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Stylisch, reich, begehrt? Aus dem Leben einer Bloggerin

Sabrina Först Veröffentlicht von Sabrina Först
Veröffentlicht am 13. Januar 2014

Die 24-jährige Lara Maria Gräfen schreibt seit fünf Jahren in ihrem Blog über Mode und Lifestyle. Wie ihr Alltag in Berlin und auf Reisen aussieht, ob man vom Bloggen allein leben kann, und was das alles mit einer Scheinwelt zu tun hat - ihre Antworten im Interview.



Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?
Lara Maria Gräfen: Da ich seit zwei Monaten festangestellt bin, beginnt mein Tag morgens um 6.30 Uhr, wenn ich aus dem Bett husche, um mich mit einem Matcha Latte gleich wieder einzukuscheln. Von dort arbeite ich an meinen Blogs. Um 9.00 Uhr geht es dann ins Office an den Hackeschen Markt, wo ich bis 18.00 Uhr am Computer sitze. Um zwischendurch etwas abzuschalten, gehe ich zwei Mal die Woche zum Lunch-Yoga. Abends verbringe ich dann die meiste Zeit mit meiner Musik, treffe Freunde und gehe natürlich gerne und viel essen.

Das heißt, dein Blog ist nicht dein Hauptberuf?
Ich bin Community Managerin bei AKQA und Freelance Bloggerin sowie Social Media Consultant, unter anderem für MCM.

Wie kamst du zum Bloggen?
Ich kam eher durch einen Zufall dazu. Dass es einmal mein Job wird, hätte ich nie gedacht.

Die 25-Jährige lebt in Berlin © Lara Maria Gräfen Wie viele Menschen lesen deinen Blog?
Da mein neuer Blog 'envie' sich vor allem mit hochwertigen Nischenprodukten beschäftigt, ist das Publikum selektierter als bei meinem vorherigen Modeblog 'BelleOnEarth'. Monatlich sind es circa 15.000 Leser.

Wie viele Stunden arbeitest du pro Tag?
Etwa zehn Stunden.

Das große Thema deines Blogs ist Nachhaltigkeit. Denkst du, dass dieser Trend dauerhaft sein wird?
Ich denke, dass es immer wieder Extreme geben wird. Wir haben gerade ein Level an Verschwendung und Massenproduktion erreicht, dass es notwendig ist, dass wir uns mehr mit den Produkten auseinandersetzen. Zudem lähmt einen dieser ganze Überfluss irgendwann und man verliert den Blick fürs Wesentliche.

Außerdem widmest du dich Nischenprodukten. Ist das das Geheimnis des Erfolgs - keine Massen, sondern individuelle Interessen zu bedienen?
Meine Großmutter ist schon früher durch alle Länder gereist und wusste immer genau, wo sie welches Produkt am besten herbekommt. Eine solche Leidenschaft für Dinge fasziniert mich sehr und wird eben nur durch einzigartige Produkte erzeugt.

Was würdest du einem Blog-Einsteiger raten?
Einen genauen Plan zu machen, was die eigenen Ziele sind und wann man diese erreichen möchte. Es passiert leicht, dass man sich in der Bloggerwelt verliert und irgendwo rumdümpelt, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Was will ich vom Bloggen? Und was möchte ich mit dem Blog ausdrücken?

Man sieht immer wieder Selfies von dir und Fotos in coolen Outfits. Muss man ein Selbstdarsteller sein, um ein guter Blogger zu sein?
Wenn es sich um einen persönlichen Blog im Lifestyle-Bereich handelt - auf alle Fälle. Bei eher produktbezogenen Blogs kann man auch im Hintergrund bleiben.​

Was sind deine Inspirationsquellen?
Ich selber lese eher wenig Blogs. Ich finde es am spannendsten, neue Menschen und deren Leidenschaften kennenzulernen.

Das Blogger-Leben hat viele Annehmlichkeiten - Events, Testprodukte, Fotos schießen - was sind die Schattenseiten?
Genau das meinte ich, als ich sagte, man darf sich nicht verlieren. Es ist schön, eine zeitlang all diese Events mitzumachen und tolle Produkte geschenkt zu bekommen. Aber ganz ehrlich, die meisten Events sind doch nur bloßes Rumstehen, und die meisten Produkte passen nicht zum eigenen Blog. Es ist sehr leicht, sich in dieser Scheinwelt zu verlieren, und ich denke, das ist eine der Schattenseiten, von denen gerade junge Blogger betroffen sind. Zudem ist es wichtig, sich immer weiterzuentwickeln. Bei mir kam zum Beispiel irgendwann der Social-Media-Bereich dazu und mittlerweile betreue ich große Kunden in diesem Bereich. So konnte ich mich in eine andere Richtung entwickeln.

Wird der Beruf des Bloggers deiner Meinung nach anerkannt oder eher belächelt?
Gerade im letzten Jahr habe ich einen großen Wandel festgestellt. Mittlerweile wissen die Leute, was Blogs sind, und finden diesen Job äußerst spannend. Aber viele können sich immer noch nicht vorstellen, dass man davon leben kann. Ganz ehrlich: Die Wenigsten können wirklich gut allein vom Bloggen leben. Das sollte man nie vergessen. Hier wird wie in allen öffentlichen Bereichen gerne ein Bild vermittelt, das einfach nicht der Wahrheit entspricht.

Du stellst auch Hotels und Restaurants aus aller Welt vor: Wie viele Flugreisen hast du im vergangenen Jahr gemacht?
2013 habe ich zwei Monate in New York gelebt, war in Brüssel, München, Salzburg, Lissabon, nochmals in New York, mehrmals in der Heimat.

Was war dein Highlight?
Mein Highlight war definitiv mein Wochenendtrip nach New York Ende des Jahres.

Wöchentlich viele neue Infos, Produkte und Beiträge: Wie finanzierst du das alles?
Zum einen dadurch, dass ich nun festangestellt arbeite. Nebenbei betreue ich weiterhin meine Social Media Kunden und verdiene auch mit meinem Blog dazu.

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