Yumiko Takeshima: Ballerina und Designerin

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Yumiko Takeshima: Ballerina und Designerin

  

Yumiko Takeshima - Yumiko Takeshima: Ballerina und Designerin
Yumiko Takeshima
Spätestens seit der Psychothriller 'Black Swan' mit Natalie Portman in den Kinos lief, kennen wir das harte Leben der professionellen Tänzerinnen. Doch ist es im realen Leben einer Ballerina wirklich so?

Yumiko Takeshima muss es wissen: Sie ist die erste Solistin des Balletts der Dresdner Semperoper. Zu 'Black Swan' hat sie eine ganz besondere Beziehung: Als Designerin von Tanzbekleidung durfte sie Natalie Portman und Mila Kunis im Film mit Trikots ausstatten.

Wir sprachen mit Yumiko über das Leben als Ballerina, über Disziplin und die schöne Halslinie von Natalie Portman.

Yumiko, wer eine erfolgreiche Tänzerin werden will, muss in der Regel sehr früh beginnen. Wann und wie begann Ihre Tanzkarriere?
Richtig zu tanzen begonnen habe ich mit vier Jahren in Japan. Meine ältere Schwester hat Ballettunterricht genommen und man hat mir später erzählt, dass ich immer hinter ihr hergetanzt bin, als ich gerade erst laufen konnte.

Was bedeutet Tanzen für Sie selbst, wenn Sie es in zwei oder drei Sätzen beschreiben müssten?
Tanzen ist für mich die Möglichkeit, alle möglichen Persönlichkeiten und Charaktere zu verkörpern. Eins zu sein mit der Musik und sie mit meinem Körper auszudrücken. Tanzen ist für mich schon fast etwas Religiöses.

Als Solistin sind Sie stets im Mittelpunkt. Was glauben Sie, sind Ihre besonderen Stärken als Tänzerin?
Meine Musikalität. Ich hatte eben erst die Gelegenheit, mit einem der großartigsten Choreographen der Gegenwart, William Forsyth, zusammenzuarbeiten. Er hat mir gesagt, dass meine Musikalität durch meine Bewegungen sichtbar wird. Ich glaube, der Schlüssel zum Tanz ist es, die Musik durch den Körper auszudrücken. Es gibt auch Tanzszenen ohne Musik, aber sogar in diesen stillen Szenen hast du einen Rhythmus, den du kreierst.

Ballerina Yumiko Takeshima auf der Bühne in 'Giselle'.
Ballerina Yumiko Takeshima auf der Bühne in 'Giselle'.
Welche Stärken haben Sie als Mensch durch das Ballett gewonnen, zum Beispiel durch das harte Training?
Disziplin. Vor allem, um den Körper permanent in Form zu halten. Aber auch das Wissen, dass der Geist unbegrenzte Räume für Freiheit bereit hält, und dass man sich selbst nicht durch Regeln einengen muss. Du musst immer kreativ sein und offen für Neues. Das hat mir in Bezug auf mein tägliches Leben eine ganz andere Sicht auf viele Dinge gegeben.

Bitte schildern Sie uns, wie eine Trainingswoche für Sie aussieht. Wie viele Stunden Training, wie viele Proben und Auftritte absolvieren Sie?
Wenn wir abends eine Show haben, arbeiten wir circa sieben Stunden täglich, das heißt Proben und Training. In Dresden habe ich, je nach Programm, zwei oder drei Shows pro Woche, manchmal mehr. Manchmal tanze ich auch am Wochenende in Galas, so dass ich während der Woche keinen Tag frei habe.

Sie selbst sind Solistin an der Semper Oper in Dresden. Von 'Schwanensee' bis 'Giselle' haben Sie alle großen Rollen getanzt. Welche Rolle wünschen Sie sich noch?
Ich kann mich wirklich nicht beschweren, denn ich habe die meisten Rollen getanzt, die ich tanzen wollte. Wenn überhaupt, würde ich gerne mehr Inszenierungen machen. Nichts ist besser, als Choreographen, die mit einem arbeiten und für einen choreographieren. Dann hast du wirklich die Möglichkeit, deinen Geist für etwas Neues zu öffnen und einen neuen Teil von dir selbst zu entdecken.




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Veröffentlicht von
am 08/06/2011
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