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Paparazzi: Ein Leben auf der Spur der Stars

Julia Windhövel
von Julia Windhövel Veröffentlicht am 18. Februar 2010

Paparazzi wissen: der Skandal eines Stars ist das beste Geschäft. Warum? Weil wir Normalmenschen dadurch, dass uns die Fotografen die Schwächen der vermeintlich makellosen Stars vor Augen führen, entlastet werden, selbst perfekt sein zu müssen. Wenn sogar Stars Fettpölsterchen haben, betrunken durch Nachtclubs torkeln oder beim Seitensprung erwischt werden, dann erscheinen uns die eigenen Schwächen gleich weniger dramatisch.

Der Beruf der Paparazzi ist sehr kontrovers
So viel zu den positiven Seiten der Paparazzi. Kaum ein Beruf ist jedoch so kontrovers, wie dieser. Paparazzi lauern Menschen auf und dringen in ihre Privatsphäre ein - je rücksichtsloser, desto erfolgreicher. Ihre Rechtfertigung sind die Millionen an Dollarn, die die Stars machen und die Tatsache, dass diese Menschen ohne die Paparazzi oft ganz normale Menschen geblieben wären.

Ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad hassen die Stars ihre Verfolger, es kommt sogar zu körperlichen Auseinandersetzungen. Doch auf dem Weg zum Ruhm sind viele Sternchen auf das Blitzlichtgewitter angewiesen. Und wenn’s mal mit der Karriere nicht mehr läuft, soll schon so manch ein Star selbst bei den Fotografen angerufen haben, um sich in der Öffentlichkeit wieder ins Gespräch zu bringen.

Längst ist um die Paparazzi eine wahr Geldmaschinerie entstanden: In Hollywood werden Späher dafür bezahlt, dass sie den ganzen Tag rumstehen und den Agenturen melden, wenn sich ein Promi blicken lässt, Türsteher und Restaurantmitarbeiter verdienen sich ein zusätzliches Trinkgeld, wenn sie die Ankunft prominenter Gäste melden.

Mieten Sie sich doch mal ein paar Paparazzi!
In Amerika kann man sich nervige Paparazzi sogar als Nicht-Star mieten. Bei www.celeb4aday.com hat man die Wahl zwischen dem "A-List-Paket" (drei aufdringlichen Fotografen für eine halbe Stunde, Kosten: 250 Dollar) bis zum "Megastar-Paket" (sechs Fotografen und Leibwächter für zwei Stunden, Preis: 1500 Dollar). Wer lieber selbst fotografiert, kann bei der Paparazzi-Safari einen Tag lang einen echten Paparazzi bei seiner Arbeit in Hollywood begleiten und mit ihm zusammen Fotos schießen.

Und was sagen die Stars selbst über ihre geliebt-verhassten ständigen Begleiter?

    • Zac Efron: "Ehrlich gesagt kann ich die Paparazzi nicht ausstehen. Sie sind überall. Neulich saß tatsächlich einer in der Mülltonne und versuchte, mich zu fotografieren. Wahnsinn! Ein andermal hing einer an der Rückseite eines fahrenden Pick-Ups. Sie halten sich für clever, sind es aber nicht."
    • Hayden Panettiere: "Mir will nicht in den Kopf, warum die Arbeit von Paparazzi nach wie vor legal ist. In meinen Augen ist es nur eine andere Form von Stalking."
    • Tom Cruise: "Sie fahren über rote Ampeln, sie verfolgen und bedrohen dich. Es passiert überall auf der Welt und es ist definitiv schlimmer geworden. Man kann sich nicht vorstellen, wie es ist, von ihnen verfolgt zu werden."
    • Matt Damon: "Ich habe das Gefühl, ich habe ein unausgesprochenen Deal mit den Paparazzi: `Ich werde nichts tun, was für die Öffentlichkeit interessant ist, wenn ihr versprecht, mich nicht zu verfolgen."
    • Gwyneth Paltrow: "Wenn ich mit meiner Tochter im Auto sitze und sie mich nervös machen, tue ich, was ich tun muss. Ich fotografiere ihre Autos, ich notiere Nummernschilder, alles. Wenn sie es wieder tun, kann ich zur Polizei gehen."

    Wenn sich Stars gegen die Paparazzi auflehnen

    • Der Paparazzo Toni Echavarria erfuhr am eigenen Leib, was ein technisches K.O. ist, als er Ende 2009 auf dem Flughafen von L.A. Mike Tysen fotografieren wollte. Eine Quelle berichtet, der Paparazzi habe den Boxer provoziert, daraufhin habe Tyson ihm ins Gesicht geboxt und versucht, die Kamera an sich zu reißen. Der Paparazzi kam mit einer Stirnverletzung ins Krankenhaus.
    • George Clooney verklagte Paparazzi, die in seinem Haus in Italien an der Wand hochgeklettert sein sollen und angeblich ein 13-jähriges Mädchen beim Umziehen in einem seiner Gästezimmer fotografierten. „Wir verklagen zwei Magazine und einen Fotografen“, berichtet Clooney laut dem Internetdienst TMZ. "In Italien ist es Fotografen verboten, meine Hauswand hochzuklettern und mit dem Teleobjektiv ein 13-Jähriges Mädchen in ihrem Zimmer zu fotografieren. Ich würde sagen, das fällt in den Bereich der Privatsphäre."
    • Auch Coldplay-Sänger Chris Martin wurde schon einmal gegenüber einem Paparazzo handgreiflich. Als der ihm vor dem Mount Sinai Hospital in New York auflauerte, warf Chris ihn zu Boden und versuchte, seine Kamera an sich zu reißen. Der Fotograf und der Musiker kämpften um die Kamera, bis Chris schließlich aufgab und sie dem Paparazzo zurückgab.

    Die bekanntesten Paparazzi

    • Tazio Secchiaroli: Nachdem er mit Sozialreportagen angefangen hatte, spezialisierte er sich Ende der 1950er Jahre auf Starfotografien und war das Vorbild für den Fotografen Paparazzo im Film „La dolce vita“, der den Paparazzi ihren Namen gab.
    • Darryn Lyons: Der Australier startete mit 22 Jahren und 500 Euro als Paparazzo und besitzt heute einer der größten Fotoagenturen der Welt. Er schoss das erste Foto, das Brad Pitt und Angelina Jolie als Liebespaar zeigte und bot Bilder von der verletzten Lady Di, bis er hörte, dass sie gestorben ist - dann zog er die Bilder zurück.
    • Ron Galella: Er war einer der ersten Paparazzi, die sich eine Prügelei mit einem Star lieferten. Nachdem Marlon Brando ihm den Unterkiefer zertrümmert und fünf Zähne ausgeschlagen hatte, hielt sich Galella von da an nur noch mit einem Football-Helm in der Nähe von Brando auf.
    • Albrecht Gerlach: Der deutsche Starfotograf ging mit 19 Jahren nach Los Angeles und enthüllte dort die Affäre von Leonardo DiCaprio und Demi Moore. Auch das erste Foto von Madonnas Tochter Lourdes stammt aus seiner Kamera: Nach neun Tagen und Nächten auf der Lauer schoss er das heiß begehrte Bild und zwar direkt vor Madonnas Villa mit einem 600er-Teleobjektiv.


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    von Julia Windhövel

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