleinsten nimmt es zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Kinder erfahren hier die Größe durch das Greifen, Vergleichen der Kuben, Aufbau einer Serie, visuelle Unterscheidung, Raumerfahrung und das genaue Arbeiten, denn sonst fällt der Turm um. Kinder ab 2 ½ Jahren arbeiten bereits damit und erfahren eine Vorübung auf die Mathematik.

Montessori lässt Kinder eigenmächtig entdecken.
Montessori lässt Kinder eigenmächtig entdecken.
Wie unterscheidet sich das Spiel mit einem Turm bei Montessori von gewöhnlichem kindlichem Stapeln?
Der Montessori-Pädagoge zeigt in einer Darbietung, wie man mit dem rosa Turm arbeitet. Es wird nicht gesprochen. Das Kind soll sich auf die Beobachtung konzentrieren und würde von Gesprochenem nur abgelenkt. Es ist wichtig, dass die Kinder Fehler machen. Bei jedem Material ist eine Fehlerkontrolle eingebaut. Wenn ich den Turm aufbaue und falsch zusammensetze, kippt er um. Vielleicht dauert es ohne das Eingreifen des Erwachsenen länger, aber dann lerne ich besser und behalte es.

Ich sehe in meiner Lernwerkstatt, dass sich immer weniger Kinder konzentrieren können, das liegt sicher mit daran, dass man das Kind ständig unterbricht. Da reicht auch schon das Lob der Mutter, während das Kind mit etwas arbeitet. Ein stilles Zuschauen wäre sinnvoller.

Oft wiederholt ein Kind von sich aus das Gleiche, es will sich vervollkommnen, weil es Freude an der Wiederholung hat. Da muss man als Mutter aushalten, dass das Kind fünf Mal das gleiche Puzzle macht.

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textkern/svh

 
  

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Veröffentlicht von der Mama-Redaktion
am 02/10/2010
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