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Schnaps & Co.: Diese Hausmittel machen krank, statt zu helfen

von der Redaktion Veröffentlicht am 22. Februar 2018

Milch bei Vergiftungen und Mehl gegen Verbrennungen? Nicht jedes Hausmittel hilft wirklich, manches schadet sogar. Wir zeigen euch die 10 größten Hausmittel-Irrtümer.

Viel zu gut gegessen? Gegen die bleierne Schwere nach einem besonders deftigen Essen hilft ein kleiner Schnaps. Der regt die Verdauung an und wir fühlen uns gleich viel besser. Das jedenfalls hat schon der Opa gesagt.

Opa mag zwar ab und an ein Gläschen Schnaps als Absacker getrunken haben, Recht hatte er aber trotzdem nicht. Tatsächlich bewirkt der Schnaps nach dem Essen genau das Gegenteil. Der Körper weiß nicht, ob er zuerst die Mahlzeit oder den Alkohol verdauen soll, und braucht am Ende sogar länger. Besser als der Schnaps: Ein gemütlicher Verdauungsspaziergang an der frischen Luft.

Es gibt noch viele weitere vermeintlich wertvolle Hausmittelchen. Solche, die von Generation zu Generation als Tipp weitergegeben werden - die aber gar nicht helfen! Ganz im Gegenteil: Manche können dem Körper schaden. Welche das sind, erfahrt ihr hier.

Die 10 größten Hausmittel-Irrtümer

1. Irrtum: Quark bei Sonnenbrand

Sonnenbrand kennen die meisten aus eigener Erfahrung. Was dagegen hilft? Ein Quarkumschlag. Der fühlt sich schön kühl an und verschafft schnelle Linderung. Allerdings nur kurzzeitig. Das enthaltene Eiweiß kann die Haut reizen und zu kleinen Entzündungen führen.

Besser: Legt euch kalte Umschläge auf die betroffenen Stellen. Auch Gurkenscheiben, die reichlich Wasser enthalten, kühlen gut und reizen die Haut nicht wie der Quark. Die klassische Aftersun-Creme hilft natürlich auch, genau wie Salben aus der Apotheke.

2. Irrtum: Mehl gegen Verbrennungen

Autsch! Schnell ist es passiert und man hat sich das kochendheiße Teewasser übers Bein gekippt oder auf die heiße Herdplatte gefasst. Brandwunden tun höllisch weh und wer keine Brandsalbe zu Hause hat, der erinnert sich vielleicht an das alte Hausmittel Mehl, das man über die Wunde streut.

Ärzte raten davon jedoch dringend ab. Das Mehl verklebt die Wunde nämlich und beim Entfernen werden unnötig weitere Hautschichten entfernt. Besser: Weniger schmerzhaft und besser für die Wunde ist es, wenn ihr die Stelle mit lauwarmem Wasser abwascht und dann verbindet. Idealerweise habt ihr eine Wundsalbe im Haus, mit der ihr die Stelle eincremen könnt. Geht mit größeren Verbrennungen direkt zum Arzt, da es zu schweren Entzündungen kommen kann.

3. Irrtum: Klebstoff gegen Zecken

Ein kleiner schwarzer Punkt ist während der Sommermonate ein Überbleibsel vom Spaziergang im Wald. Eine Zecke. Die wird man doch mit Klebstoff wieder los, oder? Leider nicht. Der Klebstoff tötet die Zecke zwar, im Todeskampf sondert sie aber unter Umständen gefährliche Flüssigkeit ab. Besser ist das Entfernen mit einer speziellen Pinzette. Doch auch hier sollte man sich nur ran wagen, wenn man Erfahrung hat.

Besser: Sucht bei einem Zeckebiss einen Arzt auf, vor allem dann, wenn ihr noch nie selbst eine Zecke entfernt habt.

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4. Irrtum: Milch gegen Vergiftungen

Egal ob man beim Pilzesammeln im Wald den falschen Pilz erwischt oder das Kind aus Versehen etwas Giftiges im Haushalt entdeckt und verschluckt hat: Vergiftungen passieren recht häufig. Schnelles Handeln ist jetzt gefragt. Ein Glas Milch zu trinken hilft nicht. Das Hausmittel aus Omas Trickkiste kann die Vergiftungserscheinungen sogar verschlimmern.

Besser: Wählt sofort den Giftnotruf oder geht direkt zum Arzt.

5. Irrtum: Rotwein als Schlafmittel

Nach einem Gläschen Rotwein glauben viele, dass sie besser schlafen. Das mag nach einem Glas auch der Fall sein, werden es mehr, dann behindert der Alkohol den Schlaf eher. Schuld ist der sinkende Alkoholpegel im Blut, der uns aufweckt und den Tiefschlaf unterbricht.

Besser: Lasst den Abend entspannt ausklingen. Anstrengender Sport, TV oder PC-Arbeit sind kurz vor dem Schlafengehen eher kontraproduktiv, wenn man Schlafstörungen hat.

7. Irrtum: Öl gegen Ohrenschmerzen

Omas Tipp gegen Ohrenschmerzen: Ein wenig Öl, das ins Ohr geträufelt wird. Ein Tipp, von dem Ärzte abraten, da das Öl das Trommelfell reizen und die Beschwerden verschlimmern kann.

Besser: Wer nicht gleich zu Ohrentropfen aus der Apotheke greifen möchte, der schnappt sich eine Zwiebel, schneidet sie in feine Würfel und erhitzt diese kurz, um die ätherischen Öle herauszulösen. Die Würfel werden dann in ein sauberes Tuch getan und aufs Ohr gedrückt. Hilft das nicht, dann sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ohrentzündung nicht zu verschleppen.

8. Irrtum: Zahnpasta gegen Lippenherpes

Egal ob Pickel oder Herpes: Ein bisschen Zahnpasta muss her, mit der das hässliche Bläschen ausgetrocknet wird. An sich eine gute Idee, da Zahnpasta oft Zink enthält und der Entzündungen bekämpft. Die anderen Inhaltsstoffe der Zahncreme reizen jedoch die Haut und entziehen ihr die benötigte Feuchtigkeit.

Besser: Besorgt euch eine spezielle Zinkcreme aus der Apotheke und legt euch einen mit Teebaumöl beträufelten Wattebausch auf den Herpes. Die klassischen Herpes-Cremes mit den Wirkstoffen Penciclovir oder Aciclovir helfen natürlich auch.

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9. Irrtum: Heiße Zitrone gegen Erkältung

Ist eine Erkältung im Anmarsch, hält man sich gern an Omas Tipp und trinkt reichlich Tee mit Zitrone oder heiße Zitrone pur. Klar, die Zitrone enthält ja auch viel Vitamin C, das die Immunabwehr stärkt. Blöd nur, dass Vitamin C sehr hitzeempfindlich ist. Ein Großteil wird durch das heiße Wasser zerstört.

Besser: Gebt den Zitronensaft in kaltes Wasser, ebenso wie die Ingwerstückchen. Auf die Weise bleibt das Vitamin C erhalten. Normaler Tee hilft gegen das Kratzen im Hals.

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10. Irrtum: Steak fürs Auge

Ein gutes Steak schmeckt nicht nur klasse, sondern soll auch heilende Wirkung bei einem blauen Auge haben. Auch hier heißt es: besser nicht! Rohes Fleisch enthält jede Menge Keime, die so ins Auge gelangen und zu Entzündungen führen können.

Besser: Wenn ihr kein Kühlpack zur Hand habt, dann hilft auch jeder Beutel aus eurem Eisfach. Unbedingt in ein sauberes Küchentuch wickeln, bevor ihr es auf die Prellung legt. Arnikacreme hilft gegen den blauen Fleck.

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