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Ungeschönte Wahrheit: Beths mutige Fotos und die herzlosen Reaktionen darauf

Sabrina Först Veröffentlicht von Sabrina Först
Veröffentlicht am 12. Februar 2014

Mit ihrer Fotoreihe 'Under The Red Dress' wollte Beth Whaanga hinter die Fassade blicken lassen und auf ihre Krebserkrankung aufmerksam machen. Doch ihren Mut fanden viele anstößig.

Die Narben an ihrem Körper erinnern an die Diagnose, die Beth im vergangenen Jahr an ihrem 32. Geburtstag erhält: Brustkrebs. Außerdem wird bei ihr das Brustkrebsgen BRCA2 festgestellt, das auch bei Angelina Jolie diagnostiziert wurde. Es folgte eine beidseitige Mastektomie (Abnahme der Brust) und eine Rekonstruktion ihrer Brust. Doch statt sich zu verkriechen, ruft sie gemeinsam mit der Fotografin Nadia Masot das 'Under The Red Dress'-Projekt ins Leben: Auf verschiedenen Fotos zeigt sie ungeschönt und ehrlich, wie ihr Körper nach den Krebs-Operationen aussieht. Damit will sie die Aufmerksamkeit auf die Torturen lenken, die so viele Frauen durchmachen müssen, die an Krebs erkranken.

Nach ihrer Operation im November schießen die Frauen die Fotos und illustrieren darauf die zahlreichen Eingriffe bei Beth. Doch die mutigen Bilder ernten neben Respekt vor allem Kritik: Als die vierfache Mutter die Fotos bei Facebook postet, löschen mehr als 100 Leute Beth aus ihrer Freundesliste. Unglaublich! Doch Beth scheint diesen Fall bedacht zu haben und hatte mit der Veröffentlichung gleichzeitig ihre Facebook-Freunde gewarnt: "Diese Bilder sind sehr drastisch und enthalten Oben-Ohne-Aufnahmen. Sie sind in keiner Weise sexuell gemeint. Das Ziel des Projekts ist es, die Aufmerksamkeit für Brustkrebs zu erhöhen. Wenn ihr die Fotos anstößig findet, versteckt sie doch bitte in euren Neuigkeiten."

Dass es tatsächlich so viele Menschen gibt, die die Wahrheit nicht sehen wollen, ist trotzdem ein Armutszeugnis. Und keine Frage: Diese Menschen sind alles, nur nicht Beths Freunde! Der User Andrew Young kommentierte (mittlerweile gelöscht): "Ich persönlich finde es nicht gut, solche Fotos zu posten. Facebook ist eine Seite, auf der man sich nicht entscheiden kann, was man sehen will und was nicht, es wird einfach plötzlich etwas angezeigt, wenn ich durch meine Neuigkeiten scrolle."

Die Fotografin Nadia kann es nicht glauben und schreibt in dem sozialen Netzwerk: "Für diejenigen, die denken, dass diese Fotos 'nichts für sie sind', werden sich vielleicht am Ende wünschen, sie hätten ein bisschen mehr hingesehen, falls es ihnen mal passiert. Es ist so schlimm, nicht hinzusehen und sich stattdessen daran zu stören."

Beth sagte im Online-Magazin 'Courier-Mail', sie sei trotz der Reaktionen froh, dass sie die Bilder gemacht hat. ''Ignoranz ist nie eine gute Option. Nach der Operation weiß ich, dass ich länger leben werde und das ist das Beste für mich und meine Familie."

Trotz der Beschwerden werden die Fotos nicht von Facebook entfernt, wie das Unternehmen der Frau mitteilte. ​In der Hoffnung, dass andere ihre Geschichte teilen, suchen Beth und Nadia nach weiteren Frauen, die ihr Projekt unterstützen und bereit sind, unter ihre Kleider blicken zu lassen. Nadia sagte: 'Ich wollte mit meiner Arbeit immer etwas machen, das wichtig ist - Krebs ist eine Erfahrung, die das Leben ändert."

​Unter der Kleidung sehen eben viele anders aus, als sie es angezogen vermuten lassen. Beths Mut, uns unter ihr rotes Kleid blicken zu lassen, sollte belohnt und nicht ignoriert werden. Respekt, Beth!

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