Häusliche Gewalt Online Beratung. |
|
 Mit Online-Beratung gegen Gewalt: Josephin von Spiegel © www.gewalt-los.de | Es könnte Ihre Nachbarin, Freundin oder Kollegin sein…
Laut Statistik hat jede vierte Frau im Alter zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner erlebt. So wie D.
D. ist seit sechs Wochen immer wieder in unserer Online-Beratung. Hier finden Frauen und Mädchen Hilfe, die in ihren Familien oder Beziehungen seelische, körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren. Frauen wie D., deren gewalttätiger Partner sie regelmäßig schlägt.
Erst als die Angst um den zweijährigen Sohn und ihr ungeborenes Baby wuchs, wagte D. den Schritt, sich anonym Hilfe zu holen. Sie kam unter einem nickname zu uns ins Netz. Gleich im ersten Chat ließ sie sich „vorsichtshalber“ die Notfallnummer der Polizei und des nächsten Frauenhauses geben. Über eine Trennung hatte sie sich schon oft Gedanken gemacht, aber eigentlich hoffte sie immer noch, dass alles wieder gut werden würde.
In den letzten Wochen waren wir in großer Sorge. Immer wieder berichtete D. uns von neuen Übergriffen. Die Situation wurde immer unerträglicher, bis sie schließlich sicher war, dass es so nicht weitergehen konnte. Wir waren erleichtert, als sie uns morgens um drei Uhr in einer Mail mitteilte, dass sie die Polizei geholt hatte. Ihr Mann durfte die Wohnung nun zehn Tage lang nicht mehr betreten.
D. nutzte diese Zeit, um sich Gedanken über ihre Zukunft mit den Kindern zu machen. Unsere Beraterin hatte ihr den Tipp gegeben, sich an eine Frauenberatungsstelle zu wenden. D. beantragte in dieser Zeit die Scheidung und das Sorgerecht für ihre Kinder. Zehn Tage „Luft“, in denen ihr Mann immer wieder aggressiv versuchte, in die Wohnung einzudringen. Bis die Polizei eintraf, war er stets wieder verschwunden.
Letzten Mittwoch passierte es dann. Ihr Mann trat nachts die Wohnungstür ein. Er schlug und boxte die schwangere D. mehrfach in den Bauch und versuchte sie zu vergewaltigen. Es gelang ihr, die Polizei anzurufen. Der Mann wurde verhaftet.
D. hat ihr Baby verloren. Sie trauert und macht sich Vorwürfe, dass sie nicht früher gehandelt hat.
Wir sind auch jetzt für sie da.
Die Hemmschwelle aus Angst und Scham, sich Hilfe zu holen, ist bei den Betroffenen oft sehr hoch. Es erschreckt mich immer wieder, dass viele Mädchen und Frauen gar nicht wissen, dass und wo es Hilfsangebote für sie gibt.
Wie Sie helfen können? Ganz einfach: Hinsehen und weitersagen, dass es www.gewalt-los.de gibt.
Ihre
Dr. Josephin Freifrau von Spiegel
Erfahren Sie mehr über die Online-Beratung: www.gewalt-los.de
Lesen Sie weiter auf goFeminin.de:
> Die große goFeminin.de-Umfrage zu Gewalt: Auch unserer Leser sind betroffen
|