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Unterschätzte Gefahr: AIDS




 - Unterschätzte Gefahr: AIDS
 
Zugegebenermaßen ist es kein schönes Thema, dennoch aber eines, über das man Bescheid wissen muss – die Rede ist von der Immunschwächekrankheit AIDS, die Jahr für Jahr weltweit Millionen von Menschen das Leben kostet. Dabei ist AIDS nicht ausschließlich ein Thema in den Entwicklungsländern, auch die Industriestaaten sind erheblich von der globalen Pandemie betroffen. Gleichzeitig rückt die Existenz der Krankheit zusehends aus dem Bewusstsein der jungen Generation. Missverständnisse und eine leichtfertige Einstellung zum Thema wechselnde Sexualkontakte sind dabei die Hauptgefahr dafür, dass sich AIDS verbreitet. 


Übertragungsformen von AIDS

Das HI-Virus, wird über Körperflüssigkeiten übertragen, allerdings nicht über alle: Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass Speichel, Tränen, Urin oder Schweiß jemals eine Infektion herbeigeführt hätten. Anders sieht es da mit Sperma, Scheidenflüssigkeit (Vaginalsekret), Blut und Muttermilch aus. Ungeschützter Sex – in welcher Form auch immer – birgt immer das Risiko einer HIV-Infektion in sich.

Weitere Möglichkeiten, sich anzustecken, bestehen in geringerem Maße in Hinblick auf Bluttransfusionen und in stärkerem Maße bei Drogenabhängigen in Zusammenhang mit der Nutzung verunreinigter Spritzen. Die Gefahr, dass sich bereits ein Kind im Mutterleib mit dem HI-Virus ansteckt, kann minimiert werden, wenn bekannt ist, dass die Mutter mit dem Virus infiziert ist. Dieses muss in jedem Fall dem betreuenden Arzt mitgeteilt werden, der dann geeignete Schutzmaßnahmen treffen kann.

Übrigens ist eine HIV-Infektion nicht zwangsläufig mit AIDS gleichzusetzen. Der Begriff AIDS kennzeichnet eine Schwäche des Abwehrsystems und ist eine mögliche Folge einer HIV-Infektion. Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind (sog. HIV-Positive) und nicht mit Medikamenten behandelt werden oder bei denen die Therapie nicht wirkt, entwickeln nach einem meist mehrjährigen Verlauf AIDS. Die vier Buchstaben des Wortes AIDS stehen übersetzt für ein erworbenes Immunschwächesyndrom. Hauptmerkmal der Krankheit: Die Betroffenen können sich nicht mehr angemessen gegen Krankheitserreger wehren. Sie erkranken häufiger und schwerer an Infektionen (z.B. der Lunge) als Gesunde. Außerdem gibt es einige Tumoren, die bei AIDS-Erkrankten vermehrt auftreten

Schutz vor AIDS

Die meisten HIV-Infizierten stecken sich aufgrund von ungeschütztem Geschlechtsverkehr an. Gerade in Entwicklungsländern kommt eine Unzahl von Kindern hinzu, die schon im Mutterleib mit dem tödlichen Virus infiziert wurden und ihr Leben mit einer bereits deutlich verringerten Lebenserwartung beginnen müssen. Zwar muss nicht jeder sexuelle Kontakt mit einem Infizierten zwangsläufig zu einer Übertragung des Virus führen. Da das HI-Virus aber lebensbedrohlich ist, sollte Geschlechtsverkehr mit neuen und fremden Partnern nur geschützt vollzogen werden.
Zwar stimmt es, dass von den fast 60.000 Infizierten in Deutschland eine Mehrheit männlich und homosexuell ist, in den vergangenen Jahren haben sich allerdings vermehrt auch heterosexuelle Personen angesteckt. Frauen sind hierbei besonders gefährdet, da sie ein höheres Risiko aufweisen, sich zu infizieren.
 

HIV-Prävention

Leider ist die Wissenschaft immer noch nicht so weit, dass sie einen Impfschutz gegen eine HIV-Infektion und somit gegen AIDS entwickeln konnte. Die Schwierigkeit dabei ist, dass das HI-Virus extrem komplex ist und sich fortlaufend verändert (mutiert). Die einzige Möglichkeit, sich beim Geschlechtsverkehr vor AIDS zu schützen, ist daher ein gewissenhafter Umgang mit Kondomen. Diese können zwar auch keinen 100-prozentigen Schutz bieten. Dennoch schützen sie im Vergleich zu anderen Methoden viel besser vor einer Infektion. Darüber hinaus schützen Kondome vor Geschlechtskrankheiten und vor ungewollten Schwangerschaften. Für besondere Risikogruppen, wie Drogensüchtige, gilt, dass sie auf die Sterilität von Nadeln achten müssen. 

 

HIV-Test

Wer häufig wechselnde Sexualpartner hat oder aber einer anderen Risikogruppe angehört, sollte regelmäßig einen HIV-Test machen lassen. Die HIV-Tests sind dabei so ausgerichtet, dass sie die Antikörper, welche als Reaktion auf die Infektion entstehen, im Blut des Betroffenen nachweisen sollen.
Da die Konzentration dieser Antikörper allerdings erst nach ca. drei Monaten im Blut so hoch ist, dass sie gemessen werden kann, kann ein HIV-Test (umgangssprachlich auch AIDS-Test genannt) nur Gewissheit für Sexualkontakte und Ereignisse bringen, die mehr als drei Monate zurückliegen. Ein negativer AIDS-Test bedeutet daher nicht, dass man tatsächlich HIV negativ ist. Eine Ansteckung kann immer erst mit einiger Verzögerung festgestellt werden.

Oftmals herrscht Verwirrung hinsichtlich der Begriffe HIV positiv und negativ. Aus diesem Grund sei die Bedeutung beider Ergebnisse hier noch einmal explizit genannt: Ein positives Testergebnis bedeutet, dass man sich angesteckt hat, ein negatives, dass bisher keine Ansteckung nachgewiesen werden konnte.
Gerade wenn man eine neue Beziehung eingehen und ungeschützten Sex mit dem Partner haben möchte, sollte man einen AIDS-Test machen. Hier kann Bilanz gezogen werden und man kann nach einer gewissen Zeit sicher sein, dass man keine Gefahr für den Partner darstellt. Übrigens bietet der Arzttermin, bei dem ein HIV-Test durchgeführt wird, gleichzeitig Gelegenheit, sich auch auf ansteckende Geschlechtskrankheiten testen zu lassen.
 

AIDS-Therapie

Eine wirkliche Therapie gegen AIDS – in dem Sinne, dass die Krankheit geheilt werden könnte – gibt es bislang nicht. Mittlerweile können allerdings Medikamente eingenommen werden, die den Ausbruch der Krankheit verzögern und somit die Lebenserwartung der Betroffenen bedeutend verlängern.

 


Veröffentlicht von Dorothee Gebele
am 13/11/2008 20:29:00
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