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Die schlimmsten Vornamen: "Nein, Ihr Kind darf nicht Gott oder Borussia heißen"

Sie heißen Atlas, Mohnblumen-Honig oder Piloten-Inspekteur. Das sind tatsächliche Namen, die Hollywood-Stars ihren Sprösslingen geben. Auch hierzulande wollen Eltern ihre Kinder als Casablanca, Löwenherz oder als Gott brandmarken. Namensberaterin Frauke Rüdebuch versucht, Sie davon abzubringen.

Beraterin Rüdebusch: Mir wurde schon Löwenherz oder Kater vorgeschlagen. Die Eltern haben damit Stärke und Selbstständigkeit verbunden. © GfdS - Die schlimmsten Vornamen: "Nein, Ihr Kind darf nicht Gott oder Borussia heißen"
Beraterin Rüdebusch: Mir wurde schon Löwenherz oder Kater vorgeschlagen. Die Eltern haben damit Stärke und Selbstständigkeit verbunden. © GfdS
Für Namensentgleisungen sind oft Stars und Sternchen in den USA verantwortlich. Anne Heche nannte ihren Sohn Atlas, Starkoch Jamie Oliver hielt Poppy Honey für einen guten Vornamen für seine Tochter und Schauspieler Jason Lee nannte seinen Sohn gleich Pilot Inspektor. Dagegen klingt der Vorname von Gwyneth Paltrows Tochter Apple (dt. Apfel) fast schon normal.

Da kann die Sprachwissenschaftlerin und Namensberaterin, Frauke Rüdebusch, von der Gesellschaft für deutsche Sprache nur den Kopf schütteln: "In den USA ist wirklich alles möglich", sagt sie, "da kannst du dein Kind auch Lufthansa oder Telefon nennen." In Deutschland sind solche - sagen wir mal - Fehlbezeichnungen nicht möglich. Zumindest nicht so einfach. Frauke Rüdebusch kennt sich da bestens aus. Sie berät Eltern bei der Namensfindung, ermittelt in Umfragen, warum sie ihr Kind nennen wie sie es nennen, und muss auch mal ‚Nein‘ sagen, wenn Eltern ihren kleinen Prinzen 'Graf Löwenherz Schröder' nennen wollen.

gofeminin: Frau Rüdebusch, was war die ungewöhnlichste Namensanfrage, die Sie diese Woche bekommen haben?
Frauke Rüdebusch: Pippilotta, nach dem berühmten Kinderbuch 'Pippi Langstrumpf'. Die Eltern wollten wissen, ob sie ihr Kind so nennen dürfen. Das konnte ich bestätigen.

Warum rufen Eltern überhaupt bei Ihnen an? Ist für Vornamen nicht das Standesamt zuständig?
Wenn der Vorname zu ungewöhnlich oder unbekannt klingt, rät das Standesamt den Eltern, bei uns nachzufragen, ob der Name in Deutschland aus unserer sprachwissenschaftlichen Sicht zugelassen werden kann. Dann bemühen wir unsere Datenbank, schauen nach, ob der Name bei anderen Standesämtern schon eingetragen wurde, und schlagen in unseren rund 300 Vornamenwerken zum Beispiel aus dem arabischen, skandinavischen oder US-amerikanischen Raum nach. Wir stellen aber nur Empfehlungen aus, das Standesamt trifft die juristische Entscheidung.

Welche Namen darf man in Deutschland nicht vergeben?
Unsere oberste Maxime ist das Wohl des Kindes, das auch rechtlich geschützt ist. Der Name soll es nicht lächerlich machen oder später andere Kinder zum Hänseln animieren. Eine Pixie Müller wird es später womöglich schwieriger haben, sich seriös als eine Direktorin zu präsentieren, als eine Claudia Müller. Außerdem muss das Geschlecht erkennbar sein und der Name muss einen Vornamenscharakter haben. Das heißt, er darf in der Regel kein Familienname wie Schröder, kein Ortsname und keine Gegenstandsbezeichnung wie Puppe, Apfel oder Pfirsich sein.

Apple heißt das Kind von US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow, Peaches die Tochter von Musiker Bob Geldof. Wodurch lassen sich Eltern bei Vornamen inspirieren?
Meistens sollen die Namen einfach schön klingen. Dann sind da Stars, ihre Kinder und Figuren aus Filmen und Büchern. Man kann seine Kinder zum Beispiel Legolas oder Aragon nennen, Helden aus den verfilmten Büchern 'Herr der Ringe'. Das sind bestätigte Namen. Findus, aus der Kinderbuchreihe 'Pettersson und Findus', geht auch. Doch manchmal geht die Liebe zu weit, wenn es zum Beispiel um Fußballclubs geht. Den Namen 'Borussia' haben wir nicht bestätigt. Oder den Namen 'Zecke', der wohl der Spitzname eines Fußballers ist.

Was waren die schlimmsten Namen, die Ihnen je vorgeschlagen wurden?
Es gibt keine schlimmen Vornamen, wir nehmen jede Anfrage ernst. Bei manchen Namen müssen wir aber doch schmunzeln. Wir hatten schon Eltern, die ihre Kinder Graf nennen wollten, Gott oder King. Die Stadt Casablanca war dabei, London, Berlin. Tiere wie Möwe oder Tiger. Auch fremdsprachige Vornamen sind manchmal schwierig. Ein Elternpaar wollte ihren Sprössling Gift nennen, weil das auf Englisch 'Geschenk' heißt. Das ging nicht. Genauso wenig wie 'Je t’aime‘, was auf Französisch ‚Ich liebe Dich‘ heißt.

Es gibt sicher auch Namen, die zwar in Ihrer Datenbank belegt sind, Ihnen aber trotzdem Bauchschmerzen bereiten?
Bei Napoleon hatte ich Bauchschmerzen. Das ist ein eingetragener Vorname und die Eltern fanden, dass es schön klang. Vanilla war auch so ein Fall, so hieß wohl ein Kind aus einer Castingshow. Als ich näher recherchierte, stellte ich aber fest, dass der Name eine sexuelle Konnotation hat und für Blümchensex steht. Da habe ich dann eine zweiten unverfänglicheren Vornamen empfohlen. So kann das Kind später selbst entscheiden, mit welchem Namen es sich vorstellt.

Ist der zweite Vorname ein Schlupfloch?
Wir versuchen mit den Eltern in schwierigen Fällen grundsätzlich einen Kompromiss auszuhandeln. Das kann ein zweiter bekannterer Vorname sein, an dem das Geschlecht klar erkennbar ist. Oder wir versuchen einen ähnlich klingenden Vornamen zu finden. Es rief mal eine Mutter an, die ihren Sohn Lämmes nennen wollte, nach dem Spitznamen eines Bauern aus der RTL-Sendung 'Bauer sucht Frau'. Wir konnten sie immerhin zu Lemmis überreden. Dieser Name ist belegt und so ist das Vorbild des Fernsehbauern nicht so offensichtlich.

Und wenn die Eltern ihr Kind nun partout Gänseblümchen nennen wollen und zwar ohne zweiten Vornamen?
Es gibt in Deutschland keine Namensgesetze, nur Richtlinien. Wir hatten schon Eltern, die ihre Kinder Löwenherz oder Kater nennen wollten. Weil sie damit Eigenschaften wie Stärke und Selbstständigkeit verbunden hatten. Wir konnten diese Namen nicht bestätigen. Im Zweifelsfall entscheidet dann das Gericht.

Warum haben Sie eigentlich Ihr Kind genannt, wie Sie es genannt haben? Machen Sie mit bei der Umfrage auf der Seite der Gesellschaft für deutsche Sprache!




az

  

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Veröffentlicht von der Mama-Redaktion
am 18/11/2012
Die Lesernote:1/5 
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