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Formel 1 für Frauen: Warum Sie sich 'Rush' auf keinen Fall entgehen lassen sollten!

Julia Windhövel Veröffentlicht von Julia Windhövel
Veröffentlicht am 10. Oktober 2013

Daniel Brühl und Chris Hemsworth spielen in 'Rush' die Formel 1 Rennfahrer und Erzrivalen Niki Lauda und James Hunt. Kann ein Film über Männer und Motorsport Frauen ins Kino locken?

Männer mögen das anders sehen. Aber laut aufheulende Motoren, wahnwitzige Geschwindigkeiten und Formel 1 Rennwagen sind wohl so ziemlich das letzte, was sich Frauen gern angucken. Und zwar weder live noch im Fernsehen und erst recht nicht im Kino. Klar, Sebastian Vettel kennt man und dass Ayrton Senna in den 90er Jahren tödlich verunglückt ist, wissen auch die meisten. Michael Schumacher ist der mit den ganzen Weltmeistertiteln und Niki Lauda der mit den schlimmen Verbrennungen im Gesicht. Das war's dann aber auch schon. Warum also sollte man sich als Frau 'Rush' im Kino ansehen, ein Film, in dem es um Niki Lauda, seinen Erzrivalen James Hunt und die wilden 1970er Jahre in der Formel 1 geht?

Daniel Brühl in der Form seines Lebens
Zum einen, weil einen Niki Lauda (gespielt von Daniel Brühl), James Hunt (Chris Hemsworth) und der ganze Formel 1 Zirkus, kaum dass man im Kinosessel Platz genommen hat, mit Höchstgeschwindigkeit in ihren Bann ziehen. Daniel Brühls schauspielerischer Leistung ist faszinierend: Er sieht dem jungen Niki Lauda dank Maske und Gesichtsprothetik nicht nur sehr ähnlich, er hat es auch geschafft, die sehr eigene Sprechweise des Österreichers perfekt zu verinnerlichen. "Niki wird in dem Film oft als 'Ratte' bezeichnet", so Brühl im Interview in Köln. "Wir wollten sehr genau sein bei der Darstellung." Außerdem, so erzählt er, habe er über einen Monat in Wien verbracht und mit einer Dialekt-Coachin trainiert. "Und die vielen Gespräche mit Niki Lauda sowie der enge Kontakt zu ihm haben mir natürlich auch sehr geholfen", sagt Brühl. Lauda, der an diesem Tag auch in Köln für Interviews bereitsteht, erzählt, er habe Daniel Brühl sogar mit zu einem Rennen nach Brasilien genommen. "Er hatte ja keine Ahnung von all dem und hat mich dann zum Beispiel auch gefragt, ob man als Rennfahrer zuerst den Helm aufsetzt oder die Handschuhe anzieht", so Lauda.

Und damit sind wir bei einem weiteren Punkt, der an 'Rush' begeistert: die Detailverliebtheit und Genauigkeit, mit der die Oscar-Gewinner Ron Howard (Regisseur) und Peter Morgan (Drehbuchautor) diesen Film gedreht haben. Wenn man sich ein Formel 1 Rennen live oder im Fernsehen anguckt, sieht man entweder nur Autos vorbeirasen, bekommt einen Überblick aus dem Hubschrauber über die Rennstrecke, sieht einen Boxenstopp oder ab und zu Bilder von der Bordkamera einer der Rennfahrer. Bei 'Rush' hingegen ist der Zuschauer ganz nah dran: In faszinierenden Detailaufnahmen sieht man Benzin in Tanks einschießen, befindet sich beim Start zwischen den ohrenbetäubend lauten Rennwagen auf dem Asphalt und starrt mit einer Mischung aus Faszination, Mitleid und Ekel auf den Verband, der langsam von Niki Laudas stark verbranntem Gesicht abgenommen wird. "Ich wusste von Anfang an, dass es eine gute Entscheidung war, kleine Kameras für diesen Film zu benutzen, um richtig nah ranzukommen", so Regisseur Ron Howard. "Die Actionszenen wirken so viel intensiver und insgesamt alles deutlich authentischer!"

"Ein Leben auf Messers Schneide"
Schauspielerische Höchstleitung, Authentizität, Action - klar, die gehören zu einem guten Film dazu. Allerdings reicht das noch nicht dafür aus, dass ein Formel 1 Film Herzen vor Anspannung zum Rasen bringt und am Ende sogar Tränen kullern lässt. Was ist es also, dass diese Geschichte um Laudas Unfall 1976 so spannend macht? "Die Psychologie der zwei Hauptfiguren!", so Ron Howard. Davon ist auch Drehbuchautor Peter Morgan überzeugt: "Der Grund, warum auch Nicht-Formel-1-Fans diesen Film mögen, ist das Drama zwischen Niki und James!" Daniel Brühl spricht von einer "fesselnden Rivalität" zwischen den beiden Rennfahrern und von einem "intensiven Drama". Chris Hemsworth, der ebenfalls für die Interviews nach Köln gereist ist, bringt darüber hinaus noch die Bedeutung der Rennfahrer-Frauen, gespielt von Alexandra Maria Lara und Olivia Wilde, ins Gespräch: "Ohne Marlene und Suzy würde eine wichtige Ebene in dem Film fehlen. Die Frauen erden ihre Männer, Niki und James würden ohne sie einfach in der Atmosphäre verpuffen!"

Zwei Männer, die sich gegenseitig nichts gönnen, vom Ehrgeiz zu Großem getrieben und ständig zerissen zwischen Privatleben und der Leidenschaft für Ihren gefährlichen Beruf - in 'Rush' spielt sich vor dem Hintergrund der Formel 1 Welt vor allem ein menschliches Drama ab. Und genau das ist es, was den Film für alle, egal ob Rennsport-Fan oder nicht und egal ob Mann oder Frau, so spannend macht. Ganz wichtig dabei ist aber, dass der Hintergrund nie aus dem Blickfeld gerät. So ein Autorennen, sagt Daniel Brühl, ist "pures Adrenalin". Der Rennsport, so Regisseur Ron Howard, sei eben nicht nur physisch, sondern auch psychisch beängstigend. Niki Lauda bestätigt das: "Nur der geringste Fehler und man war tot, das war ein Leben auf Messers Schneide. Heute können die Piloten ihre Frauen, Kinder und Hunde mit zum Rennen nehmen, das ging früher nicht. Denn die Gefahr, dass der Papa nicht lebend aus dem Rennen heraus kam, war viel zu groß."

Die größte Herausforderung: Frauen ins Kino bekommen
Die ständig schwelende Rivalität, die Todesnähe und ein glorreicher Höhepunkt - über den hier noch nichts verraten werden soll - gepaart mit großartigen Schauspielern und dem Gefühl, ganz nah dabei zu sein, scheint genau die Mischung zu sein, die beim Publikum richtig gut ankommt. "Die große Herausforderung ist es immer, Frauen und junge Menschen ins Kino zu bekommen", so Regisseur Ron Howard. "In den Ländern, in denen 'Rush' bisher angelaufen ist, waren die Frauen sehr angetan. Heute glaubt kein Mensch mehr der Werbung. Das beste, was uns passieren kann, ist also, dass Frauen anderen Frauen von unserem Film erzählen!"

Also, Mädels, lasst euch von Rennwagen, Männern in Overalls und dröhnenden Motoren nicht abschrecken und schaut euch das Meisterwerk an. Dann könnt ihr auch mitreden, falls Daniel Brühl mit seiner Niki Lauda Rolle tatsächlich für den Oscar nominiert werden sollte. Verdient hätte er es!

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