Rauchen: Die ewige Sucht nach dem Glimmstängel

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Leidiges Laster

Rauchen: Die ewige Sucht nach dem Glimmstängel


Rauchen war vor wenigen Jahren noch eine Selbstverständlichkeit. - Rauchen: Die ewige Sucht nach dem Glimmstängel
Rauchen war vor wenigen Jahren noch eine Selbstverständlichkeit.
Kaum etwas gehörte bis vor wenigen Jahren so selbstverständlich zum täglichen Leben Jugendlicher und Erwachsener wie das Rauchen. Rauchen war überall möglich, an ein Rauchverbot kaum zu denken. Erinnern Sie sich noch, wie damals die Telefonzellen immer nach Rauch gerochen haben? Oder daran, dass es in Aufzügen diese kleinen Blechaschenbecher gab? Geraucht wurde in Clubs, in Behörden, im Gericht. Und das Gerücht, dass sogar Ärzte im OP-Saal den Glimmstängel nicht ausgmacht haben, hält sich hartnäckig.

Rauchen gestern und heute
Heute sieht es mit dem Thema Rauchen ganz anders aus. Dass Rauchen ungesund und eine Sucht ist, und dass Rauchen Krankheiten verursachen kann, steht fest. Unter anderem aus diesen Gründen sind unter dem Stichwort Nichtraucherschutz in den letzten Jahren immer mehr Räume geschaffen worden, in denen Rauchen untersagt ist. Konsequenz für die Raucher: Sie stellen nicht mehr die (gefühlte) Mehrheit dar und sehen sich teilweise sogar stigmatisiert. Ein Beispiel: Wer vor wenigen Jahren ein Vorstellungsgespräch hatte, der konnte ganz natürlich seine Nervosität zuvor durch das Rauchen einer Zigarette bekämpfen. Heute sollte man sich ganz genau überlegen, ob das angebracht ist.

Wenn sich Raucher heute missachtet oder ausgegrenzt fühlen, dann hat das sicher seine Berechtigung. Schrittweise hat man Rauchen aus der Öffentlichkeit entfernt. Und zwar nicht, um die Raucher, sondern die Passivraucher zu schützen. Faktisch ist das mit der Verdrängung der Rauchenden einhergegangen. Während gerade noch Rauchen als Zeichen - vor allem auch unter Intellektuellen - in jeder TV-Talkshow zu sehen war, ist das heute nicht nur im Fernsehen plötzlich total verpönt. Es gibt kaum noch Aschenbecher auf den Straßen und die an Mülleimern wurden oft zugeschweißt. Rauchverbote wurden eingeführt, die Werbung für das Rauchen untersagt. Das Rauchen völlig aus unserer Gesellschaft zu verdrängen, ist allerdings nicht leicht gewesen; der Prozess dauert noch immer an.

Coole Helden mit Zigarette im Mund: Rauchen in der Werbung.
Coole Helden mit Zigarette im Mund: Rauchen in der Werbung.
Zigarettenwerbung finanzierte große Teile der Zeitschriftenindustrie

Das fängt damit an, dass Werbung rund ums Rauchen große Teile der Zeitschriftenindustrie finanzierte. Figuren wie den Arbeiter, den Intellektuellen, den Ganoven, den angestrengt verhandelnden Politiker, den Fernsehhelden: sie alle waren ohne Zigarette, Pfeife oder Zigarre undenkbar. Heute wissen wir: Es geht doch anders. Dem Rauchen stellte man sich mit der wiederholten Erhöhung der Tabaksteuer entgegen, außerdem müssen Zigarettenschachteln seit Herbst 2007 Warnhinweise tragen.

Es gibt Leute, die meinen, Rauchen passe einfach nicht in eine Gesellschaft, die immer älter wird, in der alles auf einen bewussten Lebenswandel ausgerichtet ist. Nahrungsmittel werden biologisch korrekt angebaut, die Medizin macht gewaltige Fortschritte und jeder hat sein ganz persönliches Fitnessprogramm. Da ist sicher etwas dran. Es hat allerdings auch lange gedauert, bis offiziell von allen Seiten anerkannt war, dass das Rauchen von Tabak eine wirklich ungesunde Angelegenheit ist - und zwar nicht nur für den Rauchenden.

Dass Rauchen gesundheitsgefährdend ist, belegt nicht nur die hohe Anzahl an Lungenkrebspatienten unter den Rauchern. Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Tumore nicht nur in der Lunge, sondern auch im Kehlkopf, im Mundraum, in der Speiseröhre oder in der Blase entwickeln. Rauchen kann darüber hinaus bei gleichzeitiger Einnahme der Antibabypille die Wahrscheinlichkeit von Thrombose, Schlaganfällen und Herzinfarkten erhöhen.

Rauchen während der Schwangerschaft
Und dass Rauchen während der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit einer Früh- oder Fehlgeburt erhöht und dass das ungeborene Kind schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt ist, sollte inzwischen wirklich jeder wissen. Heute führt man bestimmte Verhaltensformen von Kindern, etwa Aggressivität und Hyperaktivität, aber auch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit zum Teil auf das Rauchen der Mütter während der Schwangerschaft zurück.

Einmal ist keinmal gilt nicht: Rauchen macht süchtig!
Einmal ist keinmal gilt nicht: Rauchen macht süchtig!
Neben den körperlichen Schäden, die das Rauchen verursachen kann, darf nicht unterschätzt werden, dass Rauchen eine Sucht ist - und zwar eine, die den Körper und die Psyche betrifft. Der Raucher belohnt sich über das Nikotin so sehr mit Dopamin, dass er die möglichen Folgen vom Rauchen verdrängt. Dazu zählt auch, dass Rauchen die durchschnittliche Lebenserwartung verkürzt.

Natürlich kommt es auch darauf an, wie früh mit dem Rauchen begonnen wird, wie lange und wie viel geraucht wird. Je früher man mit dem Rauchen beginnt und je mehr man raucht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Folgeschäden zu erkranken. Man spricht von sechs bis sieben Jahren Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung, wenn man Raucher und Nichtraucher vergleicht. Rauchen fordert in Deutschland im Vergleich mit anderen Suchtmitteln die meisten Todesopfer.

Rauchen - wie kann man endlich damit aufhören?
Raucher können ein Lied von dem tückischen, intensiven Bedürfnis nach einer weiteren Zigarette singen. Es gibt natürlich Raucher, die den Willen aufbringen und umsetzen, Nichtraucher zu werden. Wenn das erfolgreich ist, dann ist das Ende der Sucht gleichzeitig der Weg zu neuem Selbstbewusstsein. Wer will, kann sich auch mit den unzähligen Büchern, CDs, Kursen, Online-Kurse, Erlebnisberichten von
Akupunktur kann helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.
Akupunktur kann helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.
frischen Nichtrauchern und was es sonst noch alles gibt über Methoden, dem Rauchen zu entkommen, informieren.

Auch in Apotheken findet man Hilfe. Dazu zählen die berühmten Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis, über die das, was das Rauchen zur Sucht gemacht hat, dem Körper in abnehmenden Dosen weiter zugeführt wird. Es gibt auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit während der Entwöhnung.

Und für ganz harte Fälle gibt es Zigaretten-Imitate ohne Nikotin und mit sehr wenig Teer. Viele ehemalige Raucher schwören auch auf spezielle Medikamente zur Entwöhnung, Akupunktur oder Hypnose. Die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Weg zum Nichtraucher ist jedoch immer: Der Raucher muss mit dem Rauchen wirklich aufhören wollen.


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