|
Schlafwandeln (Somnambulismus) ist ein Zustand, bei dem der Betroffene nachts mehr oder weniger regelmäßig das Bett verlässt und umhergeht.
Aber auch weniger auffällige Verhaltensweisen, wie das Aufsetzen und Umherschauen im Bett, sind eine Form des Schlafwandelns. Am nächsten Morgen können sich die Betroffenen in der Regel nicht an ihre nächtlichen Aktivitäten erinnern (retrograde Amnesie).
Meist sind es Kinder und nur selten Erwachsene, die im Tiefschlaf durch die Wohnung gehen oder diese sogar verlassen. Das Schlafwandeln findet gewöhnlich im ersten Drittel der Nacht statt und kann bis zu einer halben Stunde andauern. Während der Episode hat der Schlafwandler meist einen leeren, starren Gesichtsausdruck.
Jeder kennt das klassische Bild des Schlafwandlers auf dem Dachfirst im Mondschein, der jeden Moment herunterzufallen droht. Und auch in die Alltagssprache ist der Begriff gebräuchlich. Wir sprechen von "schlafwandlerischer Sicherheit" und meinen damit die Fähigkeit, etwas "wie im Schlaf" zu können, also so gut und routiniert, dass wir nicht mehr dabei nachzudenken brauchen.
In der Realität hat das Schlafwandeln wenig mit diesem umgangssprachlichen Ausdruck zu tun. Schlafwandler bewegen sich auf ihrem nächtlichen Streifzug zwar zielgerichtet, aber nicht sehr koordiniert. Meist haben sie das Bestreben, immer geradeaus zu laufen. Dadurch stoßen sie häufig gegen Möbel oder fallen Treppen herunter.
Die fehlende Sensibilität macht sich auch bei anderen Aktivitäten bemerkbar: Manche Schlafwandler beginnen während einer nächtlichen Episode zu kochen oder zu essen. Dabei verspeisen sie z.B. Obst mitsamt der Schale oder Schokolade inklusive Alufolie.
|